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Wer mordet schon in Kärnten? 11 Krimis und 125 Freizeittipps von Böhme, Dorothea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Wer mordet schon in Kärnten?

Klagenfurt, Villach, St. Veit, Ferlach, Großglockner, Weißensee, Millstätter See. Kärnten hat wunderschöne Orte, die sich für einen Krimi aufdrängen. Und in diesem Band sucht das Verbrechen Kärnten heim. In 11 spannenden Kurzkrimis lassen die Autorinnen Dorothea Böhme und Alexandra Bleyer skurrile Figuren auf- und andere für immer abtreten. Hier wird gemordet, nicht immer aus reiner Boshaftigkeit oder aus Kalkül, aber immer zur besten Unterhaltung.

Dorothea Böhme, geboren 1980, zieht es immer wieder in die weite Welt hinaus: Italien, Ungarn und Ecuador waren unter anderen Stationen in ihrem Leben. Einige Jahre verbrachte sie auch im wunderschönen Kärnten, das sie schnell in ihr Herz schloss und zum Schauplatz ihrer skurrilen Kriminalromane um den Chefinspektor Fritz Reichel machte. Die promovierte Historikerin Alexandra Bleyer, geboren 1974, ist Sachbuchautorin, Kulturjournalistin und leidenschaftliche Krimileserin. Als freie Journalistin verfasst sie Beiträge für renommierte österreichische Tages- und Wochenzeitungen. Die gebürtige Klagenfurterin lebt in Seeboden am schönen Millstätter See und ist für die Freizeittipps dieses Bands verantwortlich.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 283
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839245859
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2007kBytes
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Wer mordet schon in Kärnten?

Schiachperchten

Region Mittelkärnten/St. Veit/Burg Hochosterwitz

Dorothea Böhme

Der Tote baumelte im zweiten Torbogen. Später würde Wilma von einer Krähe erzählen, die sich schon bereit gemacht hatte, ihm ein Auge auszuhacken, als sie kurz vor ihrem Arbeitsbeginn als Kassiererin auf ihn gestoßen war. Tatsächlich hing er allein hier, über dem Gehweg, der zur Burg Hochosterwitz 1 hinaufführte, und bewegte sich leicht im Luftzug des kühlen Morgens. Das Seil war durch die Fenster oben im Wächtertor geschlungen und dann um den Hals des Mannes geknüpft worden.

Der Tote hieß Herbert Aschenwalder und war 67 Jahre alt. Das wusste Wilma deshalb so genau, weil sein Portemonnaie inklusive Führerschein in ihrer Handtasche steckte.

Wilma lehnte sich an die Steinmauer und blickte zum Magdalensberg 2 hinüber. Um diese Zeit war es richtig schön hier. Dann zog sie ihr Handy aus der Tasche, machte sich auf den Weg zurück zum Parkplatz und rief die Polizei.

Sie musste nicht lange warten, zwei Streifenwagen aus St. Veit schafften es in 13 Minuten zur Burg. Wilmas Kollegen, Clara und Bernhard, die oben in der Burggaststätte arbeiteten, erschienen weitere fünf Minuten später.

"Ach du liebe Zeit!" Claras Stimme zitterte, während sie sich an Bernhard klammerte.

Der Polizist, der Wilmas Personalien aufgenommen hatte, ignorierte die beiden. Ein kaugummikauender Kollege von der Kriminalpolizei, der gerade angekommen war, ließ sich auf den neuesten Stand bringen. So hatten Clara und Bernhard freie Bahn, Theorien zu spinnen.

"Vielleicht hatte er eine Geliebte, mit der er sich heimlich getroffen hat. Und seine Ehefrau ist ihm auf die Schliche gekommen", schlug Clara vor.

"Illegale Drogengeschäfte", war Bernhards Beitrag.

Wilma schwieg.

Schließlich kam der Polizist mit Kaugummi auf sie zu. Aus der Nähe betrachtet, sah er gar nicht einmal schlecht aus. Schade, dass er Polizist war. "Wilma Brandstätter? Interessant. Eine Kriminelle."

"Ehemalige." Sie hob die Hände. "Ehrenwort."

"Jedenfalls ein schönes Vorstrafenregister."

"Alles Jugendsünden."

"Sie sind erst seit einem halben Jahr draußen. Und 33 Jahre alt."

Wilma schob sich eine dunkle Locke hinter das Ohr. "Wollen S' eine Zeugenaussage?"

"Das wär' nett."

"Vor einer knappen halben Stunde bin ich zur Arbeit gekommen." Sie deutete auf das Kassenhäuschen. Ihre Chefin war großer Fan davon, Exkriminelle zu resozialisieren, und hielt auch nichts von alten Redensarten. Wilma erklärte weiter: "Da schon ein Auto auf dem Parkplatz stand, ich aber niemanden gesehen habe, bin ich ein Stückchen den Weg hinaufgelaufen. Und dann hing er da. Im Torbogen."

"Kannten S' den Toten?"

"Er hat gestern eine Eintrittskarte bei mir gekauft. Bis halb fünf ist Einlass, etwa um die Zeit kam er und wanderte nach oben."

"Besondere Vorkommnisse?"

"Er war unfreundlich." Wilma zuckte mit den Schultern. Das war der Grund gewesen, weshalb sie ihm das Portemonnaie geklaut hatte, Kompensation für erlittenes Unrecht. Nette Menschen versuchte Wilma nicht mehr zu bestehlen, das war ihre Interpretation der Bewährungsauflagen.

"Unfreundlich, so, so. Und was haben S' dann gemacht?", nuschelte er.

Beamten sollten Kaugummis verboten werden, fand Wilma. "Feierabend."

"Das können wir bezeugen", mischte Clara sich ein, die inzwischen Bernhards Hand fest gedrückt hielt. "Wir arbeiten oben im Burgrestaurant, Wilma hat Bescheid gesagt. Und als wir um halb sieben etwa am Parkplatz waren, war ihr Auto schon weg."

"Haben S' den Toten gesehen?"

Beide schüttelten den Kopf. In diesem Augenblick wurde der Leichnam von einem Team Beamter, vermutlich Forensiker, vorbeigetragen. Aber so genau kannte Wilma sich bei der Polizei nicht aus, von der hielt sie sich lieber fern.

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