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Vermisst Thriller - Ein Fall für Ravn 2 von Katz Krefeld, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.07.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Vermisst

Nachdem der dänische Finanzmanager Mogens Slotsholm Gelder veruntreut hat, flüchtet er von Kopenhagen nach Berlin. Doch dort verliert sich seine Spur: Niemand weiß mehr, wo Mogens steckt. Seine Schwester kontaktiert in ihrer Verzweiflung den Ermittler Ravn, der noch immer unter dem tragischen Tod seiner Freundin leidet. Um sich abzulenken, stürzt er sich in die Suche nach Mogens. Dabei erfährt er, dass kürzlich weitere Männer in Berlin verschwunden sind - sie fielen einem Serienmörder zum Opfer, der offenbar von einer düsteren Faszination für Wasser getrieben wird. Droht Mogens das gleiche schreckliche Schicksal? Um das herauszufinden, muss Ravn tief in der Vergangenheit Berlins graben ... Michael Katz Krefeld, 1966 geboren, wohnt in Kopenhagen und Berlin. Er arbeitet als Creative Producer bei einer TV-Gesellschaft. Daneben schreibt er Drehbücher für namhafte dänische Fernsehserien. Sein erster Roman 'Die Anatomie des Todes' wurde in Dänemark als 'Bestes Krimidebüt' ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 18.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641166526
    Verlag: Goldmann
    Serie: Ravn 2
    Originaltitel: Savnet
    Größe: 855 kBytes
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Vermisst

3

Hohenschönhausen, Berlin, 11. Juli 1989

Hausser drehte an dem runden Griff, der an einer der Schiffstüren befestigt war. Es quietschte, als er mit beiden Händen daran zog und die Tür schwer auf eine Seite der Kiste fallen ließ. Der beißende Gestank von Urin schlug ihm entgegen. Die bleiche schwergewichtige Gestalt, die halb versunken in dem verunreinigten Wasser hockte, warf sich Hausser entgegen. Das Halsband und die Ledermanschetten, die die Handgelenke des Mannes umschlossen, waren durch eine Kette mit dem Boden der Kiste verbunden und hielten ihn unbarmherzig fest. Hausser betrachtete den stämmigen Mann, der um die sechzig war. Seine Haut sah durchsichtig aus und schien sich nach den vielen Tagen im Wasser bereits aufzulösen. Die schwarze Körperbehaarung des Mannes klebte ihm wie ein nasses Fell am Rücken und an den Gliedern. "Lassen ... Sie mich frei ... ich ... bitte Sie ...", stammelte er mit bläulichen Lippen.

"Identifizieren Sie sich, Gefangener!"

Der Mann blickte flehentlich zu Hausser hoch. "Nummer 1-6-6 ... bitte ... lassen Sie mich gehen."

"Nichts täte ich lieber", entgegnete Hausser. "Glaubst du etwa, es macht mir Spaß, hier meine Zeit zu vergeuden?"

Der Mann schüttelte den Kopf.

Hausser zog den Schlüsselbund aus der Tasche. Der Mann starrte wie hypnotisiert auf die Schlüssel, während er versuchte, Hausser seinen Arm mit der verschlossenen Manschette entgegenzustrecken. "Aber zuerst musst du mir die Wahrheit sagen."

"Das ... das habe ich doch schon getan."

Hausser schüttelte den Kopf. "Drei Monate lang hast du die Vernehmungsleiter angelogen, bist einer Lüge nach der anderen überführt worden. Sie haben dich mit Kaffee und Zigaretten versorgt, waren freundlich zu dir, und dennoch - oder vielleicht deswegen - hast du ihnen Lügen aufgetischt. Deshalb haben sie dich mir überlassen."

"Aber ich bin unschuldig. Ich weiß nicht mal, was ich verbrochen haben soll. Das hat mir niemand gesagt."

"Du weißt selbst am besten, was du verbrochen hast. Das müssen wir dir nicht sagen. Doch statt deine Taten zu bereuen und zu gestehen, hast du dich entschieden zu lügen. Sieh dich an. Sieh, in was für eine Lage du dich gebracht hast."

Der Mann wollte seine Stellung in der Kiste verändern und versuchte, die Beine zu strecken, aber die Enge und die Ketten hinderten ihn daran. "Ich habe Ihnen die Wahrheit gesagt."

"Du willst mir also sagen, dass ich lüge?" Hausser ließ seinen Blick von dem Schlüsselbund zu dem Mann wandern.

"Nein ... das ... Ich weiß ja nicht, was man Ihnen erzählt hat. Aber ich habe auf alle Fragen ehrlich geantwortet. Habe alles erzählt. Ehrenwort. Ich habe nichts zu verbergen. Ich bitte Sie ... ich halte das nicht mehr aus ..." Er begann zu schluchzen, seine schmale Brust hüpfte im Takt dazu.

"Leo!", rief Hausser.

Leo hörte auf zu schluchzen, offenbar überrascht, dass ihn zum ersten Mal seit seiner Festnahme jemand beim Vornamen nannte und nicht nur mit einer Nummer in Verbindung brachte.

"Es ist einzig und allein deine Schuld, dass du in dieser Situation gelandet bist. Hättest du sofort die Wahrheit gesagt, wärst du jetzt nicht hier, sondern bei deiner Frau Gerda, bei deinen Söhnen Klaus und Johan und dem kleinen Stefan. Dann wüssten wir, dass wir uns auf dich verlassen können und dass du uns helfen willst. Helfen, den Klassenfeind zu bekämpfen und die Spione der Faschisten zu enttarnen. All die Leute, die unsere Partei und unser Vaterland bedrohen. So einfach ist das. Du allein hast alles kompliziert gemacht."

"Aber ich will doch helfen ..."

"Unterbrich mich nicht!"

Leo biss sich auf die Lippen und starrte auf das trübe Wasser.

"Der einzige Grund, warum ich mit dir rede - warum ich dich nicht in deinen eigenen Ausscheidungen ertrinken lasse -, ist der, dass

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