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Während du stirbst Psychothriller von Cohen, Tammy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Während du stirbst

'Sehr wahrscheinlich werde ich TOT sein, bevor Sie das hier zu Ende gelesen haben.' Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk - eines grausamer als das nächste -, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt ... Tammy Cohen arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Zeitschriften und Magazine, u.a. für "Cosmopolitan" und "Woman and Home". Auch wenn sie das Schreiben fiktionaler Texte erst spät für sich entdeckte, hat sie bereits mehrere Romane veröffentlicht. Sie lebt mit ihrem Partner, ihren drei (fast) erwachsenen Kindern und einem sehr ungezogenen Hund im Norden Londons.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 16.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641163013
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Dying for Christmas
    Größe: 1304 kBytes
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Während du stirbst

1

Es kann gut sein, dass ich schon tot bin, wenn Sie das hier zu Ende gelesen haben.

Drei erwähnenswerte Dinge über mich: Ich bin neunundzwanzig Jahre alt, ich habe eine Knopfphobie. Und ich sterbe. Dabei ist es jetzt keineswegs so, dass ich noch zwei Jahre zu leben hätte und hier eine Liste von Sachen aufschreibe, die ich in der kurzen mir verbleibenden Zeit noch erleben will. Nein. Ich sterbe hier und jetzt. Sie können mir gewissermaßen dabei zugucken wie in einem Snuff-Film.

Wie ich in diese Situation geraten bin? Vielleicht war ich einfach vom Geist der Weihnacht beseelt und dementsprechend milde gestimmt. Außerdem hat er mir gesagt, ich sei schön. Dass er selbst ziemlich gut aussehend war, hat sicher auch nicht geschadet. Er sah diesem Schauspieler aus Silver Linings ähnlich, dem, der immer die durchgeknallten Typen spielt. Vielleicht hätte mich das stutzig machen sollen.

Na ja, man lernt nie aus.

In meinem Fall stimmt das natürlich nicht ganz. Es könnte für mich mit dem Lernen - und allem anderen - ganz schnell vorbei sein.

Ich saß im Café eines Kaufhauses in der Oxford Street. Ich hatte schon vier Stunden Weihnachtsshopping hinter mir. Normalerweise ging ich nicht in solche Cafés - dort herrscht klaustrophobische Enge, und immer steht ein Kinderwagen im Weg rum. Oder der größte Rollstuhl, den man jemals gesehen hat. Aber draußen kam an diesem Tag ein fieser Eisregen runter, und ich war mit all diesen Tüten beladen.

Ich fand einen freien Tisch - was für ein Glück, immerhin war Heiligabend -, stellte meinen Cappuccino ab und drapierte meine Tüten um mich herum. Für die mit dem Spielzeug für meinen Neffen war nur noch auf dem Tisch Platz. Als ich sie abstellte, muhte es daraus hervor. Ich war an dem Punkt angekommen, an dem man seine gerade gekauften Weihnachtsgeschenke betrachtet und unweigerlich zu dem Schluss kommt, dass keins das richtige ist. Die einzige Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, besteht darin, noch mehr einzukaufen.

Ich fühlte mich also schon belästigt, als er sich meinem Tisch näherte.

"Darf ich mich setzen?"

Ich zuckte ohne aufzusehen mit den Schultern.

"Es tut mir leid, aber hier drin ist es so voll. Wahrscheinlich muss man eine Niere verkaufen, um einen freien Tisch zu ergattern."

Das ließ mich hochschauen.

Als Erstes sah ich seine unheimlich blauen Augen. Sie standen ein bisschen zu eng beieinander, aber das war fast schon eine Erleichterung. Ohne diesen kleinen Makel hätte er so sehr wie ein Filmstar gewirkt, dass man ihn auf keinen Fall hätte ernst nehmen können. Eine lange, gerade Nase. Braunes, gewelltes Haar, das er sich aus dem Gesicht gestrichen hatte. Ein Grübchen in der Wange, ganz nahe bei seinem Mundwinkel. Ein Grübchen auch am Kinn, das ihm diese verwegene männliche Ausstrahlung verlieh.

Solche Männer gibt es in meinem Leben eigentlich nicht. Jedenfalls nicht in dreidimensionaler Form.

Ich starrte angestrengt auf meinen Cappuccino, als wollte er mir dringend etwas sagen, und wünschte mir, ich hätte ein Buch dabei. Dass dieser attraktive Mann mir gegenüber an dem kleinen Tisch saß, schnürte mir vor Aufregung den Brustkorb zusammen.

"Sie haben Ihre Weihnachtseinkäufe erledigt, wie ich sehe."

Ach was, Sherlock. Das sagte ich natürlich nicht. Stattdessen sagte ich: "Ja, ich hab es wieder bis zum letzten Moment aufgeschoben."

Da sagte er es. "Wissen Sie eigentlich, wie wunderschön Sie sind?"

Und wie oben bereits erwähnt, reichte das aus, um mich dahinschmelzen zu lassen. Es folgte ein peinliches Schweigen. Ich nippte an meinem Cappuccino, hatte dann aber Angst, dass es einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen würde, sollte ich tatsächlich schlucken.

"Es tut mir leid, dass ich Sie so anstarre", sagte er, und als ich kurz aufsah, bohrte sich sein Blick in meinen. "Sie erinnern mich an irgendjemanden."

Ich konzentrierte mich

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