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Vorsicht: Stufen! Roman von Kruse, Tatjana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2015
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Vorsicht: Stufen!

Bitterböse und irre witzig: 'Vorsicht: Stufen!' von Tatjana Kruse jetzt als eBook bei dotbooks. Die Stadt Schwäbisch Hall bereitet sich auf die alljährlichen Freilichtspiele vor: Auf der Großen Treppe von St. Michael soll die Produktion "DIE ZEHN GEBOTE - Das Musical" aufgeführt werden. Als die Statistin Clara Pauly den Star der Inszenierung erblickt, ist es um sie geschehen. Sie weiß, das ist der Mann ihrer Träume. Dumm nur, dass er ihre Gefühle nicht erwidert. Doch so schnell wirft eine Clara Pauly die Flinte nicht ins Korn. Stattdessen räumt sie jeden aus dem Weg, der ihr in die Quere kommt ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Vorsicht: Stufen!' von Tatjana Kruse. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Tatjana Kruse, Jahrgang 1960, ist in Schwäbisch Hall aufgewachsen, wohin sie nach 25 Jahren im außerhohenlohischen Exil auch wieder zurückgekehrt ist. Sie veröffentlicht in erster Linie Kriminalromane und -geschichten und wurde u. a. mit dem Marlowe und dem Nordfälle-Preis ausgezeichnet. Die Autorin im Internet: www.tatjanakruse.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 146
    Erscheinungsdatum: 27.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958243811
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 934kBytes
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Vorsicht: Stufen!

1. Akt: Lehrjahre einer Spielwütigen

So musste sich Gott gefühlt haben, kurz nachdem er die Erde geschaffen und mit einem Aufseufzen erkannt hatte, dass doch nicht alles gut war und sich zwischen den Highlights wie Sonnenaufgängen und Wasserfällen Murks eingeschlichen hatte. Nämlich der Mensch.

Dachte Regisseur Lasker Schudrow und seufzte schwer. Keine Frage: als Hirte seiner Theaterschäfchen hatte er versagt.

Wenn alles gut ging, würde es "DIE ZEHN GEBOTE - Das Musical" werden.

Nicht Les Dix Commandements , ein Musical aus der Feder dreier Franzosen, das im Land von Froschschenkel und Gauloise recht erfolgreich war, sondern die Neufassung von Menno Jensen und Wilfried Nägele, die alles bisher Dagewesene sprengen sollte. Aber im Moment hatte es eher den Anschein, als mache die World Wrestling Foundation Station in Schwäbisch Hall.

Auf der ausladenden Treppe von St. Michael lagen der Pharao und Moses verknotet auf den Stufen. Eigentlich handelte es sich um Gernot Haussmann, Bariton, und Ron Raimundo, Tenor.

Das Fabelwesen, das oberhalb des Nabels ein junger Mann von betörender Schönheit und darunter ein borstiges Schwein war, hieß Benno Bleibtreu und war für die Kostüme des Stückes verantwortlich. Das Zerreißen eines mit viel Liebe geschneiderten Kostüms kam für ihn einem Akt der Blasphemie gleich. Monatelang hatte er mit seinem untrüglichen Gespür für die Wirkung der richtigen Kleidung nach diesem Goldbrokat gesucht, hatte mit der halsstarrigen Unbeirrbarkeit eines Berner Oberländers dem Unverstand des Regisseurs getrotzt, der meinte "Das sieht doch außer euch Profis niemand!" Dann hatte er endlich den perfekten Stoff gefunden - und nun meuchelten diese Idioten seine Kreation.

Also fluchte Bleibtreu verständlicherweise Obszönitäten auf Schwyzerdütsch und versuchte den Pharao von Moses herunterzureißen. Natürlich ohne dabei den güldenen Umhang des Pharao zu beschädigen.

Und bei dem Höllenhund handelte es sich um Bernhardiner Pawlow, ein zutiefst friedfertiges Tier, dessen Lebensziel darin bestand, möglichst viele Menschen liebevoll abzuschlecken und damit in den Genuss seines Sabbers zu bringen, der von der Natur derart konzipiert war, dass durchweg alles, aber vor allem Bernhardinerhaare, daran kleben blieb.

Schwäbisch Hall.

Wer draußen in der Welt "Schwäbisch Hall" hört, pfeift meist als Erstes den Auf-diese-Steine-können-Sie-bauen-Jingle. Aber es gibt auch eine Stadt zur Bausparkasse. Eine ganz besondere Stadt mit grandioser historischer Architektur, pulsierender moderner Kultur, abwechslungsreichen Freizeitangeboten, kulinarischen Höhepunkten. Eben die kleinste Metropole der Welt, wie sie sich selbst nennt.

Doch der Wert einer Stadt misst sich nicht an den Sehenswürdigkeiten, den Highlights. Den Wert einer Stadt erkennt man an den Gesichtern der Bewohner und ihrer Gäste. Und wenn man nach Hall kommt, sieht man auf diesen Gesichtern fast immer ein Lächeln.

Schwäbisch Hall - eine Wohlfühlstadt.

Nun ja, wer an diesem Tag, zu dieser Stunde vor der Treppe von St. Michael, diesem Hotspot der Stadt, gestanden hätte, der hätte das womöglich nicht geglaubt.

Denn dort tobte das Chaos. Aber immerhin: der Entertainmentwert war enorm ...

"Er will nur spielen", rief Mirabelle Gessner, die gar nicht das Frauchen von Bernhardiner Pawlow war, die aber immer und zu allem ihren Senf abgeben musste. Sie hatte den Riesenhund am buschigen Schwanz gepackt und wollte ihn von den rangelnden Männerkörpern wegziehen. Ein hoffnungsloses Unterfangen - der Bernhardiner wog weitaus mehr als sie. Er bemerkte nicht einmal, dass da jemand an seinem Hinterende hing.

Trotz ihrer 38 Lenze konnte Mirabelle optisch die Adoleszente noch plausibel verkörpern, darum spielte sie in "DIE ZEHN GEBOTE - Das Musical" die Enkelin des Pharao, die sich in den charismatischen Moses ver

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