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Wassertöchter Thriller von Hansen, Ule (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wassertöchter

Es sind gute Zeiten für die hochbegabte Fallanalystin Emma Carow. Sie ist glücklich. Frisch verliebt. Die Dämonen der Vergangenheit ruhen. Emma kann einschlafen, ohne an ihre brutale Vergewaltigung vor vielen Jahren zu denken. Auch mit den Kollegen kommt sie besser klar. Dann findet eine Vergewaltigung statt. Das Opfer hat Schnittwunden, die an ein Ritual erinnern, eingeritzt mit einem sehr scharfen Messer. Genau wie bei Emma damals. Kann es sein, dass ihr Vergewaltiger wieder aktiv ist? Die Indizien sprechen dagegen. Doch als kurz darauf eine grauenhaft zugerichtete Wasserleiche auftaucht, ist Emma sicher: Auch dieses Opfer trägt seine Handschrift. Niemand glaubt ihr. Die Dämonen kehren zurück. Und Emma beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Ule Hansen ist das Pseudonym eines Berliner Autorenduos. Astrid Ule ist zudem Lektorin und Dozentin für Kreatives Schreiben, Eric T. Hansen freier Journalist und Lesebühnengastgeber. Gemeinsam haben sie bereits mehrere Dreh- und Sachbücher verfasst. Sie teilen eine Leidenschaft für nächtliche Gespräche bei gutem Whisky, exzentrische Halloweenpartys und ziellose Streifzüge durch die vergessenen Ecken der Stadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 13.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201159
    Verlag: Heyne
    Serie: Die Carow-Reihe 3
    Größe: 1347 kBytes
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Wassertöchter

2

"Du schaust nicht mehr in die Datenbanken, oder? Privat, meine ich?"

Das waren die ersten Worte, die Felix an sie richtete, als Emma die Puppenkiste betrat. Verspätet.

Puppenkiste, Eierköpfe, Profiler , die "echten" Ermittler hatten viele dämliche Spitznamen für die Operative Fallanalyse. Ganz hinten, ganz oben lag die OFA , die keiner so nannte, unterm Dach des LKA Berlin, Keithstraße, ein Bau, wuchtig wie eine Festung, nicht umsonst die Burg genannt. Die OFA war die modernste Abteilung im ganzen Haus, na ja, war nicht schwer, war ja auch die jüngste. Weit, hell, schlicht, mit vielen Fenstern, drei Schreibtischen und Whiteboards, einem großen Konferenztisch am Erker und der besten Kaffeemaschine der Etage. Sigmar grüßte stumm hinter Glas aus seinem Chefbüro, wie immer im schwarzen Rolli, Matze, der Jüngste der Truppe, die Haare seit Neuestem grau gefärbt, nickte ihr vom Computer her zu.

Emma stellte ihre Tasche auf den Tisch. "Weshalb fragst du?"

"Lutz war hier." Wie er da stand, der kleine Macho mit seiner Sherifftasse, die angeblich ironisch gemeint war. Haha. Diese Selbstsicherheit stank ihr manchmal schon ein wenig. Hätte es ein nettes "Guten Morgen" nicht auch getan? Andererseits, diese Lippen. Die machten vieles wett.

"Er hat noch mal betont, dass die Datenbanken nicht für persönliche Recherchen da sind", fuhr Felix fort. "Wegen Datenschutzbestimmungen. Jeder Missbrauch wird ab jetzt geahndet. EU und so."

"Ist was passiert?"

"Warum sonst würde er uns an was erinnern, was wir längst wissen?"

"Sicher hat wieder irgendwer in der Zwölf den neuen Freund seiner Exfrau nachgeschaut", sagte Emma. Die LKA 12, das war die Abteilung Vermisste Personen. Doch sie wusste, worauf er hinauswollte.

"Ich soll's dir ausrichten, du warst noch nicht da. Keine Ahnung, was du morgens immer so lange treibst."

Emma grinste, fuhr den Computer hoch und holte Kaffee. Als sie zurückkam, saß er auf ihrem Stuhl. "Du hast meine Frage nicht beantwortet."

"Du glaubst, jemand hat den Namen Uwe Marquardt in die Datenbanken eingegeben, obwohl es keinen Fall gibt und er nicht unter Verdacht steht. Und Lutz denkt, ich war das?"

Felix zuckte mit den Schultern.

"Also, ich war's nicht. Und dein Platz ist da drüben."

"Wollte nur mal höflich fragen", sagte er, zog die Augenbrauen hoch und schlenderte zu seinem Tisch. "Nicht, dass du wieder dem Datenmissbrauch verfällst."

"Wir sind hier nicht bei den Anonymen Alkoholikern!", rief sie ihm nach. Er zeigte ihr nur den Stinkefinger, ohne sich umzudrehen. Arschloch.

Emma saß an ihrem Schreibtisch, sah dem Staub in der Vorfrühlingsluft beim Sinken durch die Sonnenstrahlen zu, sollte an irgendwelchen Cold Cases arbeiten, wollte nicht. Sie musterte Felix. Genauer, seinen Rücken. Sexy Arschloch bei der Arbeit, versunken in irgendwelchen Akten.

War sie verliebt?

Nein, das nicht.

Aber glücklich ... das war ein Wort, mit dem Emma Carow sich arrangieren könnte. Unter Umständen. Sie öffnete ihre Tasche und riskierte einen Blick hinein. In deren Tiefen ruhte der Teneriffa-Flyer wie ein kleines Juwel.

Matze am Nebentisch strich sich durchs Haar, das in alle Richtungen abstand. Wahrscheinlich mal wieder ohne Fahrradhelm gefahren. Der Einzige heute, der anscheinend wirklich arbeitete. Sie schlenderte zu ihm, schaute ihm über die Schulter. "Was für ein Fall ist das?"

"Zwei. 2009 und 2010. Dieselbe Abfolge: Entführung, Missbrauch, Kindesmord. Ich sortiere die grad ins System. Wir wissen genau, wie der Typ vorging. Aber nicht, wer es war." Er klickte sich durch die Akte und erzählte weiter, aber Emma hörte nicht mehr zu. Sie starrte auf den Bildschirm. Das kleine blonde Mädchen, das da so fröhlich grinste, hätte Emily sein können. Ihre Nichte. Emma wartete seine Antwort nicht a

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