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Weinende Wasser Inspector Beeslaars erster Fall. Kriminalroman von Brynard, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Weinende Wasser

'Den großen Mann aus der großen Stadt' - so nennen seine neuen Kollegen Albertus Beeslaar. Der zwei Meter große Inspector hat sich erst vor Kurzem in den Norden Südafrikas versetzen lassen, in die staubtrockene Provinz Nordkap. Nach über zwanzig Jahren bei der Mordkommission in Johannesburg wünscht Beeslaar sich nichts mehr als einen ruhigen Posten auf dem Land. Doch ein furchtbares Verbrechen bringt ihn auch hier um den Schlaf: Auf einer Farm werden eine junge Frau und ihr Kind ermordet, ihre Leichen zudem seltsam drapiert. Beim Anblick des grausigen Tatorts ahnt der Inspector, dass dieser Fall ihn bis an seine Grenzen treiben wird. 'Brillant!' Deon Meyer, Bestsellerautor 'Den großen Mann aus der großen Stadt' - so nennen seine neuen Kollegen Albertus Beeslaar. Der zwei Meter große Inspector hat sich erst vor Kurzem in den Norden Südafrikas versetzen lassen, in die staubtrockene Provinz Nordkap. Nach über zwanzig Jahren bei der Mordkommission in Johannesburg wünscht Beeslaar sich nichts mehr als einen ruhigen Posten auf dem Land. Doch ein furchtbares Verbrechen bringt ihn auch hier um den Schlaf: Auf einer Farm werden eine junge Frau und ihr Kind ermordet, ihre Leichen zudem seltsam drapiert. Beim Anblick des grausigen Tatorts ahnt der Inspector, dass dieser Fall ihn bis an seine Grenzen treiben wird. 'Brillant!' Deon Meyer, Bestsellerautor Seit Jahren arbeitet die Südafrikanerin Karin Brynard als Journalistin für die renommiertesten Zeitungen ihres Landes. 2009 erschien ihr Debütroman Weinende Wasser, der mit gleich zwei Literaturpreisen ausgezeichnet wurde und die Bestsellerlisten eroberte. Auch ihr zweiter Kriminalroman um Inspector Albertus Beeslaar erhielt mehrere Preise und wurde von der Presse euphorisch gefeiert. Die Autorin lebt in der Nähe von Kapstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 10.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732522903
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Albertus Beeslaar Bd.1
    Originaltitel: Weeping Waters
    Größe: 764 kBytes
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Weinende Wasser

1

Der Anruf kam kurz nach zwei.

Er saß an seinem Schreibtisch in der Station und verzehrte zum Mittagessen Vetkoek mit Hackfleischfüllung. Wie üblich spülte er die frittierten Teigbällchen mit starkem schwarzem Kaffee herunter. Drei Stücke Zucker pro Tasse.

Er hatte fast zu Ende gegessen, als das Telefon klingelte.

Einer der wachhabenden Constables kam zu ihm ins Büro. "Es hat einen Mord gegeben. Zwei Tote auf einer Farm. Frau und Kind. Weiß. Huilwater-Farm an der Straße nach Upington, ungefähr vierzig Kilometer." Er schwieg kurz. "Der Anrufer ist noch dran. Möchten Sie ihn sprechen, Inspector?"

Inspector Albertus Markus Beeslaar schob sein Vetkoek beiseite.

Eine Männerstimme, zittrig und heiser. "Zu spät", wiederholte der Mann immer wieder, "ein Verrückter ... ein Teufel ..."

Die Stimme verstummte für einen Moment.

"Wie Tiere. Beide einfach abgeschlachtet. Blut. Auf allem. Überall."

Der Mann sagte, er stehe darin. Dann fing er an zu schluchzen und stammelte, es sei zu spät.

Es bedurfte einigen Zuredens, bis Beeslaar einen Namen von ihm erfuhr. "Boet Pretorius", hörte er schließlich. "Von der Nachbarfarm."

Das Kind war gerade vier Jahre alt geworden. "Vier, nur vier", sagte Pretorius immer wieder.

"Wo ist der Ehemann der Frau?" Beeslaar musste die Frage mehrmals stellen.

"Es gibt keinen Scheißehemann", bekam er endlich zur Antwort. Einen Vormann, ja, den gebe es, aber der sei nirgendwo aufzufinden.

Von wo genau er anrufe, wollte Beeslaar wissen.

Eine lange Stille folgte, als müsste der Mann darüber nachdenken.

Als Beeslaar es hörte, herrschte er ihn an: "Gütiger Himmel, Mann! Machen Sie, dass Sie aus dem Haus kommen. Sofort! Ich bin unterwegs."

Einen Augenblick lang rührte Beeslaar sich nicht. So viel zu einem friedlichen Leben auf dem Land, zu seinem Traum von einem ruhigen Posten in einer Kleinstadt. Er warf den Vetkoek-Rest in den Mülleimer und befahl dem wachhabenden Constable, Verstärkung nach Huilwater zu schicken. Dann sammelte er seine beiden Kollegen ein und besorgte sich ein Auto. Den Citi Golf. Von zwei Fahrzeugen das einzige verfügbare. Keine Klimaanlage, hundertachtzigtausend Kilometer auf dem Tacho.

Sie quetschten sich hinein, für vierzig Kilometer Fahrt auf einer unbefestigten Straße.

Sergeant Pyl musste nach hinten, Sergeant Ghaap durfte auf den Beifahrersitz. Beeslaar klemmte seinen Zweimeterleib hinter das Lenkrad. Er fluchte leise vor sich hin, wie jedes Mal, wenn er mit dem winzigen Wagen fahren musste: das Lenkrad zu dicht an den Knien, der Sitz zu schmal, keine Beinfreiheit, den Kopf beinahe am Dach - er fühlte sich eingekeilt. Die Fahrt an diesem Nachmittag bildete keine Ausnahme. Beeslaar hatte schon schlechte Laune, als sie die Landstraße erreichten.

Mehr als das enge Auto ärgerte ihn allerdings, dass er sich auf seinem neuen Posten noch immer nicht richtig zurechtfand: ein echter Stadtjunge ohne jeden Bezug zur Welt der Farmer und des Viehs, der Feldwege und des Sandes, der Schlangen und der sengenden Hitze ohne Klimaanlage. Kaum war er hier eingetroffen, in der Annahme, er trete einen ruhigen Job im friedlichen Hinterland an, hatte es keinen Tag gedauert, und die Kacke war am Dampfen.

Ausgerechnet mitten in einer Welle von Viehdiebstählen nie gekannten Ausmaßes hatte man ihn hierhergeschickt. Und entweder war ihm alles abhandengekommen, was einen guten Ermittler ausmachte, oder er hatte es mit einer besonders gerissenen Bande zu tun: Er fand nicht die geringste Spur von diesen Kerlen, ganz gleich, wie sehr er sich anstrengte.

Die Farmer wussten sich nicht mehr zu helfen. Und sie waren wütend, denn sie trugen den Schaden. Jeder wollte Ergebnisse, Verhaftungen - während Beeslaar kaum noch seinen Hintern von seinem Ellbogen unterscheiden konnte, ge

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