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Was im Dunkeln lauert Thriller von Hand, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Was im Dunkeln lauert

Cassandra Neary ist Fotografin und sowohl für ihr gutes Auge als auch ihre schonungslosen Bilder bekannt. Ein Kunstsammler namens Bredahl betraut sie mit einem mysteriösen Auftrag: Cass soll für ihn nach Helsinki fliegen, um dort sechs Aufnahmen auf ihre Authentizität hin zu überprüfen. Doch was sie sieht, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren: Die Fotos zeigen atemberaubend schöne, dunkle Eislandschaften - und darin Menschen, die auf brutale Weise ermordet wurden. In welche gefährliche Geschichte wird Cass hineingezogen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 271
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732523276
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Cassandra Neary 2
    Originaltitel: Available Dark
    Größe: 756 kBytes
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Was im Dunkeln lauert

1

Wie üblich hatte es mehr Ärger gegeben als erwartet. Im November war ich in den Norden gefahren, auf eine Insel vor der Küste von Maine. Ich hatte gehofft, ich könnte dort ein Interview machen, mit dem sich das mehr als dreißig Jahre alte Wrack meiner Fotografenkarriere wieder flottmachen ließe. Stattdessen wurde ich in eine ziemlich üble Sache reingezogen. Das Ende vom Lied war, dass ich restlos pleite und mit noch weniger Aussichten als zuvor von dort wieder wegfuhr. Aber ich wurde auf gewohnte Weise damit fertig: Ich kaufte mir eine Flasche Jack Daniel's, drehte die Stereoanlage auf und ließ mich volllaufen.

Als ich wieder zu mir kam, war es dunkel. Graupel schlug gegen die schmutzige Fensterscheibe. In einer Ecke der Wohnung, neben einem Stapel alter LPs, blinkte ein rotes Licht: Ich hatte mein Telefon ausgeschaltet, aber den Anrufbeantworter vergessen. Ich torkelte hinüber und wusste nicht, ob es Nacht war oder Abend, gestern oder morgen.

"Cass. Was, um Himmels willen, hast du getan?"

Ich rieb mir die Augen. Mein Schädel dröhnte.

"... weiß zwar nicht, wie du an das Foto von meiner Mutter rangekommen bist, aber es ist besser, du rufst mich so schnell wie möglich an! Sheriff Stone will dich sprechen, außerdem dieser Wheedler vom ..."

Ich drückte auf die Löschtaste. Der nächste Anrufer.

"Dies ist eine Nachricht für Cassandra Neary von Jonathan Wheedler von der Maine State ..."

Auch die Nachricht löschte ich und sicherheitshalber alle anderen mit, ohne sie mir anzuhören. Dann ging ich unter die Dusche und wartete zehn Minuten, bis sich endlich der Wasserdruck aufgebaut hatte und ein kochend heißes Rinnsal aus der Leitung kam. So ist das nun mal, wenn man dreißig Jahre in einer Wohnung der Lower East Side lebt, wo die Miete noch nie erhöht worden ist. Ich zog mich an - einen löchrigen schwarzen Pullover, eine alte schwarze Jeans, meine Tony Lamas und die zerschlissene Lederjacke, die ich vor ewigen Zeiten bei Goodwill gekauft hatte - und ging nach draußen, um mir einen Kaffee zu besorgen.

Es war Nacht. Die Straßenlampen streuten ein diffuses gelbes Licht. Der Finanzcrash traf das Viertel, in dem ich wohnte, schwer - doch ich hatte kein Mitleid mit den arbeitslosen Hedgefonds-Arschlöchern und den Modepuppen, die nachmittags vor dem Dries-Van-Noten-Laden in ihr iPhone jammerten. Vor dem Crash war dieser Stadtteil noch eine Mischung aus hippen Bars und Bühnen und großen Shoppingmalls gewesen. Anstatt über Junkies hinwegzusteigen, musste ich rattengroßen Hunden in Designer-Pullovern und Windeln ausweichen. Jetzt fragte ich mich, wann es wohl so weit war, dass Jack-Russell-Terrier auf den Speisekarten dieser Bars auftauchten.

Aber einen Umzug konnte ich mir nicht leisten. Ich wohnte hier seit den Siebzigern, und der Vermieter versuchte schon lange, mich loszuwerden. Während der Wochen, die ich weg gewesen war, hatten sich die Räumungsbescheide in meinem Briefkasten gestapelt. Darum rief ich meinen Vater in Kamensic an.

"Sprich mit Ken Wilburn", sagte er. "Der wird sich darum kümmern. Bist du aus Maine zurück, Cass? Hast du noch Ärger wegen dieser Sache? Komm doch nach Hause, und lass uns mal abends zusammen essen gehen."

Ich sagte, ich würde es mir überlegen, und legte auf.

Im Weiterhasten zog ich den Kopf vor dem Schneeregen ein und wünschte mir, ich hätte eine wärmere Jacke. Ich ging an einer Warteschlange aus Magersüchtigen vorbei. Sie standen vor einem Restaurant an, das sich auf Trostfutter für Großstädter spezialisiert hatte: Brei aus alten Kartoffelsorten, Trüffelmakkaroni und handgemachter Käse. Eine der Bohnenstangen lachte, gerade als ich an ihr vorbeiging. Ich blieb stehen und drehte mich auf dem Absatz um, sodass die Stahlkappen meiner Stiefel ihre Bally Renovas streiften.

"Hast du was gesagt?"

Skeletor warf mir einen Blick zu und wurde blass.

"Dachte ich mir", s

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