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Wer zweimal stirbt Kriminalroman von Persson, Leif G. W. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2020
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Wer zweimal stirbt

Der junge Pfadfinder Edvin campt auf einer kleinen Schäreninsel, wo er und seine Kameraden Pilze sammeln. Ausgerüstet mit einem Körbchen findet er stattdessen einen halbvergrabenen Totenkopf im Wald. Obwohl er erst zehn Jahre alt ist, weiß er sofort, was zu tun ist: Er steckt den Schädel in eine Plastiktüte und türmt aus dem Pfadfinderlager zurück nach Stockholm geradewegs in die Wohnung seines Nachbars - dem berühmt berüchtigten Kommissar Evert Bäckström. Evert Bäckström , irgendwo zwischen Mitte 40 und Mitte 50, klein, dick und durchaus nicht ganz auf der Höhe der Zeit, was Gleichberechtigung und politische Korrektheit angeht, ist als Kommissar bei der Polizei in Stockholm tätig. Sein Benehmen ist schlecht, sein Instinkt jedoch untrüglich. Er ist der Mann für die harten Fälle: Mord, bewaffneter Raubüberfall und so weiter. Am wenigsten scheut er dabei, sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Leif GW Persson gilt als Großmeister der skandinavischen Kriminalliteratur. Persson, der lange Zeit als Profiler im Polizeidienst tätig war, ist Professor der Kriminologie, Medienexperte und seit mittlerweile 30 Jahren einer der erfolgreichsten Krimiautoren Schwedens. Er wurde mehrfach mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet, daneben erhielt er den Dänischen und den Finnischen Krimipreis. Seine Romane stehen regelmäßig auf Platz 1 der Bestsellerliste und verzeichnen Millionenauflagen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 02.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213442
    Verlag: btb
    Originaltitel: Kan man dö två gånger?
    Größe: 1563 kBytes
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Wer zweimal stirbt

4

Früher am Tag war Edvin mit seinen Pfadfinderkollegen beim Segeln gewesen, doch kurz nach dem Mittagessen hatte man ihm einen Spezialauftrag erteilt und ihn auf einer nahe gelegenen Insel abgesetzt, um Pfifferlinge, andere essbare Pilze oder sonst irgendetwas zu sammeln, das man verwenden konnte, um die Essenskosten für Edvin und seine Kollegen gering zu halten, ohne dass es sie umbringen würde.

Pilze hatte er keine gefunden, was Edvin, in Anbetracht des trockenen Wetters, das seit fast einem Monat herrschte, nicht sehr verwunderlich fand. Auch nichts anderes Essbares im Übrigen. Stattdessen hatte er eine völlig andere Art von Fund gemacht.

"Als ich ihn gesehen habe, dachte ich zuerst, es wäre ein großer Bovist." Edvin nickte zu dem weißen Schädel hin, der zwischen ihnen auf dem Tisch lag. "Er war im Moos eingesunken, und nur die Stirn ragte heraus."

"Was hast du dann gemacht?", fragte Bäckström.

Etwas blass um die Nase bist du jedenfalls, dachte er.

"Na ja, ich bin draufgetreten. Wie man es bei Bovisten macht. Sodass er zerplatzt und staubt. Aber dann hab ich ja begriffen, was es war. Er lag außerdem genau vor dem Eingang zu einem Fuchsbau. Also hätte ich es vielleicht schon vorher kapieren müssen."

Bäckström begnügte sich mit einem zustimmenden Nicken. Dann steckte er einen Stift in die Augenhöhle des Schädels und hielt ihn hoch, um ihn näher betrachten zu können, ohne Fingerabdrücke oder andere Spuren zu hinterlassen.

"Ich hab es genauso gemacht wie der Herr Kommissar. Um keine unnötigen Spuren zu hinterlassen", sagte Edvin. "Ich hab ihn also nicht angefasst", verdeutlichte er.

"Natürlich nicht. Wir sind ja Profis, du und ich. Nicht irgendwelche idiotischen Privatdetektive."

Dieser Bursche hat's drauf, dachte Bäckström, während er Edvins Fundstück untersuchte.

Es war ein menschlicher Schädel, dem der Unterkiefer fehlte, was oft der Fall war, sobald er eine Weile draußen in der Natur gelegen hatte. Ansonsten schien er in ausgezeichnetem Zustand zu sein. Weiß und ohne jegliche Gewebereste. Keine Werkzeugspuren, die durch Menschenhand zustande gekommen waren. Auch keine Abdrücke von Tierzähnen. Nur Spuren von Dingen, die mit Edvins Bericht zusammenpassten: Rückstände von Moos und Gras, ein längerer Halm, der sich zwischen den Vorderzähnen des Oberkiefers eingekeilt hatte, Erde an einer Seite. So weit nichts Merkwürdiges im Hinblick auf die Umstände, und im Lauf der letzten zweihundert Jahre hatten Generationen von schwedischen Archäologen Tausende ähnlicher Funde im Mälartal gemacht, die aus der Bronzezeit und früher stammten. Damit gab es auch keinen Grund für jemanden wie Bäckström, sich unnötig zu ereifern. Wäre da nicht das kleine, runde Loch in der rechten Schläfe gewesen, etwa in Höhe der Mittellinie der Augenhöhlen.

"Die Kugel liegt noch im Inneren des Schädels." Edvin reichte Bäckström eine kleine Taschenlampe. "Ich hab sie klappern hören, als ich ihn hochgehoben habe. Also hab ich sie mir mit der Taschenlampe angeschaut."

"Soso, das hast du also." Bäckström kippte den Schädel vorsichtig in den richtigen Winkel und leuchtete in den Schädel hinein. Da lag sie, genau wie Edvin gesagt hatte.

Eine Bleikugel, ohne Ummantelung, vermutlich Kaliber .22. Ein Einschussloch mit scharfen und deutlichen Kanten, aber kein Austrittsloch. Die Kugel war platt gedrückt worden, sobald sie die Schläfe des Schädels durchdrungen hatte, und hatte einen doppelt so großen Durchmesser angenommen wie zuvor. Zu groß, um durch das Loch zu fallen, das sie verursacht hatte, und damit im Kopf des Menschen verblieben, den sie getötet hatte. Und ein guter Grund dafür, dass Edvins Fund auf Bäckströms Tisch gelandet war. Sogar auf seinem eigenen Sofatisch.

"Aha, ja." Bäckström stellte den Schädel auf dem Tisch ab. "Was meinen wir also dazu? Nachdem es dein Fund ist, Edvin, schlage ich vor, du fängst an. Was fällt dir zu dem Tote

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