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Versandet Ein Kanaren-Krimi von Wark, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Versandet

Martin Ebel macht das, was er am liebsten mag: Der ehemalige Rechtsanwalt sitzt in seiner Wahlheimat La Palma am Strand, baut eine seiner Sandburgen und philosophiert über das Leben im Allgemeinen und sein Leben im Speziellen. Als ihm plötzlich eine leichenstarre Hand entgegenragt, ahnt er noch nicht, dass der Tote am Strand ein Teil seines früheren Lebens in Deutschland war. Als er auch noch zum Hauptverdächtigen in dem Mordfall wird, muss Ebel etwas unternehmen, um nicht unter die Räder zu kommen.

Heimatverbunden und weltoffen: so sieht sich Autor Peter Wark. Seine Reiseleidenschaft schlägt sich auch in seinen Büchern nieder, die in Baden-Württemberg und Australien, in Stuttgart sowie auf den kanarischen Inseln spielen. Geboren wurde Wark auf der Schwäbischen Alb, was seiner geistigen und kulturellen Entwicklung - nach eigener Aussage - nicht geschadet hat. Über 30 Jahre war er als Redakteur für verschiedene Tageszeitungen tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 243
    Erscheinungsdatum: 07.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839256985
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2638 kBytes
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Versandet

1

Leere Versprechungen.

Nichts als leere Versprechungen.

Meine Hände steckten fast bis zu den Ellbogen in dem kleinen Sandhaufen, den ich vor mir aufgehäuft hatte. Die Brise vom Meer sorgte dafür, dass es an diesem Dienstagnachmittag am schwarzen Sandstrand von Puerto de Tazacorte trotz Temperaturen von 30 Grad einigermaßen angenehm war. Eine feine Sandschicht überzog meinen Körper, und das kräftige Dunkelblau meiner Badehose versuchte vergebens, gegen den sandfarbenen Überzug anzuleuchten. Der Strand erstreckte sich direkt vor der zehn Meter hohen Betonkaimauer, die das Hafenbecken von Puerto de Tazacorte vor den manchmal ungestümen Brechern des Atlantiks schützte. Die Sandburg, an deren Entstehung ich seit zwei Stunden arbeitete, war weit von der Vollendung entfernt. Sie würde wohl eine Ruine bleiben, bis sie mit Einsetzen der Flut von den unersättlichen Wellen verschluckt würde, wie einst unzählige Piratenschiffe.

Eine Sandburg zu errichten, ist eine diffizile Angelegenheit, der nicht viele Menschen tatsächlich gewachsen sind.

Außer mir war nur eine einheimische Familie mit einem auffallend dürren, aber gut gelaunten Opa am Strand, die mein Treiben nicht weiter verfolgte.

Ich war an diesem Nachmittag nicht recht bei der Sache.

Leere Versprechungen.

Geiger hatte mir einen Job versprochen. Na ja, genau genommen nicht Geiger selbst. Leute wie er versprechen Leuten wie mir nichts; sie haben ihre Untergebenen. Leute, die Leuten wie mir Versprechungen machen. Oder sie bedrohen. Vielleicht auch Unangenehmeres. Je nachdem. Dieser Mitarbeiter von Geiger war schon auf den ersten Blick einer von der unangenehmen Sorte. Einer, wie ich sie früher verteidigt hatte, in einem anderen Leben, als ich noch aufstrebender junger Rechtsanwalt in Stuttgart war. Die Sozietät Weißböck, Weißböck & Partner hatte sich auf die sehr einträgliche Verteidigung von Wirtschaftsstraftätern und Unterwelt-Größen spezialisiert, was moralisch betrachtet keinen Unterschied machte, und dabei bemerkenswerte, wirklich bemerkenswerte Erfolge erzielt. Für mich lag diese Zeit schon vier lange Jahre zurück, nachdem ich den Job nicht mehr wollte. Besser gesagt: Der Job wollte mich nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte.

Es war zwei Wochen her, dass ich in Geigers Büro in Los Llanos war, um mich nach irgendeiner Tätigkeit zu erkundigen, mit der Geld zu verdienen war. Wenn ich eine adrette Empfangsdame erwartet hatte, wurde ich zutiefst enttäuscht. Stattdessen fertigte mich dieser Typ ab: Geigers Lakai trug eine textile Beleidigung in Form eines zu keiner Dekade in Mode gewesenen Leopardenmuster-T-Shirts, das den Joops und Konsorten vermutlich einen Schreikrampf entlockt hätte. Ich sah mich vor die Wahl gestellt, zu erblinden oder zu kotzen, konnte durch eine geradezu übermenschliche Anstrengung aber beides vermeiden. Nein, es gebe im Moment keine Arbeit, hatte mir Leopardenfell mitgeteilt. Man wolle aber gerne meinen Namen und meine Adresse notieren, um zu gegebener Zeit wieder auf mich zukommen zu können. Mit anderen Worten: Ich würde nie wieder von Geigers Firmen hören. Geiger hatte, nach allem, was so erzählt wurde, eine ganze Menge Firmen.

Geiger selbst war so etwas wie ein Phantom. Jeder kannte jemanden, der ihn kannte. Kaum jemand konnte Genaues über ihn sagen, er wurde aber allgemein als grandioses Arschloch eingeschätzt. In der Hitparade der Skrupellosigkeit belegte er dem Hörensagen nach einen Spitzenplatz. Geiger hatte Geld, Macht und Einfluss wie kein Zweiter hier auf der Insel. Er war, wie man sich erzählte, vor etwa 20 Jahren aus Deutschland nach La Palma gekommen, also viele, viele Jahre vor mir. Geiger machte Geschäfte mit Immobilien, besaß eine Baufirma und war Herrscher über eine Reifenfabrik, die für das Festland produzierte und die man als die einzig nennenswerte Industrieansiedlung im Westen der Insel bezeichnen konnte. Wer nicht in der Lan

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