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Whisky für den Mörder Kriminalroman von Mullet, Melinda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.05.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

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Whisky für den Mörder

Whisky, Mord und wilde Jahre. Als die Fotojournalistin Abigail Logan in die Highlands kommt, um nach der Whisky-Brennerei zu sehen, die sie vor Kurzem geerbt hat, findet man bei Erdarbeiten unweit des Pubs eine Leiche. Damit nicht genug. Sie begegnet ihrem Teenyschwarm wieder: Rory, dem früheren Frontmann und größten Herzensbrecher der 'Rebels'. Der Drummer seiner Band wurde unter mysteriösen Umständen getötet, und ihr Keyboarder liegt im Koma. Rory fürchtet, das nächste Opfer zu werden. "Die Geschichte wird von Leuten bevölkert, die für eine gehörige Prise Humor sorgen. Und die Autorin lässt feinfühlig die schottische Seele in ihren Roman einfließen. Lesenswert." Münchner Merkur. Melinda Mullet hat britische Eltern, wurde aber in den USA geboren. Sie hat mehrere Jahre als Juristin gearbeitet, sich in den USA und im Ausland um Kinderrechte gekümmert und ist viel gereist. Sie lebt in der näheren Umgebung von Washington D.C. mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann, der Whisky-Sammler ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 17.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841217363
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Death Distilled
    Größe: 2255 kBytes
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Whisky für den Mörder

Kapitel 2

I ch hatte Patrick versprochen, so bald wie möglich mit Grant zu reden, aber ich freute mich nicht darauf. Ich trödelte über den Dorfanger, der friedlich dalag - bis auf die klaffende Wunde im Erdboden gleich neben dem Pub. Ich sah Bill Rothes, der sich mit einem untersetzten, kahlköpfigen Mann in schlammverkrusteten Gummistiefeln und einem hellblauen Laborkittel unterhielt. Der Mann deutete mit Händen, die in Plastikhandschuhen steckten, auf die Knochen zu ihren Füßen.

Ich verrenkte mir so sehr den Hals, um hören zu können, was die beiden sagten, dass ich Liam nicht richtig festhielt. Ehe ich mich versah, hatte er mir die Leine aus den Fingern gerissen und fetzte auf Bill zu, und der Lederstreifen flatterte wie eine Luftschlange hinter ihm her. Sogar Bills Brüllen konnte Liam nicht abbremsen, und so war ich schließlich gezwungen, ins Loch zu schlittern und meinen Hund beim Halsband zu packen. Getreu seiner sturen irischen Rasse reichte eine einfache Aufforderung nicht aus - ich musste ihn mit Gewalt aus dem Grab zerren. In kürzester Zeit waren wir beide von unserer Schlammschlacht völlig verdreckt.

Ich kletterte aus dem Loch und überlegte, dass ich mich lieber erst zu Hause umziehen sollte, ehe ich in Abbey Glen vorbeischaute. Doch das würde bedeuten, dass ich den Weg zweimal gehen musste, und ich wollte dieses unangenehme Gespräch mit Grant hinter mich bringen, ehe mich der Mut verließ. Es würde nicht lange dauern, und schließlich wollte ich ja bei niemandem Eindruck schinden. Also ging ich den Pfad am Fluss entlang, zog Liam hinter mir her und gab mir redlich Mühe, den antrocknenden Schlamm von meinen Jeans zu kratzen. Liams weiches, gewöhnlich sahneweißes Fell war ohnehin schon eine Herausforderung, und nun hatte er vier schwarze Pfoten und vom Wühlen im Dreck einen Schlammring um die Nase. Ich schickte ihn zum Pfotenwaschen in den Fluss, und er kam heraus und schüttelte sich. Er sah jetzt besser aus, aber dafür waren nun mein Gesicht und mein Sweatshirt mit nassen Schlammklecksen übersät. Tolles Timing.

Seit drei Monaten hatte ich Grant nicht gesehen. Ein Teil von mir konnte das Wiedersehen kaum erwarten. Der andere Teil fürchtete sich davor. Es würde nicht leicht sein, ihm Patricks Pläne schmackhaft zu machen. Mir gefiel der Gedanke gar nicht, dass ich vielleicht Zorn in diesen Augen entfachen würde, die so schnell von einem Grünton zum anderen umschlagen konnten und die meine Welt so gekonnt auf den Kopf gestellt hatten. Aber wenn denn schon Funken fliegen mussten, konnte ich zumindest sicher sein, dass ich emotional auf festerem Grund stand als bei meinem letzten Besuch. Diesmal war ich stärker, selbstbewusster und konnte Grant mit Gleichmut entgegentreten. Dieses Mantra betete ich unterwegs immer wieder vor mich hin; ich hoffte, wenn ich es oft genug aufsagte, könnte ich mich vielleicht davon überzeugen.

Als wir uns der Destillerie näherten, hörte ich das ferne Rauschen des Wasserfalls, der über die zerklüfteten Felsen hinter der gerade renovierten Mälzscheune in die Tiefe stürzte. Unten am Fuß des Felsens sammelte sich das klare kalte Wasser zu einem kleinen See und ergoss sich in einen Bach, der über in vielen Jahren glatt polierte Steine plätscherte, dann parallel zur High Street verlief und schließlich in den Alyn und mit ihm weiter zum Meer floss. Als ich über die Holzbrücke ging, die zum Hof der Destillerie führte, war ich wieder beeindruckt, wie idyllisch hier alles aussah.

Die alten Farmgebäude, die man für die Destillerie umgebaut hatte, hatte man seit meinem Abschied mit einem neuen weißen Anstrich versehen. Ein Dutzend ausgesonderte Whiskyfässer waren halb durchgesägt, über den Hof verteilt und mit leuchtend roten kleinen Rosensträuchern bepflanzt worden. Die plötzliche Farbpracht bildete einen zauberhaften Kontrast zu den scharfen, klaren Linien der Gebäude. Die Messingschilder an den Gebäuden waren auf Hochglanz polie

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