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Was sie nicht wusste von French, Nicci (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2019
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)

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Was sie nicht wusste

Nach der Frieda-Klein-Serie nun endlich der neue Thriller von Bestsellerduo Nicci French!
Als Neve Conolly in der Wohnung ihres Geliebten eintrifft, findet sie ihn mit einem Hammer erschlagen. Neve steht unter Schock, denn sie ist verheiratet und der Tote war ihr Chef. Aus Angst, dass ihre Affäre auffliegt, beseitigt sie all ihre Spuren. Was sie erst später bemerkt: Ihr Armband blieb zurück. Panisch fährt sie nachts noch einmal in die Wohnung ? Schmuckstück und Hammer sind verschwunden. Es weiß also jemand von ihrem Geheimnis ? ist es der Mörder? Neve beschließt, den Täter selbst zu stellen. Doch damit begibt sie sich und andere in tödliche Gefahr ...
Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste!
Platz 3 der KrimiBestenliste im Februar 2020!

Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern international für Furore. Sie leben im Süden Englands.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 16.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641241162
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: The Lying Room
    Größe: 1489 kBytes
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Was sie nicht wusste

2

DIE GEBURTSTAGSFEIER

Während Neve den letzten Teller in den Geschirrspüler räumte, der schon derart voll war, dass er wahrscheinlich gar nicht mehr richtig spülen würde, hielt sie kurz inne und wusste plötzlich - nur einen Moment - nicht mehr, wo sie sich befand. Sie hatte nach dem Aufstehen geduscht, sich angezogen, ein paar Worte mit Fletcher gewechselt, den Ablauf des Frühstücks überwacht, die Pausenbrote für die Jungen fertig gemacht und die beiden schließlich zur Tür begleitet. Irgendwie war das alles in einer Art Trance geschehen, während ihre Gedanken mit anderen Dingen beschäftigt waren.

Blinzelnd blickte sie sich um. Fletcher saß mit seinem Kaffee am Tisch und las in einer Zeitschrift. Mabel hatte sich noch nicht blicken lassen.

Neve musste die ganze Zeit an den Armreif denken. Wenn sie die Augen schloss, sah sie ihn vor sich, und wenn sie sie wieder öffnete, sah sie ihn immer noch. Sie spürte seine Abwesenheit an ihrem Handgelenk. Egal, ob sie unter der Dusche stand, Butterbrote schmierte oder die Jungs nach ihrem Tagesprogramm fragte, sie sah ihn vor ihrem geistigen Auge neben dem Spülbecken liegen. Fletcher sagte etwas über einen Artikel, den er gerade las, doch er hätte genauso gut in einer ihr unbekannten Fremdsprache reden können.

Sie musste hier raus, ertrug es keine Sekunde länger.

"Ich muss gleich los, zur Arbeit", erklärte sie. "Ich fange heute früher an."

Fletcher schaute zu ihr hoch. "Du denkst an die Party?"

Party? Das hatte sie vollkommen vergessen. Jetzt fiel es ihr wieder ein: Renata hatte gestern angerufen, aber sie hatte sie nicht zurückgerufen. Die Geburtstagsfeier. Mist.

"Ja, klar."

"Haben wir was für sie?", fragte Fletcher.

"Könntest du das übernehmen? Eine Kleinigkeit für sie besorgen, vielleicht ein Buch? Falls du heute nichts anderes vorhast."

"Du bist in solchen Sachen viel besser als ich."

"Ich habe heute ziemlich viel zu tun."

"Sie ist doch eigentlich mehr deine Freundin. Du weißt, was sie mag."

An jedem anderen Tag hätte das der Beginn eines Streits sein können. An diesem Tag nicht.

"Ich versuche etwas aufzutreiben", sagte sie.

"Wenn du es nicht schaffst, dann melde dich."

"Mach ich."

Fletcher hatte recht. Geschenke aussuchen war wirklich nicht seine Stärke. Er besaß die seltsame Begabung, immer etwas zu finden, das die zu beschenkende Person entweder schon besaß oder beim besten Willen nicht brauchen konnte. Dazwischen gab es nichts.

Sie machte sich draußen in der Diele bereit zum Aufbruch, griff nach ihrem Rucksack und suchte in seinen Tiefen nach ihrer Geldbörse. Ihre Finger stießen auf den üblichen Kleinkram, bis sie plötzlich, ganz weit unten in einem der vielen, völlig unnötigen seitlichen Innenfächer, etwas Ungewohntes streiften. War das möglich? Sie zog es heraus. Auf ihrer Handfläche lag der Schlüssel zu Sauls Wohnung.

Während sie ein paarmal tief durchatmete, übermannten sie mehrere Gefühle gleichzeitig. Zum einen empfand sie ein so tiefes Gefühl von Dankbarkeit wie in ihrem ganzen Leben noch nie. Sie dankte allen erdenklichen Mächten: dem Schicksal, dem Universum und auch Gott, obwohl ihr sogar in dem Moment schon klar war, dass es sich um eine seltsame Art von Gottheit handeln musste, wenn sie sich um Leute kümmerte, die einen Tatort manipulierten, an dem ein Mord geschehen war.

Gleichzeitig überkam sie ein Gefühl von Beunruhigung. Sie musste an jene Tage denken, wenn sie auf ihrem Fahrrad saß und anfing, Fehler zu machen; wenn sie beispielsweise nicht mitbekam, dass der Wagen vor ihr im Begriff war, links abzubiegen, oder wenn sie in ein Schlagloch krachte, weil sie den Blick nicht auf die Straße gerichtet hatte. An solchen Tagen wusste sie immer, dass irgendetwas nicht stimmte. Es handelte sich meistens um nichts Weltbewegendes, vielleicht war sie nur zu spät ins Bett gegangen od

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