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Vertigo Thriller aus Kairo von Mourad, Ahmed (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2016
  • Verlag: Lenos Verlag
eBook (ePUB)
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Vertigo

Achmad, Gesellschaftsfotograf in einem exklusiven Kairoer Hotel, wird Zeuge, wie ein Freund bei einem Attentat auf zwei rivalisierende Geschäftsleute in der Bar Vertigo brutal ermordet wird. Es gelingt ihm, das Geschehen mit der Kamera festzuhalten, bevor er sich unerkannt vom Tatort entfernen kann. Das brisante Material spielt er einer Zeitung zu, deren Chefredakteur eine wichtige Rolle im alles durchdringenden Geflecht aus Korruption, Intrigen und Klientelpolitik spielt. Unversehens verfängt Achmad sich in diesem Netz, das bis in höchste Kreise reicht. Er sieht sich gezwungen unterzutauchen, denn seine skrupellosen Gegner schrecken vor nichts zurück. - Mit 'Vertigo' begründete Ahmed Mourad 2007 das Genre des Politthrillers in Ägypten. Das Buch wurde 2012 als Fernsehserie verfilmt. Ahmed Mourad, geboren 1978 in Kairo, studierte an der Filmhochschule der ägyptischen Hauptstadt. Sein Abschlussfilmprojekt gewann mehrere internationale Preise. Seit 2007 ist er auch als Schriftsteller tätig: Er veröffentlichte bislang drei Thriller und einen historischen Roman, die zu Bestsellern in Ägypten wurden. Mourad arbeitet seit der Ära Mubaraks als Fotograf im Stab des ägyptischen Staatspräsidenten und lebt in Kairo.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 398
    Erscheinungsdatum: 10.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783857879425
    Verlag: Lenos Verlag
    Größe: 2681 kBytes
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Vertigo

3

Zwei Monate vor dem Blutbad in der Bar

In einer kalten Februarnacht piepte auf Mustafa Ârifs breitem Schreibtisch in seinem Büro in dem ruhigen Gebäude am Stadtrand die Sprechanlage.

"Mustafa Pascha?"

"Bitte."

"Eine Ankunft, mein Herr, Gate 2."

"Danke."

Er nahm den Telefonhörer und wartete zwei Sekunden, bevor er hineinsprach: "Bringen Sie den Gast sofort zum Pascha! Holen Sie die Akten, die wir vorbereitet haben, und kommen Sie dann schnell wieder zu seinem Büro!"

Er legte seine Hand auf einen Knopf oben links auf dem Telefon, wartete vier Sekunden und sagte dann: "Ihr Gast ist da, Pascha. ... Ja, Pascha. ... Schon geschehen, Pascha. Ich habe die Leute am Tor alarmiert. ... Genau zwei Minuten, mein Herr. ... Bitte sehr, mein Herr, bitte sehr."

Er legte den Hörer auf und griff sich eilig das Jackett von der Rückenlehne des dicken Ledersessels, über dem eine alte Porträtaufnahme hing. Dann schaltete er sein Handy aus, zog seine lose Krawatte fest und sprang in das kleine Bad, das dem Büro angeschlossen war. Dort vergewisserte er sich, dass sein Haar noch anlag, strich mit der Hand darüber, überprüfte seine Augenbrauen, tätschelte sich den Bauch und gab sich alle Mühe, ihn so weit wie möglich in seine Hose zu stopfen. Anschliessend trat er auf den Korridor hinaus, wo ein junger Mann mit rasiertem Schädel aufsprang und die Hand an die Mütze legte. Er ging ein paar Schritte über den von gedämpft beleuchteten weissen Wänden flankierten roten Teppich. Jedes Mal, wenn er an einer Tür vorbeikam, sprang der Mann, der dort sass, auf und salutierte. Schlaff erwiderte Mustafa den Gruss. Schliesslich blieb er vor einer Tür am Ende des Korridors stehen, machte dem Burschen, der wie ein Springteufel vor ihm emporgeschnellt war, ein Zeichen und sagte: "Komm nur rein, wenn wir dich rufen! Lauf jetzt, und mach Tee, mittelstark gesüssten Kaffee und etwas Kaltes! Wir wollen später nicht warten, bis du fertig bist. Los!"

"Wie Sie wünschen, Eure Exzellenz."

Der junge Mann rannte in die Teeküche neben dem Büro. Mustafa sah auf die Uhr, es war Viertel nach elf.

Nach ein paar Augenblicken öffnete sich eine Tür auf der anderen Seite des Korridors. Ein Kollege tauchte darin auf und winkte jemanden hinter sich heran. Kurz darauf erschien Âdil Nassâr.

Dieser Mann bewegte sich vorwärts, als würde er rollen, sein Oberkörper regte sich kaum. Obwohl schon über sechzig, war seine Statur noch immer breit und athletisch. Er war hochgewachsen, und sein Kopf, obenauf so kahl wie ein Riesenkürbis, war mit braunen Altersflecken übersät. Der dichte Haarkranz war genau wie sein Schnurrbart sorgfältig gefärbt, die Nase scharf, und am Kinn befand sich ein tiefes Grübchen, als hätte ihn dort jemand mit einem Schraubenzieher gestochen.

Kaum war der Gast aufgetaucht, flitzte Mustafa los, um von ihm gesehen zu werden und ihn überschwänglich zu begrüssen. Er hatte es so eilig, dass er nur vier Schritte für den langen Korridor brauchte.

"Willkommen, mein Herr", rief er, "das Amt fühlt sich geehrt."

Ohne stehen zu bleiben, griff Âdil Nassâr nach Mustafas zittriger Hand und erwiderte, während er neben ihm herging: "Guten Abend, Mustafa, wie geht es Ihnen?" Auf seine Stimme hätte selbst ein Youssef Wahbi 7 neidisch werden können.

"Alles gut, jetzt, da Sie bei uns sind, mein Herr."

"Ist Safwân drinnen?"

"Er wartet schon auf Sie, Exzellenz. Es ist wirklich eine grosse Ehre, mein Herr."

Âdil beachtete ihn nicht weiter, und so tat Mustafa einen demonstrativen Schritt nach vorn, um ihm die Tür aufzuhalten und drinnen zu signalisieren, dass der Gast da sei.

"Bitte sehr, mein Herr", sagte er dann.

Der Raum war sehr gross und vollgestopft mit Möbeln. Hinter einem grünen Paravent stand ein breiter, mächtiger Schreibtisch und davor ein dunkles Bücherregal, beladen mit altägyptischen Statuetten,

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