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Wer dich jagt Thriller von Novak, Brenda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Wer dich jagt

»Ich sehe dich - ich jage dich.« Evelyn Talbot hat als Psychiaterin in Alaska mit den gefährlichsten Kriminellen zu tun. Einer aber ragt heraus - Lyman Bishop, der geniale Wissenschaftler, der Frauen mit einem Eispickel tötete. Als Bishop durch einen Fehler in seinem Prozess freikommt, hat Evelyn die größten Befürchtungen. Zu Recht, denn bald wird eine ihrer alten Freundinnen grausam ermordet. Doch noch jemand könnte die Tat begangen haben: ihr Exfreund Jasper... Ausgezeichnet als einer der besten Spannungsromane des Jahres in den USA.

Brenda Novak lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Sacramento. Sie wurde für ihre Romane mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Als Aufbau Taschenbuch erschien bisher der erste Roman um die Psychiaterin Evelyn Talbot: Ich töte dich .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841217356
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Hello Again
    Größe: 4093 kBytes
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Wer dich jagt

1. Kapitel

Wir sind alle böse - auf die ein oder andere Art.

Das hatte der Night Stalker gesagt. Obwohl Dr. Evelyn Talbot den Serienmörder Richard Ramirez nie persönlich getroffen hatte und ihr diese Möglichkeit nun verwehrt war, denn er war 2013 an Krebs gestorben, hatte sie doch Videoaufzeichnungen der Verhöre gesehen, die andere mit ihm geführt hatten. Auf Evelyn wirkte es, als habe Ramirez diese Perle der Weisheit direkt in die Kamera gesprochen und gehofft, dabei tiefgründig zu wirken - tiefgründiger, als er in Wirklichkeit war.

Das geschah sehr häufig. Viele Psychopathen, die sie untersuchte, gaben vor, etwas Besonderes und Außergewöhnliches zu sein. Die meisten von ihnen waren jedoch nicht schlau genug, diese Farce durchzuziehen. Selbst jene, die gestorben waren, bevor sie geschnappt und für ihre Verbrechen bestraft werden konnten, hatten dies nicht aufgrund ihrer hohen Intelligenz geschafft. Oft war es pures Glück gewesen - sie hatten ihren angeborenen Überlebensinstinkt ausgenutzt oder die Polizei hatte nachlässig gearbeitet. Andere wiederum sahen aus, als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun - wie Jeffrey Dahmer oder Ted Bundy.

Doch der frisch verurteilte Lyman Bishop, ein neuer Insasse, den sie soeben kennengelernt hatte, brachte sie weit mehr aus der Fassung als all ihre anderen Patienten. Er war brillant und äußerst berechnend - Evelyn schnitt eine Grimasse in Richtung der Fotos, die aus der geöffneten Krankenakte neben ihrem Ellbogen hervorragten. Vor allem aber war er gänzlich unerschrocken in seiner Brutalität. Man nannte ihn den Zombiemacher, und das aus gutem Grund.

Sie nahm die Brille ab, die sie zuweilen trug, um ihre Augen nicht zu übermüden, legte den Kopf an die Stuhllehne und starrte zur Decke ihres Büros hinauf. Es war noch nicht einmal Mittag, doch sie fühlte sich, als habe sie bereits den ganzen Tag gearbeitet. Gestern Abend war sie lange aufgeblieben, um ihre erste Sitzung mit Lyman Bishop vorzubereiten. Sie musste ihm, wann immer möglich, einen Schritt voraus sein, denn sonst würde er sie verachten, anstatt Respekt vor ihr zu empfinden. Sollte das geschehen, konnte sie ihn ebenso gut in eine andere Einrichtung verlegen lassen, denn dann würde er ihr in Hanover House nichts nützen. Falls es ihr nicht gelang, irgendeine Art von Beziehung zu ihm zu entwickeln, würde sie nie erfahren, wer er wirklich war.

Stattdessen würde er nur seine Spielchen mit ihr spielen. Wahrscheinlich würde er das ohnehin versuchen.

Seufzend setzte Evelyn die Brille wieder auf und fuhr fort, ihre Gedanken und Eindrücke in den Computer zu tippen. Obwohl sie für gewöhnlich jeden neuen Insassen bei seiner Ankunft in Hanover House persönlich begrüßte, war ihr das gestern nicht möglich gewesen. Sie war mit Amarok, ihrem Freund und dem einzigen Polizisten, den Hilltop zu bieten hatte, nach Anchorage gefahren, um dessen kranken Vater zu besuchen. So hatte Lyman Bishop seine erste Nacht, die auf einen Sonntag fiel, in Hanover House verbracht, ohne dass sie ihn treffen konnte. Ob sich dieser Umstand im Großen und Ganzen positiv oder negativ auswirken würde, vermochte sie nicht zu sagen, doch Bishop erfüllte exakt alle üblen Erwartungen, die sie ihm gegenüber gehegt hatte.

Wenn ich einer neuen Bekanntschaft erzähle, womit ich mein Geld verdiene, höre ich wesentlich öfter den Namen Hannibal Lecter als beispielsweise den BTK-Mörder, John Wayne Gacy oder den Namen irgendeines anderen, real existierenden Psychopathen, notierte sie. Jeder scheint den Begriff Psychopath mit Das Schweigen der Lämmer in Verbindung zu bringen. Ich hingegen habe diese filmische Darstellung stets gemieden, denn Männer, die ausschließlich zu ihrem persönlichen Vergnügen töten, sehen meist wesentlich banaler und alltäglicher aus als ein Leinwandbösewicht. Und obwohl ich über die Jahre vielen gefährlichen Männern begegnet bin

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