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Von küssenden Engeln und reißenden Wölfen - Thriller von Ellenbeck, Silke (eBook)

  • Verlag: Verlag DeBehr
eBook (ePUB)
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Von küssenden Engeln und reißenden Wölfen - Thriller

Verborgen vor den Bürgern einer niedersächsischen Kleinstadt, wickelt Aidan in der ländlichen Unterwelt seine krummen Geschäfte ab. Anstatt Trachten, Spießbürgertum und Tischgebet prägen Drogen, Sex und Gewalt seinen Alltag. Die Stadt ist deutsch, die Geschäfte im Schatten jedoch sind russisch. Zusammen mit seinem Partner Pjotr kümmert Aidan sich im Namen seines Bosses um die üblichen Aufgaben: Erpressung, Hehlerei, Drogenhandel - und manchmal auch Härteres. Aidan ist zufrieden, so könnte es immer weitergehen. Eines Tages jedoch erhält er einen Auftrag, der alles ändert - und dabei soll er eigentlich nur auf ein kleines Mädchen aufpassen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 610
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957534422
    Verlag: Verlag DeBehr
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Von küssenden Engeln und reißenden Wölfen - Thriller

"Aljoscha! Willkommen!", meinte Pjotr herzlich zu mir, als er mir die Tür öffnete. "Schön, dass du wieder bist in Lande!"

Wir umarmten uns kurz, dann führte er mich in das Esszimmer, das direkt in das Wohnzimmer überging. Im Kamin loderte ein Feuer und Vova saß auf dem Ledersofa. Um ihn herum war der Raum angefüllt mit Antiquitäten, stilvollen, reich verzierten Schränken, einem Buffet und der Esstisch und die Stühle schienen aus der Zeit der Jahrhundertwende zu stammen. Es war mit feinem Porzellan eingedeckt. Durch die großen Fenster konnte man in den Garten sehen, der gepflegte englische Rasen war von Tannen umrandet.

Während Pjotr sich kaum verändert hatte, rein äußerlich, sah man Vova seine sechzig Jahre an. Sein Haar war von grauen Strähnen durchzogen, etwas schütterer mit Geheimratsecken, er war rundlicher geworden. Er erhob sich vom Sofa, breitete die Arme aus und ich ließ mich bereitwillig von ihm umarmen, auf die Wangen küssen.

"Der verlorene Sohn kehrt zurück", lächelte Vova, betrachtete mich. "Und du siehst immer noch gut aus, bist in Form. Bei mir schlägt gutes Leben an."

Er klopfte auf seinen Bauch, über dem das weiße Hemd etwas spannte, zeigte auf seine Hüften, doch ich winkte höflich ab.

"Du kannst es dir leisten."

"Ja, ich lebe gut", gestand er, wurde dann etwas nachdenklich. "Viktoria hätte mehr aufs Gewicht bei mir geschaut."

Für einen Moment legte sich eine leichte Schwere auf die Willkommensfreude. Doch Vova fing sich schnell wieder, holte aus einer Vitrine eine Flasche Wodka, drei Gläser. Dann reichte er jedem eines, goss uns und sich selbst auch etwas ein.

"Auf das Leben!", prostete er uns zu und wir leerten die Gläser mit einem Zug.

Als sie beide bemerkten, dass ich mich nicht schüttelte, immer noch trinkfest war, lachten sie. Pjotr schlug mir anerkennend auf die Schulter.

"Du hast Trinken nicht verlernt!"

Eine kleine Frau mittleren Alters in einem dunklen Kleid und einer Schürze betrat das Zimmer.

"Herr Wolkow, soll ich das Essen auftragen?", fragte sie.

"Ja, bitte."

Vova bat uns, am Esstisch Platz zu nehmen. Er ging zur Treppe, rief nach Shura, dann setzte er sich an die Stirnseite des Tisches. Das Essen wurde aufgetragen, russische Spezialitäten - Borschtsch, Blini, Kaviar und andere Delikatessen. Er stellte uns beiläufig seine Haushälterin, Frau Prokopowitsch, vor und lobte ihre gute Küche.

"Gut, dass ich nicht gefrühstückt habe ...", flüsterte ich und hielt inne, als das Mädchen in der Tür erschien.

Sie war mittlerweile zwölf Jahre alt. Schlank, groß gewachsen für ihr Alter. Sie sah ihrer Mutter sehr ähnlich, hatte deren hellrotes Haar geerbt, ihre grünen Augen und den porzellangleichen Teint mit den Sommersprossen. Ihr Haar wurde von einem Haarreif gehalten, der mit kleinen Schleifen verziert war. Es reichte ihr fast bis zur Hüfte. Ihr Aussehen war das eines Kindes, an der Schwelle zum Teenager. Ihre Augen hatten den Ausdruck einer Erwachsenen, blickten weder neugierig in die Welt, noch fasziniert von alldem, was sie noch in ihrem Leben entdecken würde. Sie strahlten nicht, sondern sahen mich so wissend an, ernst, wie die einer Frau, die schon alles gesehen hatte. Man konnte diesen Blick fast als reif betrachten. Pjotr wurde mit einem Nicken und einer kurzen Handbewegung bedacht, mir reichte sie die Hand. Ich ergriff ihre, drückte sie sanft, hörte weit entfernt, wie mich ihr Vater vorstellte, doch ich war gefangen in diesem Blick von ihr, diesen Augen, die so verschlossen dreinblickten, tief in meine Seele, doch ich konnte nicht in ihre vordringen, spürte nur den sanften Druck ihrer Hand. In jenem kurzen Moment, einigen wenigen Atemzügen stürmten vor

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