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Wenn Marionetten einsam sterben von Gold, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2014
  • Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
eBook (ePUB)
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Wenn Marionetten einsam sterben

Olivia Vischer, eine reiche Baslerin, ruft zum Sponsorenlauf und die ganze Stadt nimmt teil, auch der bekannte Anwalt Edgar Hasenböhler. Seit Jahren setzt er sich für die Rechte von Menschen ein, die keine Lobby haben. Kurz bevor Kommissär Francesco Ferrari seine Runden absolvieren kann, wird Hasenböhler tot in seiner Wohnung aufgefunden. Während den Ermittlungen stellen Ferrari und seine Kollegin Nadine Kupfer fest, dass Hasenböhler sich im Laufe der Jahre durch seine konsequente Haltung viele mächtige Feinde geschaffen hat. Feinde, die auch nicht vor einem brutalen Mord zurückschrecken. Anne Gold ist das Pseudonym von zwei Basler Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 22.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783724520405
    Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
    Größe: 1413 kBytes
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Wenn Marionetten einsam sterben

1. Kapitel

"Kommt überhaupt nicht infrage!"

"Im letzten Jahr klang das noch ganz anders. Na ja, zumindest bis du dir eine Zerrung eingefangen hast. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Absicht war."

"Also bitte. So einen Mist habe ich lange nicht gehört."

"Dir ist alles zuzutrauen. Ich hör dich noch, als ob es gestern gewesen wäre. 'Bitte, bitte, ich will unbedingt dabei sein'", äffte Monika ihren Lebenspartner Kommissär Francesco Ferrari nach. "Und jetzt, wo es um die Wurst geht, macht der Herr einen Rückzieher. Typisch."

"Nein und nochmals nein! Ich habe es mir eben anders überlegt. Ich laufe nicht in kurzen Hosen wie ein Volltrottel im Kreis herum. Ende der Diskussion."

"Es ist für einen guten Zweck."

"Blödsinn! Was ist daran gut? Dass ich nach zwei Runden mit einem Herzinfarkt ins Spital eingeliefert werde?"

"Olivia bezahlt für jede Runde, die du läufst, tausend Franken."

"Und wieso gerade ich? Sie kann doch einen ihrer Lover umbringen. Davon gibts genügend."

"Die Idee ist wirklich gut, Francesco. Mit dem Geld will die Stiftung einen Kinderspielplatz bauen. Komm schon, Brummbär, sag ja."

Monika kraulte Ferrari am Kinn.

"Lass das ..."

Der Kommissär ging in den Garten hinaus. Von wegen Rückzieher. Wir leben in einem freien Land, in dem jeder seine Meinung äussern und natürlich auch ändern darf. Wieso also ich nicht? Als mir Monika von Olivia Vischers Stiftung erzählt hat, wie hiess sie gleich noch?, "Gesund durch Spass" oder so ähnlich, fand ich die Idee gut. Auch dass Monika und Marco Streller im Patronatskomitee sind. Vor allem die Vorstellung, mit und neben meinem Stürmeridol zu laufen, gefiel mir ausserordentlich gut. Aber seien wir ehrlich, ich kann mich nur blamieren. Mein Body-Mass-Index lässt zu wünschen übrig, genauso wie meine Fitness. Was solls, es kann nicht jeder den ganzen Tag im Fitnessstudio verbringen, Gewichte stemmen und so. Mein Job ist es, Mörder zu fassen, und Olivia soll ihrerseits mit ihren Milliarden dafür sorgen, dass die Kinder zu Spielplätzen kommen. So weit, so gut. Dass sie nun aber andere mit in den Schlamassel hineinzieht, oder vielmehr mich, das geht entschieden zu weit.

Puma, die schwarze Katze der Nachbarin, schmiegte sich an Ferraris Bein und liess sich verführerisch auf den Rücken plumpsen. Eine Katze müsste man sein, dachte der Kommissär und kraulte ihr den Bauch. Du hast es gut. Du musst keine blöden Runden auf der OB-Matte drehen, damit "Gesund durch Spass" auf Kosten Laufunwilliger ihre Kasse füllen kann. Und dann erst noch bei diesem Wetter! Gemäss Meteorologen war der Juli viel zu heiss und zu trocken. Gerade mal drei Prozent des üblichen Juliregens waren bisher gefallen. Kein Wunder, bangen die Bauern um ihre Ernte. Wenn Petrus den Juli noch in Ordnung bringen will, rein statistisch gesehen, werden wir in den nächsten zwei Wochen ertrinken. Und allem Anschein nach war es ihm ernst, denn der Wetterdienst hatte für die kommenden Tage starke Böen und heftige Gewitter angekündigt. Ferrari blickte zum Himmel. Sternenklar, nirgends zeigte sich eine Wolke. Seltsam, nur das mit dem Wind stimmte. Die Baumkronen im Hardwald wippten zuerst leicht, dann immer stärker hin und her. Wie stumme Riesen, die sich im Wind langsam auf mich zubewegen. Es sieht richtig unheimlich aus. Das fand auch Puma, die blitzschnell durch den Wintergarten huschte und im Haus verschwand. Der Kommissär schmunzelte. Nach dem langen Spitalaufenthalt der Nachbarin war ihr Zuhause zu Pumas zweiter Heimat geworden. Wie gesagt, eine Katze müsste man sein. Vielleicht klappts ja in einem anderen Leben.

"Und, läuft er?"

"Nein! Er läuft nicht. Du hast mir gerade noch gefehlt, Nadine. S

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