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Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz Roman von Garnschröder, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2016
  • Verlag: Midnight
eBook (ePUB)
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Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz

Christiane ist froh von Zuhause weg zu sein. Endlich Unabhängigkeit und eine eigene Wohnung. Und dann trifft sie die Liebe ihres Lebens. Oder? Nichts ist so perfekt, wie es scheint. Im Wald wird aufgebahrt eine Frauenleiche entdeckt, die Christiane erschreckend ähnlich sieht. Und ihr Verlobter Rudolph benimmt sich plötzlich sehr eigenartig. Die Polizei ermittelt, und Christiane ahnt, dass irgendetwas nicht stimmt ... Von Gisela Garnschröder sind bei Midnight erschienen: In der Reihe Ein-Steif-und-Kantig-Krimi: Steif und Kantig Landluft und Leichenduft Kühe, Konten und Komplotte Hengste, Henker, Herbstlaub Felder, Feuer, Frühlingsluft Schnäpse, Schüsse, Scherereien Außerdem: Winterdiebe Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz Gisela Garnschröder ist 1949 in Herzebrock/Ostwestfalen geboren und aufgewachsen auf einem westfälischen Bauernhof. Sie erlangte die Hochschulreife und studierte Betriebswirtschaft. Nach dem Vordiplom entschied sie sich für eine Tätigkeit in einer Justizvollzugsanstalt. Immer war das Schreiben ihre Lieblingsbeschäftigung. Die berufliche Tätigkeit in der Justizvollzugsanstalt brachte den Anstoß zum Kriminalroman. Gisela Garnschröder wohnt in Ostwestfalen, ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder. Sie ist Mitglied bei der Krimivereinigung Mörderische Schwestern, beim Syndikat und bei DeLiA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 13.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958190566
    Verlag: Midnight
    Größe: 5792 kBytes
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Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz

I

Der Tag war wundervoll. Es schneite ununterbrochen. Fasziniert stand ich am Fenster meiner kleinen Wohnung und starrte auf den Rasen vor meinem Haus. Überall um mich herum standen Kisten und Kästen, aufgerollte Teppiche und diverser anderer Kram lag auf dem Boden.

Mich erschütterte das nicht. Schnee war genau das, wonach ich mich sehnte. Schnee, viel Schnee! Ich bin ein Naturmensch. Ich liebe das Extreme. Kälte, nicht die hier im Münsterland übliche nasse Kälte, sondern richtiger Frost, das ist mein Lebenselixier. Na ja, eines davon zumindest. Sobald das Thermometer im Winter unter null Grad sinkt, werde ich munter. Wenn dann noch Schnee dazukommt, reichlich Schnee, fühle ich mich wie ausgetauscht. Sooft es meine Zeit zulässt, halte ich mich im Freien auf. Wenn der Frost mir die Nase rötet und mir in die Ohren kneift, laufe ich mit dem Wind um die Wette, mache lange Märsche durch Feld und Flur und vergesse alles um mich herum.

Nur jetzt gerade war es ein wenig unpassend, aus diesem Chaos heraus in warme Sachen zu schlüpfen und draußen Schneeflocken zu fangen.

Ich zog nämlich um, das heißt, ich war zu Hause ausgezogen. Endlich!

Es war der zweite November, so früh hatte es hier nie geschneit. Und es war so viel zu tun! Schließlich hatte ich nur eine Woche Urlaub. Und wenn Mutter morgen käme und sähe, dass ich noch nichts geschafft hatte! Diese Blöße wollte ich mir nicht geben.

Aber trotzdem, ein Stündchen Schnee konnte nicht schaden. Nachher ginge es mit dem Einräumen umso besser.

Gedacht, getan.

Kaum war ich draußen, wirbelten mir die Flocken ins Gesicht. Herrlich!

Das Haus, in dem meine Eigentumswohnung lag, selbst bezahlt und ausgesucht, kleiner Kredit inbegriffen, sah aus wie gepudert.

Die Wohnung war unter dem Dach. Das Haus bestand aus zwei Wohnungen, einer im Erdgeschoss und einer im Dachgeschoss mit einem geräumigen Balkon.

In dem kleinen Ort, in dem ich wohnte, war solcher Luxus gerade bezahlbar. Da ich bei einer Bankfiliale arbeitete, griff ich gleich zu, als die Wohnung angeboten wurde.

Meine Mutter war entsetzt, dass ich als alleinstehende, junge unverheiratete Frau zu Hause ausziehen wollte. Aber ich setzte mich durch, allem Gerede der Dörfler zum Trotz, denn der Dorfklatsch hatte mich immer schon kaltgelassen. Ja, es gab Momente, da liebte ich diese wunderbare Einrichtung. Es war doch herrlich, wenn man den alten Damen, die in gesetztem Ernst moralische Bedenken gegen den Lebenswandel der jungen Generation erhoben, mit bauchfreiem Top und superkurzem Minirock die Wichtigkeit ihrer Empörung vor Augen führte. Ich hatte schließlich die Figur dafür! Obwohl ich bereits neunundzwanzig war, gab es an meiner Figur nichts auszusetzen. Und das war erst recht das Dilemma. Ich wurde nämlich im nächsten Jahr dreißig. Im Juli 2002! Meine Mutter glaubte allen Ernstes, ich wäre noch nie mit einem Mann zusammen gewesen.

Wenn die wüsste!

Ich würde ihr nichts sagen, es war ohnehin alles schlimm genug für Mutter. Ihre einzige Tochter noch unverheiratet, und das in dem Alter. Lange hatte sie gehofft und mir alle Junggesellen der Umgebung in leuchtenden Farben geschildert. Nichts hatte gefruchtet. Und an den Männern hatte es auch nicht gelegen. Nein, die hatten sich alle Mühe gegeben, nachdem meine Mutter überall hatte verlauten lassen, welch gute Partie ich war. Damit meinte sie wahrscheinlich die mir zustehende Abfindung des Hofes, mit der ich nun zum Teil meine neue Wohnung finanziert hatte. Mutter hatte wirklich alles unternommen, um mich unter die Haube zu bringen. Alles zwecklos.

Und natürlich hatte ich mir die Wohnung gekauft, um Mutters schützender Hand zu entkommen. Stimmte zwar nicht, aber Mutter dachte so.

Was sollte es? Ich hatte endlich mein eigenes Reich. Und wenn ich einen Mann wollte, suchte ich ihn mir selbst.

Ich stapfte begeistert durch den Schnee. Erst nach einer ganzen Stunde, es wa

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