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Vienna killing... ...die andere Art des Mordens von Pittler, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Vienna killing...

Es kommt erstens immer anders, als man zweitens denkt. Das Leben hat oft mehr abenteuerliche Wendungen für uns parat als der packendste Hollywood-Thriller. So geht es auch den Protagonisten in Pittlers Geschichten. Sie schmieden mit Hingabe Pläne, bedenken dabei vermeintlich alle relevanten Faktoren und werden dennoch vom Schicksal kalt erwischt. Zum Glück sind aber nicht alle Lehren, die wir aus der Lektüre dieses Buches ziehen können, schmerzhaft. So erfahren wir, was es mit Beowulf und Grendel wirklich auf sich hatte, und hören von einem Ermittler, welche Bedeutung hinter dem 'Budapester Blutbad' steckt. Andreas Pittler wurde 1964 in Wien geboren und studierte dort Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften. Er veröffentlichte bislang 27 Sachbücher, neun Romane und drei Erzählbände. Für sein schriftstellerisches Schaffen wurde er mit dem 'Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich' ausgezeichnet. Zudem hat Pittler einen Lehrauftrag an der Donau-Universität Krems.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 89
    Erscheinungsdatum: 30.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958653566
    Verlag: 110th
    Größe: 234 kBytes
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Vienna killing...

Sie wollen wissen, was der fürchterlichste Fall war, mit dem ich es je zu tun hatte? Da brauche ich nicht lange zu überlegen, das war seinerzeit das so genannte Budapester Blutbad. Na ja, es fand nicht direkt in Budapest statt, aber die Medien meinten damals, das klang besser, als wenn man es mit dem Bauernhof in Verbindung gebracht hätte, in dem es tatsächlich geschehen war. Aber das wissen Sie sicher.

Nicht?

Sie kennen die ganze Geschichte nicht? Unglaublich! Na, dann passen Sie einmal auf!

Eines Nachts, das ist ja jetzt schon viele Jahre her, nicht wahr, eines Nachts werden wir, es mag so gegen 4 Uhr morgens gewesen sein, zu einer, wie es kryptisch hieß, Bluttat gerufen. Als Tatort wurde uns der große Bauernhof von Attila H. genannt. Jeder damals kannte ihn, und ich denke, das ist heute nicht viel anders. Sehen Sie, an den Namen können Sie sich auch noch erinnern. Ja, ein ziemlich wüster Kerl, das kann man so sagen. Hier bei uns spielte er ja den ehrbaren Landwirt, doch jeder wusste, dass er jede Menge krummer Dinger am Laufen hatte. Aber wir konnten ihm nie etwas nachweisen, da er hier bei uns immer schön sauber blieb. Natürlich kannten wir die Geschichten von seinen Touren im Ausland, vor allem die Sache damals in Italien, Sie wissen schon, die mit dem Kirchenmann damals, ja, genau die. Aber dafür waren wir ja nicht zuständig, und da die italienischen Kollegen kein Auslieferungsbegehren gestellt, ja nicht einmal um Amtshilfe ersucht hatten, waren uns natürlich die Hände gebunden.

Aber ich schweife ab. Bei uns galt Attila wie gesagt als seriöser Geschäftsmann, doch als wir hörten, bei ihm sei es zu einem, nun, Vorfall gekommen, da war uns schnell klar, dass dies keine gewöhnliche Amtshandlung werden würde, und einige von uns stellten sofort die Vermutung an, H. habe seine Vergangenheit eingeholt. Na, jedenfalls rückten wir mit großer Mannschaft aus und erreichten das Anwesen etwa eine halbe Stunde später.

Schon von weitem konnten wir die dicken, weißen Rauchschwaden sehen, die über dem Hof standen, und der Geruch von verbranntem Holz stieg uns in die Nase. Wenig später sahen wir die Bescherung. Der ganze Stalltrakt war bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wie es so schön heißt. H. saß vor seinem Haus und wirkte völlig abwesend. Das war nicht weiter verwunderlich, denn er hielt eine Frauenleiche umklammert. Bei näherem Hinsehen erkannten wir, dass es sich dabei um seine Frau handelte.

Ich gebe zu, für einen Moment dachte ich, H. habe seine Frau getötet, und diese Tat sei der Grund, weshalb man uns gerufen hatte. Doch dann wurde ich plötzlich von meinem Kollegen am Arm gezupft. Mit offenem Mund und starrem Blick wies er in die Richtung des Geräteschuppens. Dort lag eine unüberschaubare Zahl an Leichen. Ja, wirklich! Leichen, überall Leichen. Entsetzlich zugerichtet. Ein Massaker, wie es die Geschichte dieses Landes noch nicht erlebt hatte. Ich muss gestehen, da blieb auch mir der Mund offen.

Wir waren noch gar nicht wirklich dazugekommen, uns wieder zu fassen, als die einzigen beiden Augenzeugen der Geschehnisse auf uns zukamen. Der Pensionist Hildebrand W. und der beschäftigungslose Dietrich von B., der damals noch ein recht junger Spund war. Ich sage Ihnen, dass wir die beiden dort sahen, sorgte nicht gerade dafür, dass wir uns wohler fühlten. Denn die beiden waren natürlich für uns keine Unbekannten. W. stand im Geruch, seinen eigenen Sohn umgebracht zu haben, freilich auch dies eine Sache, die niemals bewiesen werden konnte. Doch die Vorliebe von W. für Waffen aller Art war gerichtsnotorisch. Und B. war eine wahrhaft dubiose Figur. Obwohl niemand wusste, wovon er eigentlich seinen Lebensunterhalt bestritt, war er immer liquid und trat nur in bester Kleidung auf. Naturgemäß vermuteten wir, dass B. ein Räuber war, aber er schaffte es immer wieder, aus einer allfälligen Untersuchung mit weißer Weste hervorzugehen.

Obwohl W. der weitaus Ält

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