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Was ich getan habe Thriller von George, Anna (eBook)

  • Verlag: btb
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Was ich getan habe

Davids wunderschöne Frau liegt tot in ihrem gemeinsamen Haus. Sie hatten eine obsessive Ehe, er war so hingerissen von ihrer Schönheit, ihrer Freiheit, ihrer Stärke. Eine leidenschaftliche und intensive Liebe - bis zu dieser Nacht, in der Schreckliches geschehen ist ... Wozu kann ein Mensch fähig sein? Dunkel, aufwühlend und schockierend - "Was ich getan habe" ist ein packender Thriller über das tödliche Risiko, das man eingeht, wenn man liebt. Anna George arbeitete als Anwältin, beim Film und für das Fernsehen. Sie studierte Kreatives Schreiben und hat Drehbücher geschrieben. Momentan arbeitet sie an ihrem zweiten Roman. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Melbourne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641207564
    Verlag: btb
    Originaltitel: What Came Before
    Größe: 571 kBytes
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Was ich getan habe

Kapitel 2

Elle Nolan befindet sich auf den kühlen Fliesen ihrer Waschküche. Sie ist aber auch an der Decke, wo sie sich herrlich leicht fühlt, als wäre sie ein Luftballon. Schwebend und hellwach ist sie, furchtlos. Und ruhig. Aus ihrem dunklen Haus kann sie Marinarasoße riechen und Buena Vista Social Club hören. Das ist nicht die Musik, die sie ausgesucht hätte. In der Waschküche entdeckt sie oben auf ihrem an der Wand befestigten Wäschetrockner eine Socke ihres Neffen sowie den verloren geglaubten Stringtanga aus Seide. Und zwei Meter unter sich kann sie ihren Körper sehen. Verdreht, auf der Seite liegend, unter einem grünen Handtuch. Obwohl er ihr leidtut, hat sie es nicht eilig, in ihn zurückzukommen. Erinnerungssplitter kehren zurück: ein Stoß, seine Hände, ihre Schreie.

Das ist also der Tod.

Kurz fragt sie sich, ob ihr Vater und die Großeltern erscheinen werden, mit ausgebreiteten Armen, wie säumige geisterhafte Gastgeber. Und wo ist das wirbelnde Licht oder der lockende Tunnel? Sie wartet. Nichts passiert. Dann sieht sie unangekündigt im Bruchteil einer Sekunde ihr Leben vor sich vorbeirauschen - ihre Triumphe und Niederlagen. Da ist sie als Zehnjährige in einem knallrosa Korbballrock in dem baufälligen Haus in Kew; mit einundzwanzig mit ihrem Vater in der Wohnung in Elwood; mit dreizehn als Stipendiatin am ersten Tag an der Melbourne Girls Grammar. Aus der Schule wird die Monash University, wird Freeman & Milne, wird die VCA Film School. Sundance Film Festival. Die Gesichter vergessener Freunde verschmelzen mit denen ihrer Boyfriends und ihrer Filmbesetzungen. Sie sieht Mira, ihren Bruder Jude, Doris und ihre Mutter. In der großen Hektik erkennt sie etwas Wiederkehrendes. Vor allem ein Abschnitt ihres Lebens wiederholt sich. In einer Schleife. Fast so, als müsste sie daraus etwas lernen, denkt sie.

Sie sieht sich selbst an dem Mittwoch, nachdem sie David Forrester kennengelernt hat. Um 9 Uhr morgens saß sie an ihrem Schreibtisch, fahles Sonnenlicht fiel auf das Skript in ihren Händen. Während ihr letztes Drehbuch auf der Idee basierte, dass "Mut durch glückliche Zufälle belohnt wird", vermittelt dieses, dass "Liebe selbst die störrischsten Menschen ändert". Der Fokus auf diese Veränderung passte, denn er bildete den Kern der romantischen Komödie. Was das Ausmaß der Macht der Liebe anging, war sie sich weniger sicher. Konnte sie aus einer kritischen Frau eine tolerante, aus einem durchschnittlichen Mann einen leidenschaftlichen machen - noch dazu auf Dauer? Sie überlegte noch, als das Päckchen eintraf. Darin befanden sich zwei Dinge: eine vertraute Visitenkarte und Katharine Hepburn. Jugendlich und hübsch, mit rosigen Wangen und aristokratischer Haltung schaute sie vom Cover des Buchs Ich - Geschichten meines Lebens . Geschmeichelt blätterte Elle durch die Seiten und dachte an David Forrester und Cary Grant.

Seit sie zwölf war, schwärmte sie für Cary. Befeuert wurde diese Leidenschaft durch Reihen wie Midday Movies, die alten Spielfilme um die Mittagszeit, und vor allem den Film Die Schwester der Braut . Ganz war sie dieser Schwärmerei bis heute nicht entwachsen. Im Laufe der Jahrzehnte hatte sie sich allerdings ausgeweitet: dank Ein Offizier und Gentleman auf Richard Gere und später dank Liebe, Lust und andere Laster auf George Clooney. Und inzwischen natürlich auch auf Ryan Gosling. Mit vierunddreißig fand sie immer noch, dass diese Leinwandhelden und ihre großartigen Liebesgeschichten ihre eigene Realität übertrafen. Oder zumindest war das so gewesen - bis letzten Freitagabend. Seither musste sie, zu ihrer eigenen Überraschung, oft an David Forrester denken: an seinen Witz, Enthusiasmus und sein Aussehen. Sogar sein Geruch, irgendwie angenehm nach Melone, hatte sich ihr eingeprägt. Innerhalb weniger Tage war er so überlebensgroß wie ihre Leinwandhelden geworden. Vielleicht war es ein Fehler

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