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Wenn die Eifel brennt Kriminalroman von Clasen, Carola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Wenn die Eifel brennt

Die Eifel-Kommissarin und ein heißer Verdacht Als mitten in der Nacht der Feuerwachturm von Wolfgarten in Brand gerät, nimmt nicht weit davon entfernt Ulrich Reinarz gerade heimlich eine Lieferung hochwertiger Elektroartikel in Empfang. Im zuckenden Blaulicht und im Schein der Flammen glaubt er einen Schatten in seine Scheune huschen zu sehen. Sicher nur ein Tier, aufgeschreckt durch die Sirenen, denkt er. Einen Tag später erscheint ein Fremder auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester. Reinarz verjagt den Mann, der behauptet, sie halte sich auf seinem Hof versteckt, doch wenig später entdeckt er tatsächlich ein Mädchen. Verängstigt, verwildert, ohne Sprache. Auch Hauptkommissarin a. D. Sonja Senger ist in ihrem Forsthaus am Ende der Stromleitung von den lodernden Flammen am nächtlichen Himmel aufgeschreckt worden. Als wenig später am Brandort eine Leiche gefunden wird, ist Frieda Stein, ihre Nachfolgerin bei der Mordkommission Euskirchen, nur mit halbem Herzen bei der Sache, weil ihr Vater im Sterben liegt. Also mischt sich Sonja in die Ermittlungen ein. Mehr als den Ex-Kollegen lieb ist und mehr als dem Mörder lieb sein kann ... Carola Clasen, geb. 1950 in Köln, arbeitete einige Jahre als Fremdsprachenassistentin in Belgien und veröffentlichte 1998 ihren ersten Eifelkrimi 'Atemnot'. Sie lebt und arbeitet heute in Köln. Mit ihren Kurzgeschichten deckt sie die mörderische Vielfalt des täglichen Lebens ab. Ihre Serien-Kommissarin Sonja Senger löst von ihrem 'Forsthaus am Ende der Stromleitung' aus die Fälle auf unkonventionelle und intuitive Art.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954414499
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Krimi .422
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Wenn die Eifel brennt

2. Kapitel

E ndlich!", fluchte Thommes, als sich die beiden Lichtkegel seinem Hof näherten und kurz darauf erloschen. Rumpelnd fuhr der weiße Transit heran. Der Motor wurde ausgeschaltet.

Kurz vor drei Uhr. Zwei Stunden zu spät.

Thommes hatte am Fenster gesessen und in die Dunkelheit hinausgestarrt. Es war ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen. Das Ticken der alten Küchenuhr hatte ihn fast wahnsinnig gemacht. Schulze kam immer zu spät. Aber so spät wie heute war er noch nicht gewesen.

Thommes stolperte in den Flur und trat vor das Haus, als Schulze die Fahrertür öffnete. Der Geruch nach Dieselabgas lag in der feuchten Luft.

"Reifenpanne", zischte Schulze, der Ein-Wort-Mann, und tippte sich an die Schlägerkappe.

"Reifenpanne?", wiederholte Thommes leise. Und was war es nächstes Mal? Er würde Schulze gern eine Standpauke halten. Was fiel ihm ein? Wozu gab es Termine? Wozu gab es Handys? Auch wenn es in der Eifel nicht einfach war mit den Handynetzen, glaubte Schulze vielleicht, die Welt würde auf einen wie ihn warten? Aber Thommes wusste, dass jeder Vorwurf an Schulze abprallen würde. Er würde bloß die Arme in die Luft werfen und rufen: "Schicksal!"

Thommes schluckte seine Wut herunter, ging zum Stall, entriegelte das Tor und zog beide Torflügel auf, die über den buckligen, steinigen Boden schabten.

Schulze sprang vom Fahrersitz, ging in die Knie, reckte und streckte sich, ließ Schultern und Hals kreisen und schüttelte seine Beine aus, als hätte er vierundzwanzig Stunden hinterm Steuer gesessen.

"Rücken", stieß er hervor.

"Rücken!", knurrte Thommes leise. Und was war es nächstes Mal?

Schulze öffnete die beiden Türen zur Ladefläche, die bis auf den letzten Zentimeter mit unbeschrifteten, braunen Kartons zugestellt war. Er führte Daumen und Zeigefinger an die Lippen und schnalzte. "Spitzenware."

"Das will ich hoffen."

"Pa...na...sonic!", verkündete Schulze, als hätte er Rohdiamanten geladen.

"TV, Stereo-Anlagen, Kameras, Smartphones oder was?"

"Alles", fegte Schulze die Frage hinweg und hielt Thommes den Lieferschein unter die Nase.

Gut, dachte Thommes, Panasonic ließ sich einwandfrei verkaufen. Früher war Schulze oft mit No-Name-Ware gekommen, die Thommes kaum loswurde. Fast hätte er Schulze sein Zuspätkommen verziehen, wenn der sich nicht gerade auf einen Mauervorsprung fallen gelassen hätte, um erst einmal in Ruhe eine zu rauchen.

"Nix da! Rauchen kannst du später. Pack an!"

Schulze steckte seufzend sein Zigarettenpäckchen in die Hemdtasche zurück und knurrte: "Sklaventreiber."

Der Stall war vom Sockel bis zu einer Fensterreihe aus Backstein gemauert, das obere Drittel und der Giebel waren mit Holz verschalt, das Dach mit Teerpappe gedeckt.

Thommes' Eltern hatten Kühe gehabt. Zwanzig Stück zu ihrer besten Zeit, links zehn, rechts zehn, so hatten sie in zwei Reihen vor dem langen Futtertrog gestanden, im Winter und in der Nacht, tagsüber wurden sie auf die angrenzende Weide getrieben. Aber nach dem Tod der Eltern - erst starb der Vater an Überarbeitung, wie alle sagten, dann zwei Jahre zuvor die Mutter an gebrochenem Herzen, wie alle sagten - hatte Thommes, der einzige Sohn, die Kühe bald verkauft und den Erlös in sein Start-up gesteckt, das in kein Handelsregister eingetragen war. ELETHO mit Sitz in Köln. Den nach Gülle stinkenden Stall hatte er von einer Fachfirma reinigen und die Viehtröge abreißen lassen. Und so war ein astreiner Lagerraum entstanden von etwa 300 Quadratmetern.

Allein einen kleinen Nebenraum, der linker Hand neben dem Eingang über einen schmalen Gang durch einen niedr

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