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Verachtung Thriller von Adler-Olsen, Jussi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2014
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Verachtung

Der Spitzentitel jetzt im Taschenbuch!

Eine Reihe vermisster Personen aus dem Jahr 1987, die durch eine Person und deren entsetzliches Schicksal verbunden sind: Nete Hermansen. Eine junge Frau ohne jede Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, von Menschen grausam misshandelt, wird zwangssterilisiert durch einen fanatischen Arzt und verbannt nach Sprogø, der Insel für ausgestoßene Frauen. Sie nimmt grausam Rache ...

Jussi Adler-Olsen veröffentlicht seit 1997 Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit den Thrillern ?Erbarmen?, ?Schändung?, ?Erlösung?, ?Verachtung?, ?Erwartung? und ?Verheißung? sowie mit seinen Romanen ?Das Alphabethaus?, ?Das Washington Dekret? und ?TAKEOVER. Und sie dankte den Göttern? stürmt er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preisgekrönten Bücher erscheinen in über 40 Ländern und werden mehrfach verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 22.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423413183
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Unterhaltung Bd.4
    Originaltitel: Journal 64
    Größe: 2232 kBytes
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Verachtung

Prolog

November 1985

Fast hätte sie sich ganz diesem Gefühl hingegeben. Das Champagnerglas in ihrer Hand war angenehm kühl, die Stimmen verschwommen zu einem Summen und die Hand ihres Mannes ruhte leicht auf ihrer Taille. Bis auf die Zeiten des Verliebtseins hatte es nur Sekunden in einer fernen Kindheit gegeben, die an das heranreichen konnten, was sie in diesem Moment empfand. Das Gefühl der Geborgenheit beim Einschlafen, mit dem Murmeln der Großmutter und gedämpftem Lachen im Ohr. Dem Lachen von Menschen, die es längst nicht mehr gab.

Nete presste die Lippen zusammen, damit das Gefühl nicht die Oberhand gewann.

Sie richtete sich auf und ließ ihren Blick über die eleganten Kleider und schlanken Rücken schweifen. Eine beachtliche Schar von Geladenen hatte sich eingefunden zum Ehrendinner für den dänischen Laureaten des Großen Nordischen Preises in Medizin. Forscher natürlich und Ärzte und die Spitzen der Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in die sie nicht hineingeboren war, in der sie sich aber mit den Jahren immer wohler fühlte.

Sie atmete tief ein und stieß einen wohligen Seufzer aus. Da spürte sie auf einmal überdeutlich einen Blick, der sich über die Köpfe der kunstvoll frisierten Frauen und der Smoking tragenden Männer hinweg auf sie heftete. Es war ein Blick wie eine undefinierbare und beunruhigende Entladung. Ein Blick, wie ihn nur Menschen aussandten, die einem Böses wollten. Instinktiv tat sie einen Schritt zur Seite, wie ein gejagtes Tier, das im Gebüsch Deckung sucht, legte ihrem Mann die Hand auf den Arm, versuchte zu lächeln, während ihre Augen zwischen den festlich gekleideten Menschen und den Kronleuchtern hin und her wanderten.

Eine Frau warf für den Moment eines Lachens den Kopf in den Nacken, sodass die Sicht quer durch den Saal freigegeben war.

Dort vor der Wand stand er.

Wie ein Leuchtturm ragte seine Gestalt aus der Schar der Gäste heraus. Trotz der leicht gebeugten Haltung ein riesiges Raubtier, dessen Augen wie Suchscheinwerfer über die Menge glitten.

Sie spürte seinen lauernden Blick mit jeder Faser ihres Körpers und sie wusste, dass ihr Leben binnen Sekunden in sich zusammenstürzen würde, wenn sie nicht augenblicklich reagierte.

"Andreas", sagte sie und griff sich dabei an den Hals, der schon jetzt schweißnass war, "können wir bitte gehen? Ich fühle mich nicht gut."

Mehr brauchte es nicht. Ihr Mann hob die dunklen Augenbrauen, nickte den anderen zu, und während er ihren Arm nahm, wandte er sich von der Gruppe ab. Für diese Gesten liebte sie ihn.

"Danke", sagte sie. "Leider wieder der Kopf."

Er nickte. Das kannte er nur zu gut von sich selbst. Lange Abende im abgedunkelten Raum, wenn sich die Migräne erst festgesetzt hatte.

Auch das verband sie.

Sie kamen bis zu der ausladenden Treppe vor den Festräumen. Da glitt der Hüne von der Seite heran und stellte sich vor sie hin.

Ihr fiel auf, dass er deutlich gealtert war. Die Augen, die früher Funken gesprüht hatten, waren matt geworden. Das Haar war nicht wiederzuerkennen. Knapp dreißig Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen.

"Du hier, Nete? Dich hätte ich in dieser Gesellschaft am allerwenigsten erwartet."

Sie zog Andreas um ihren Verfolger herum, doch der ließ nicht locker. "Erinnerst du dich nicht mehr an mich, Nete?", kam die Stimme jetzt von hinten. "Doch, das tust du. Curt Wad. Du erinnerst dich sicher."

Sie hatten die Treppe schon halb geschafft, da holte er sie ein.

"Bist du etwa Direktor Rosens Hure? Solltest du tatsächlich so hoch aufgestiegen sein? Schau mal an, wer

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