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Via Sacra Kriminalroman. von Lifka, Werner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Via Sacra

Lars Urbachs zweiter Fall "Dies irae dies illa dies tribulationis et angustiae - Tag des Zorns, Tag der Trübsal und Angst ..." Merkwürdige, bedrohliche Mails bekommt ein Braunschweiger Bürger - und sie werden Wort für Wort zur schrecklichen Wahrheit. Lars Urbach, der Münchner Privatdetektiv, wird hineingezogen in einen Job, der ihn mit der finstersten deutschen Vergangenheit konfrontiert...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 10.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739279626
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1860kBytes
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Via Sacra

Anpfiff

Samstag, 3. Mai 2014

Zum ersten Mal
war ich dann Anfang Mai in Braunschweig. Hedi hatte gemeint, ich könnte mit dem Zug kommen. Sie war am Bahnsteig nicht zu übersehen. Nicht nur wegen der Größe. Sie strahlte und umarmte mich herzlich.

In der Halle standen traurige Gruppen, die ihre blau-gelben Schals und Fähnchen zusammengerollt hatten.

"Wie es aussieht, hat eure Eintracht wieder mal verloren?"

"Gegen Augsburg. Eins zu null. Sie steigen wieder ab. Was war das vor einem Jahr ein Aufstiegstrubel. Es gab Aufstiegskrakauer und Aufstiegsbratwürste. Die Brauerei brachte eine neue limitierte Eintracht-Dose auf den Markt."

"Die Bayern haben dafür ihr Erdinger , mit dem jeder begossen wird, der nicht beim Schlusspfiff auf der Tribüne ist."

"Der Braunschweiger Domprediger hatte damals sogar zu einem Dankgottesdienst eingeladen. Stell dir das vor: Gott danken, dass die Kicker aufgestiegen sind. Dabei wären viele wohl lieber in die Moschee gegangen und hätten Allah gedankt! - Peinlich alles. Und was jetzt? Nach dem Abstieg?"

"Bußgebete und Bittgottesdienste oder Heulen und Zähneklappern!" Mehr fiel mir auch nicht ein.

"Da sind wir beim Thema: Ich habe gleich einen Termin bei dem Opfer gemacht. Er wartet auf uns. Er wird dir die Drohbriefe zeigen. Ich denke, dass du ihn erst mal beruhigst."

"We will see."

"Apropos: Sightseeing unterwegs ist inklusive!"

Wir fuhren am Schloss vorbei. Das im Krieg zerstört, 1960 gesprengt und 2007 wieder aufgebaut worden war, wie mir erklärt wurde. "Hinter den historischen Mauern verbirgt sich ein Einkaufszentrum."

"Hab damals davon gelesen. War ja heftig umstritten!", sagte ich.

"Heute Braunschweigs ganzer Stolz. Die Bürger haben es, wie du siehst, angenommen. Hier ist immer Leben. - Burg und Löwe zeige ich dir ein anderes Mal. Das ist Fußgängerzone. Hält jetzt zu sehr auf."

Als wir um eine Ecke bogen, tauchte vor uns ein prächtiger Theaterbau auf.

"Et voilà: das Staatstheater. Galt als Sprungbrett für viele Sänger und Schauspieler. Felmy wird immer genannt, den kennst du sicher auch noch."

"Tatort-Kommissar!"

"Die Sänger Anja Silja und René Kollo, die Froboess, die hier vom Schlagersternchen zur Schauspielerin wurde. Und dann - den kennst du sicher nicht: Gerd Voss."

"Nie gehört."

"Dacht ich mir. Hat wenig Film und Fernsehen gemacht. Dennoch einer der größten. Du kannst ihn nur in Berlin oder Wien sehen. In München war er kurz. Und hier in Braunschweig. In seiner Biografie heißt das Kapitel etwas böse: Am Ende der Welt. "

"Nicht sehr schmeichelhaft."

"Du, das war hier Zonenrandgebiet - aber Achtung. Jetzt geht s über die Oker und dann in die Jasperallee und hier wohnt er. Christoph Kornmann."

Jasperallee. Klangvoller Name. Später habe ich im Reiseführer nachgelesen. Es stimmt: "Von Anfang an war die Straße als eine großzügige Allee nach dem Vorbild der Berliner Straße Unter den Linden geplant gewesen. Zwischen den Baumreihen in der Mitte, durch die die Straße in zwei Fahrbahnen geteilt wird, befand sich früher ein Reitweg. In den Villen wohnte das wohlhabende Bürgertum ..."

Tatsächlich sagte Hedi bei der Einfahrt: "Hier können eigentlich nur Anwälte und Ärzte überleben. Du siehst die vielen Schilder an den Häusern. Ich hatte auch mal ein Angebot - puh! Unbezahlbar."

"Solltest mal in München Praxisräume suchen."

"Denk ich mir."

"Was macht unser Herr Kornmann hier?"

"Der hat alles geerbt. Kornmanns waren seit Generationen Juristen und Sozialdemokraten. Drei Häuser in dieser Straße gehören ihm. Weiter hinten. Die Nazis hatten seine Familie damals enteignet, aber sie hat alles wieder zurück bekommen. Jetzt lebt er hier mit Ängsten."

"Beruf?"

"Er sagt: Privatier!"

"Keine Familie?

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