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Wer mordet schon am Wattenmeer? 11 Krimis und 125 Freizeittipps von Kölpin, Regine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
8,99 €
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Wer mordet schon am Wattenmeer?

Wer glaubt, die Nordseek ste sei eine friedliche und beschauliche Gegend, sieht sich get"uscht. Hinterm Deich, in den Marschwiesen, am Nordseestrand und im Moor lauern uns"gliche Gefahren auf Besucher und Bewohner des K stenstrichs. Begegnen Sie der friesischen Gem tlichkeit einmal anders und begleiten Sie die Autorin auf ihrer m"rderischen Reise ber die Ostfriesische Halbinsel. Sie werden die Nordseek stenregion anschlieáend mit ganz anderen Augen sehen. Regine K"lpin hat zahlreiche Romane und Kurztexte publiziert und gibt auch Anthologien heraus. Regine K"lpin leitet Schreibwerkst"tten in der Jugend- und Erwachsenenbildung und inszeniert historische Stadtf hrungen mit Lesungen an den Originalschaupl"tzen. Die Autorin ist mehrfach ausgezeichnet worden, u. a. zweimal mit dem Jahrespreis der Ostfriesischen Autoren in den Jahren 2002 und 2004, sie war nominiert f r den K"rntner Krimipreis 2008, erhielt den E.G.O.N. f r Kinderliteratur 2009 und das Stipendium Tatort T"werland 2010. 2011 erfolgte die Auszeichnung zur Starken Frau Frieslands und 2013 die Nominierung f r den Quo Vadis Kurzgeschichtenpreis. Ihre Lesungen gestaltet sie mit einem abwechslungsreichen und auf die Texte abgestimmten Musikprogramm zusammen mit dem Gitarrenduo Rostfrei. Sie ist 1964 in Oberhausen geboren und lebt mit ihrer groáen Familie in Friesland. Mehr unter: www.regine-koelpin.de

Produktinformationen

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Wer mordet schon am Wattenmeer?

Tod am Südstrand

Der Arm hing aus dem Strandkorb heraus. Auf den flüchtigen Beobachter wirkte es, als schlafe der Mann. Eine Silbermöwe tappte zu seinen Füßen, hin und wieder zupfte sie an seinem Hosenbein, als wolle sie sich schlussendlich von der nicht zu leugnenden Tatsache überzeugen, dass dieser Mensch die weit aufgerissenen Augen nicht mehr von allein schließen würde. Sie flog kurz auf, ließ sich erneut zu seinen Füßen nieder. Ein weiteres Augenpaar beobachtete die Szene, gespannt, wann jemand das Ableben des Mannes bemerkte.

Der Abend hatte den Sommertag verdrängt, die letzten Strandgäste machten sich auf den Weg nach Hause. Die Südstrandpromenade 13 füllte sich mit Gästen, die sich den romantischen Tagesausklang am Jadebusen nicht entgehen lassen wollten. Die Sonne ging an der Landseite unter, versank also nicht wie bei Capri im Meer, was der sommerlichen Atmosphäre aber keinen Abbruch tat.

Viele der Ausflügler hatten den Tag genutzt, um sich die überdimensionalen Bilder des Street-Art-Festivals 14 zu Gemüte zu führen und waren von den Gemälden noch immer tief beeindruckt. Gesprächsfetzen waberten über den Strand, während die Augen weiter den Toten fixierten, sich daran weideten, ihn endlich aus diesem Leben verbannt zu haben. Die Inszenierung war von diesem Festival inspiriert. Einer der Maler hatte sich dieses Motivs bedient. Ein Strandkorb am Wiesenstrand, im Hintergrund das Seewasseraquarium 15 und der Helgolandkai, von wo man nicht nur zur Hochseeinsel fahren, sondern auch die Hafenrundfahrt 16 zum neuen Jade-Weser-Port und Marinearsenal unternehmen konnte. Es war ein schönes mehrdimensionales Bild gewesen.

Eine Gruppe junger Frauen näherte sich dem Toten im Strandkorb aus Richtung des Wattenmeerhauses 17 . Es wurde Zeit sich zurückzuziehen. Das Werk war vollbracht. Nach so vielen Jahren war endlich das geschehen, was bereits eher hätte passieren sollen.

Vor zwanzig Jahren

Die Orgel spielte Allein Gott in der Höh sei Ehr , den Gästen liefen vor Rührung Tränen über die Wangen, der erste Kajal musste korrigiert werden. Der Pastor erklomm die Kanzel der Heppenser Kirche 18 und sprach eine anrührende Predigt. Nachfolgend war eine Zusammenkunft am Kulturzentrum Pumpwerk 19 geplant. Das Brautpaar hatte sich dort bei einem Festival kennengelernt und wollte sich unbedingt vor der Kaffeetafel unter dem Eingangsdach küssen.

Henry verband keine gute Erinnerung an den Abend, als Birgit Michels Charme endgültig erlegen war. Seine Hoffnungen, seiner großen Liebe je imponieren zu können, waren damals zunichte gemacht worden. Als er sie und Michel dort engumschlungen sah, war klar, dass das schönste Mädchen der Schule soeben ihr Herz auf einen Müllhaufen gekippt hatte. Die Band auf der Bühne war eben dabei , I will always love you von Whitney Houston und I'd do anything for love von Meat Loaf zu covern. Dagegen und gegen den großen Michel hatten Henrys Rehaugen und Rastalocken keine Chance gehabt.

Michel war das immer bewusst gewesen und er erinnerte Henry ständig mit hämischer Freude an seine Niederlage. Sei es, dass er Birgit den prallen Hintern tätschelte, wenn sie an ihm vorbeiliefen, oder er sich damit brüstete, was er alles mit ihr im Bett angestellt hatte. Birgit wusste nichts davon. Sie war blind gegenüber Michels Fehlern, hing an seinen Lippen und liebte ihn einfach so, wie er war.

Sie waren ein schönes Paar, keine Frage. Aber als sie nun frisch vermählt am P

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