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Victor Thriller von Wood, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.03.2012
  • Verlag: Random House E-Books
eBook (ePUB)
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Victor

Victor, ein brillanter Auftragskiller im Dienst der CIA, reist für einen brisanten Auftrag nach Berlin: Er soll Adorján Farkas töten. Der Ungar leitet eine Verbrecherorganisation mit Sitz in Budapest und wird in wenigen Tagen in Deutschland eintreffen. In Berlin sucht Deák, ein Vertrauter von Farkas, nach einer geeigneten Unterkunft für seinen Boss, und Victor heftet sich an Deáks Fersen. Als er ihn in einem Berliner Kasino beschattet, wird Victor auf einen anderen Mann aufmerksam. Ein Mann, der sich verhält wie Victor. Unauffällig, konzentriert, wachsam. Ein Killer. Doch auf wen hat er es abgesehen? Nicht auf Deák. Und auch nicht auf Victor. Als Victor den Unbekannten endlich durchschaut, ist es bereits fast zu spät ...
Tom Wood, der eigentlich Tom Hinshelwood heißt, ist freischaffender Bildeditor und Drehbuchautor. Er wurde in Staffordshire, England, geboren und lebt mittlerweile in London. Sein Debütroman "Codename Tesseract" wurde von Kritik wie Lesern begeistert gefeiert. Mit 'Zero Option' stellt Tom Wood sein einzigartiges Talent als Autor mitreißender Actionthriller erneut unter Beweis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 81
    Erscheinungsdatum: 08.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641080716
    Verlag: Random House E-Books
    Originaltitel: Bad Luck in Berlin
    Größe: 1561 kBytes
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Victor

Kapitel 1

London, Großbritannien

"Ich werde nicht sterben."

Die Frau, die das sagte, war Anfang fünfzig und ein bisschen übergewichtig. Sie trug einen eleganten, geschäftsmäßig wirkenden Anzug, dazu kurz geschnittene Haare mit grauen Strähnen. Die Bügel ihrer stylischen Brille waren mit dem Logo eines Designers verziert, in Blattgold. Sie hielt den Kopf gesenkt und starrte wie bei einer Beichte auf die gefalteten Hände in ihrem Schoß. Ihr Herz raste und trieb ihr das Blut ins Gesicht. Sie hatte leise, fast im Flüsterton gesprochen, sodass Victor sie gerade noch hören konnte. Waren die Worte überhaupt für ihn bestimmt gewesen? Er wusste es nicht. Es klang beinahe wie ein Ritual, tonlos, wie in Trance. Oder aber die Worte waren dazu gedacht, eine solche Trance einzuleiten, um sich dem Horror des unweigerlich herannahenden Todes entziehen zu können.

"Ich werde nicht sterben."

Ob er wollte oder nicht, Victor war fasziniert. Das Verhalten dieser Frau entsprach nicht der Norm. Menschen, deren letztes Stündlein geschlagen hatte, fingen in der Regel an, zu betteln und zu flehen, lehnten sich auf und schworen unerbittliche Rache aus dem Jenseits. Noch nie war ihm jemand begegnet, der das, was kommen würde, schlicht und einfach nicht akzeptieren wollte.

Dieses Mal klangen ihre Worte ein paar Dezibel lauter als beim ersten Mal. Die Frau krallte ihre Finger noch fester ineinander, wollte durch schiere Willenskraft erzwingen, dass ihr Mantra mehr war als nur ein Geräusch, wollte es Wirklichkeit werden lassen. Victor beobachtete die angsterfüllte Frau. Er empfand vermutlich mehr Mitleid mit ihr als eine Katze für eine Maus, aber nach seiner Erfahrung besaßen Worte auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod kaum eine Bedeutung mehr.

"Ich werde nicht sterben."

Dieses Mal sprach die Frau mit normaler Lautstärke. Als die letzte Silbe über ihre Lippen gekommen war, hob sie den Kopf und löste die Hände voneinander. Ihre Augen wurden weit, und ihre Miene entspannte sich sichtlich. Die Anspannung, die ihren gesamten Körper in Besitz genommen hatte, wich.

Sie warf Victor zu ihrer Rechten einen Blick zu und lächelte ihn an, verlegen und unsicher zugleich. "Bitte, lachen Sie mich nicht aus. Ich weiß, dass das lächerlich klingt, ehrlich, aber ich muss es trotzdem machen."

"Ich würde Sie niemals auslachen."

Ihr Lächeln wurde ein wenig selbstbewusster. "Das ist sehr nett von Ihnen, vielen Dank. Es gibt nicht viele Menschen, die so verständnisvoll reagieren. Manche starren mich an, andere machen sich über mich lustig oder fangen an, mich zu beleidigen. Einmal hat ein kleines Mädchen sogar angefangen zu weinen. Ich wünschte wirklich, dass ich es lassen könnte, aber ich kann nicht. Es ist aber keine Zwangsneurose oder wie das heißt - ich glaube nicht, dass das Flugzeug abstürzt, wenn ich mein Sprüchlein nicht richtig aufsage, oder so. Wie verrückt muss jemand sein, der so einen Blödsinn tatsächlich glaubt? Das kann ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen. Ich habe einfach nur Flugangst. Das ist doch nichts Ungewöhnliches, oder? Ich habe Flugangst und muss mir vor jedem Start sagen, dass das Flugzeug nicht abstürzt und dass ich auch dieses Mal nicht sterben werde."

"Tja, ich hoffe wirklich, dass Sie recht behalten", erwiderte Victor. "Ansonsten sieht es für mich auch nicht besonders rosig aus."

Ihr Lächeln verwandelte sich in ein Grinsen, und sie stieß ihn sanft mit dem Ellbogen an, als leise Anerkennung für seinen Witz. Zwei Stewardessen kamen den Mittelgang entlang und kontrollierten, ob alle Fluggäste angeschnallt waren. Victor tat zwar so als ob, schnallte sich aber nicht an.

"Selbstverständlich könnte das Flugzeug abstürzen, und ich könnte dabei sterben. Ich gehöre auch nicht zu denen, die glauben, dass die schlimmen Sachen immer nur den anderen passieren. Obwohl ich mir manchmal wünsche, ich

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