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Wellenbrecher Roman von Walters, Minette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Wellenbrecher

Eine tote Frau am Strand und ein rätselhaftes stummes Kind

An einem einsamen Strand an der Südküste Englands spülen die Wellen die Leiche von Kate Sumner an Land. Stunden später wird ihre kleine Tochter Hannah aufgefunden: Das Kind irrt verlassen und verstört durch die Straßen des Seebades Poole. Bald schon wird klar, dass der Tod der attraktiven Frau kein Unfall gewesen sein kann. Mit der Zeit gerät auch Kates Ehemann ins Visier der Polizei: War er in der Nacht ihres Todes tatsächlich in Liverpool, wie er behauptet? Und warum gerät seine Tochter in Panik, sobald er sich ihr nur nähert?

Minette Walters arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit ihrem Debüt 'Im Eishaus', das 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde, zählt sie zu den Lieblingsautoren von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre bisher erschienenen Romane wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Minette Walters lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Dorset, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641186357
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1089kBytes
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Wellenbrecher

2

Das klare Wasser des Chapman's Pool rollte Welle um Welle aufs Land zu und brach sich in den zischenden Schaumperlen am Kiesstrand. Mittlerweile ankerten dort drei Boote: zwei, die die rote Flagge führten - die Lady Rose und die Gregory's Girl ; das dritte, die Mirage , eine französische Beneteau, zeigte die Trikolore. Nur auf der Gregory's Girl , wo ein Mann und eine Frau sich abmühten, ein Beiboot frei zu machen, dessen Taljendrähte sich in der Sperrvorrichtung der Cavits verklemmt hatten, rührte sich etwas. Auf der Lady Rose lag ein dürftig bekleidetes Paar mit ölglänzenden Körpern und geschlossenen Augen auf der Laufbrücke, und auf der Mirage hielt ein junges Mädchen eine Videokamera ans Auge gedrückt und schwenkte auf der Suche nach einem lohnenden Objekt den steilen grasbewachsenen Hang des West Hill hinauf.

Niemand bemerkte die zwei Brüder, die in diesem Moment die Bucht entlangrannten. Die kleine Französin entdeckte allerdings den einsamen Wanderer, der auf seinem Weg den Hang hinunter den beiden Jungen entgegenkam. Durch den Sucher ihrer Kamera nahm sie nur den gutaussehenden jungen Mann wahr, den sie im Visier hatte, und sie wurde ganz aufgeregt bei der Aussicht auf ein neuerliches zufälliges Zusammentreffen mit dem schönen Engländer. Sie hatte ihn zwei Tage zuvor an der Berthon-Marina in Lymington kennengelernt, als er ihr mit einem hinreißenden Lächeln den Computercode für die Toiletten verraten hatte, und konnte jetzt ihr Glück kaum fassen: Er war hier - heute - in dieser öden Gegend, die ihre Eltern als ein Juwel Englands bezeichneten.

In ihrer Verliebtheit und überhitzten Phantasie sah sie in dem jungen Mann mit dem ärmellosen T-Shirt und den knackig-engen Shorts eine langhaarige Version Jean Claude Van Dammes - braungebrannt, muskulös, das glatte dunkle Haar aus dem Gesicht gestrichen, lachende braune Augen, Dreitagebart. In ihren romantisch gefärbten, üppig ausgeschmückten und unglaublich naiven Tagträumen stellte sie sich vor, wie sie schmachtend in seinen Armen lag und sein Herz eroberte. In der Intimität der Vergrößerung durch das Kameraauge sah sie dem Spiel seiner Muskeln zu, als er seinen Rucksack zu Boden gleiten ließ, bis sich das Bild unvermittelt mit den wilden Gesten der Brüder Spender füllte. Mit einem hörbaren Seufzer schaltete sie die Kamera aus und beobachtete ungläubig die herumhüpfenden Kinder, die einen Freudentanz aufzuführen schienen.

Er war doch bestimmt viel zu jung, um schon Vater zu sein.

Aber bei den Engländern konnte man ja nie wissen ...

Hinter dem Mischlingshund, der in Verfolgung irgendeiner Fährte in zielstrebigem Zickzack vorausrannte, die Nase immer am Boden, suchte sich das Pferd umsichtig seinen Weg den Trampelpfad hinunter, der von Hill Bottom zum Chapman's Pool führte. Reste von Asphalt zeigten, dass der Pfad früher einmal eine Straße gewesen war, und die verwitterten Spuren einiger Grundmauern inmitten des verwilderten Grüns erzählten von lang verlassenen, eingestürzten Häusern. Maggie Jenner hatte fast ihr ganzes Leben in dieser Gegend verbracht, aber sie wusste bis heute nicht, warum die wenigen Bewohner dieses Zipfels der Insel Purbeck fortgezogen waren und ihre Häuser dem Ruin überlassen hatten. Jemand hatte ihr einmal erklärt, chapman sei ein altes Wort für Händler oder Hausierer, aber sie konnte sich nicht vorstellen, womit man an diesem einsamen Ort hätte handeln sollen. Vielleicht war es einfach so, dass ein Hausierer in der Bucht ertrunken war. Jedes Mal, wenn sie diesen Weg einschlug, nahm sie sich vor nachzufragen, aber bis sie zu Hause war, hatte sie es immer schon wieder vergessen.

Die von Menschen angelegten Gärten, die einmal hier geblüht hatten, hatten ein bleibendes Erbe hinterlassen. Rosen, Malven und Hortensien gediehen mitten in Gras und Unkraut, und sie stellte sich vor, wie schön es wäre, in dieser fa

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