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Vergessene Gräber Ein Mara-Billinsky-Thriller von Born, Leo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2020
  • Verlag: beTHRILLED
eBook (ePUB)
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Vergessene Gräber

Eine grausame Mordserie hält Frankfurt in Atem. Der Täter schlägt scheinbar willkürlich zu, allerdings mit einer Ausnahme: Alle Opfer sind jung und erfolgreich. Ihre Ermittlungen führen Mara Billinsky und Jan Rosen zu einer ehemaligen russischen Ballett-Tänzerin, die etwas über die Morde zu wissen scheint. Doch selbst als ihr eigener Sohn verschwindet, schweigt sie eisern weiter. Aber Mara lässt nicht locker und gerät - ohne es zu ahnen - mitten in einen tödlichen Rachefeldzug ... eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!

Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Romane veröffentlicht hat. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Dort ermittelt auch Kommissarin Mara Billinsky, die unkonventionelle Heldin seiner Krimireihe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 494
    Erscheinungsdatum: 21.12.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732585601
    Verlag: beTHRILLED
    Größe: 1990 kBytes
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Vergessene Gräber

5

Im Wohnungsflur war es schon entsetzlich gewesen, aber hier im Schlafzimmer ...

Mara Billinsky hielt den Atem an. Sie spürte, wie sich ihr der Magen umdrehte. Unwillkürlich legte sie den Handrücken unter die Nasenlöcher, sie musste würgen und unterdrückte es. Der faulige Gestank hing als unsichtbare Wolke in der Luft, derart aggressiv und kraftvoll, wie sie nie zuvor etwas gerochen hatte.

Erneut versuchte sie die Luft anzuhalten, auch wenn das letztlich nicht viel nützte.

Rosen hatte ihr per WhatsApp mitgeteilt, dass er sich verspäten würde. Besser für ihn. Der Anblick einer Leiche war immer schwer zu verkraften, handelte es sich jedoch um ein Opfer, das bereits seit Wochen tot sein musste, überstieg das jegliche Grenze des Erträglichen. Mara versuchte sich auf die Einzelheiten zu konzentrieren, alles als schlichte Fakten in ihrem Kopf abzuspeichern, auch wenn das verdammt schwer war.

Der Mann lag auf dem Bett. Auf dem Laken hatten sich Rinnsale Wege gebahnt, rosa verfärbt vom Cholesterin: Körperflüssigkeit, die aufgrund der Raumwärme ausgetreten war. Ein grauer Haarschopf. Das Gesicht und der Körper waren wegen der welligen Berglandschaft aus zahllosen Maden kaum erkennbar. Ein helles T-Shirt und eine rote Jogginghose klebten am Körper. Die Füße waren nackt und beinahe sichelförmig gekrümmt, die Zehen wie eingerollt. Auf den Sohlen und den Knöcheln zeichneten sich Totenflecken als dunkle rot-violette Muster ab.

Mara musste da durch. Sie hatte keine Wahl. Die Hand über Nase und Mund gestülpt, beugte sie sich vor, um das Gesicht unter dem Gewusel der Maden noch einmal aus der Nähe betrachten zu können. Verklebte Augenlider, angefressene Pupillen. Die Lippen waren aufgeplatzt. Der Kiefernmuskel trat hart wie ein Tau hervor. Das Gerinnen von Muskelproteinen fing in den Lidern an, am Hals, am Kiefer. Sämtliche Muskeln im Körper wurden starr und fixierten die Leiche zunächst in der Stellung, in der sie sich befand.

Trotz des schlimmen Zustands des Leichnams konnte man den langen Schnitt erkennen, mit dem jemand dem Mann die Kehle durchtrennt hatte.

Mara richtete sich wieder auf.

In dieser Wohnung hatte nur eine Person gelebt, und aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich bei ihr um das Opfer. Simon Jenal. Alleinstehend, keine Kinder. Hier wohnhaft seit etwas mehr als achtzehn Jahren. Das war im Moment alles, was Mara über ihn wusste. Die spärlichen Erkenntnisse über Simon Jenal hatte ihr ein Gespräch mit dem Hausmeister gebracht. Er war es auch gewesen, dem der Gestank als Erstem aufgefallen war, woraufhin er gleich die Polizei unterrichtet hatte.

Die Spezialisten der Kriminaltechnik huschten in ihren hellen Schutzanzügen und Plastiküberschuhen um Mara herum, leise, emsige Gestalten, die etwas von Gespenstern an sich hatten. Einer der Männer machte sich an den gekrümmten Fingern des Toten zu schaffen. Ein trockener Laut erklang, als würde ein Zweig gebrochen werden, dann ein Rascheln, ein Klicken und drei Piepser in schneller Folge. Das war der mobile Fingerabdruck-Scanner, ein Spritzguss-Eingabegerät mit einem Adapter für ein iPhone. Eine App auf dem Smartphone verarbeitete den Scan in ein hochauflösendes Bild und übermittelte die Daten direkt an die Zentrale, wo sie mit Hunderttausenden gespeicherten Abdrücken verglichen wurden.

»Die Finger sind in einem schlechten Zustand«, meinte einer der Kriminaltechniker, die Stimme aufgrund seiner Maske gedämpft. »Sieht so aus, als ob der Scanner nicht in der Lage wäre, die Rillen zu erkennen.«

»Ist das genau aus diesem Grund herbeigeführt worden?«, fragte Mara.

Der Mann nickte. »Ziemlich sicher. Das liegt keineswegs nur an den Verwesungserscheinungen. Offenbar hat man ihm ganz gezielt die Fingerkuppen versengt.«

Mara zwang sich zu einem letzten prüfenden Blick auf den Toten und verließ das Schlafzimmer. Sie nahm sich einen Raum nach dem anderen vor, ganz in Ruh

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