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Vogelfrei Im Auge des Mörders von Lewentz, Manuela (eBook)

  • Verlag: Mittelrhein-Verlag
eBook (ePUB)
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Vogelfrei

Vogelfrei Die neue Generation der Windräder ragt bis zu 200 Meter in die Höhe. In unserem Dorf werden Windräder mit einer Höhe von 130 Meter aufgestellt. Auch diese werden über die Grenzen unseres Dorfes zu sehen sein und lassen die Stimmen der Gegner laut werden. Steffen Weinand, Befürworter und Aktivist der neuen Anlage, wird an dem Tag erschossen, als er für seine Zukunft einen Pachtvertrag unterzeichnet. Mit dem Schuss aus einer Walther PPK endet sein Leben. Trotzdem brodelt es zwischen den Menschen weiter und selbst der Mörder findet keine Ruhe. Ein neuer Fall für Jil Augustin Manuela Lewentz verbrachte ihre Kindheit am Mittelrhein, wo auch ihre Kriminalromane spielen. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben. Inspirationen für ihre Arbeit findet sie im Alltäglichen, im Umgang mit ihren Mitmenschen. Auch auf ihren Reisen bekommt die Autorin immer wieder neue Impulse, Eindrücke, die ihre Romane bereichern. Manuela Lewentz schrieb Kinder- und Jugendbücher, bevor sie ihren ersten Kriminalroman veröffentlichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783925180248
    Verlag: Mittelrhein-Verlag
    Größe: 441 kBytes
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Vogelfrei

Kommissariat gegen 19 Uhr
Jil Augustin

"Ich habe mich etwas mit dem Handy von Steffen Weinand beschäftigt und lasse gerade eine Nummer überprüfen." Mein Kollege steht triumphierend vor mir. Seine Augen blitzen vor Genugtuung. "Machen Sie es nicht zu spannend, Hansen!" Meine Tasche lasse ich, während ich spreche, auf den Boden neben meinem Schreibtisch fallen.

"Steffen Weinand hatte eine Freundin. Aus den SMS, die ich im Handy gefunden habe, geht dies eindeutig hervor."

"Sie haben mir ja schon angedeutet, dass er ein Liebling der Frauen war."

"Meine eigene Frau weiß leider nicht zu schätzen, was sie an mir hat", Hansen senkt seinen Kopf. "Sie ist für zwei Wochen alleine verreist." Verblüfft sehe ich ihn an. "Wenn Sie reden möchten?" Hansen winkt direkt ab. "Schon gut! Sie haben ja auch Ihr Päckchen in Sachen Liebe zu tragen."

Zunächst schweige ich, bin mir unsicher, ob es richtig ist einfach so zur Tagesordnung überzugehen. "Und an wen hat Herr Weinand seine Botschaften gesendet?" Mir ist doch mehr danach wieder dienstlich zu werden. "Wie gesagt, wir lassen die Nummer gerade prüfen. Steffen Weinand hat der Frau, so macht es den Anschein, jeden Abend geschrieben. Zumindest die letzten vier Einträge geben eine gewisse Regelmäßigkeit preis."

Mir schwant schon ein Name in meinem Kopf. Hansen greift nach dem Schokoriegel, der auf meinem Schreibtisch liegt und schaut mich fragend an. "Bedienen Sie sich, Hansen!" Kurz warte ich, dann aber teile ich meinem Kollegen mit: "Mich würde es nicht wundern, wenn die Nummer uns zu Sonja Kalt führt, der Sekretärin von Steffen Weinand." Hansen nickt. "Das ist auch mein Gedanke. Die Frau war heute so von ihrem Chef am Schwärmen, das kam mir direkt sonderbar vor."

"Ja, Hansen, das habe ich auch registriert. Auch ihre Trauer war größer als von einer Sekretärin normalerweise zu erwarten ist."

"Trotzdem müssen wir abwarten. Bisher sind es nur Vermutungen von uns. Woher wollen wir die Gefühlslage der Frau einzuschätzen wissen? Wir kennen Sie nur von dem einem Gespräch. Verhaltensmuster sind somit nicht erkenntlich." Ganz unrecht hat Hansen nicht. "Trotzdem rechne ich mit Sonja Kalt als Empfängerin. Lesen Sie mir doch bitte mal die Nachrichten vor." Ich lehne mich erwartungsvoll in meinem Stuhl an die Rücklehne. Hansen weilt in seinem Element, angelt sich das Handy, steckt den Rest des Riegels in seinen Mund. "So, jetzt geht's los. Ich lese vor:

Meine Liebste, die Stunden ohne dich sind so leer. Mein Herz schreit nach dir, deiner Nähe, deiner Zärtlichkeit. Eine einsame lange Nacht liegt vor mir, in der ich dich und deine Zärtlichkeiten vermissen werde. Beim Einschlafen denke ich an dich, somit bin ich dir ganz nahe. Dein S."

"Schöne Worte, die würde ich mir auch gerne am Abend durchlesen. Steffen Weinand war ein Romantiker. Lesen Sie mir doch bitte noch eine SMS vor." Hansen grinst mich breit an. Ihm scheint es auch Spaß zu machen. Mit galanter Stimme liest er weiter:

"Meine Sonne, um glücklich zu sein brauche ich dich! Deine Nähe, deine zarte Haut, die so gut riecht. Noch kommt es mir vor, als spüre ich deine Hände auf meiner Haut, kann noch den Duft deines Körpers riechen. Wie schön es heute wieder mit dir war. Die kleine gemeinsame Zeit hat mir eine Tür geöffnet, die direkt zum Glück führt. Ich danke dir für deine Liebe, die du mir zeigst, die ich spüren darf. Ich küsse dich auf deine zarten Lippen, dein S."

Einen Moment schließe ich meine Augen, lasse die Worte noch auf mich einwirken. "Poetisch", komme ich ins Schwärmen. "Ihr Journalist müsste doch auch gewandt in seinem Umgang mit Worten sein", betont Hansen. Sofort ist meine Stimmung getrübt. "Müssen Sie immer auf meinem Privatleben herumtrampeln? Ich bin Ihnen gegenüber doch auch nicht bösartig, oder empfinden Sie mein Verhalten als unkollegial?"

Hansen hebt seine Arme. "Frieden! Um ehrlich zu sein, bin ich froh, dass S

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