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Zeit für Rache Roman von Schopf, Sylvia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Zeit für Rache

Mitten in den Vorbereitungen zu einer Ausstellung im Weltkulturen Museum verschwindet die attraktive Ausstellungsleiterin Ilena Willecke-Berghaus spurlos. Bald ist klar: hinter den Kulissen des Museums brodelt es heftig ebenso wie im Privatleben der Vermissten. Welche Rolle spielt Charlotte Behring, Afrikafachfrau des Museums und ehemalige Studienkollegin? Die Ermittlungen führen die Kommissare Christian Voss und Marina Ewers vom Frankfurter Museumsufer bis ins westafrikanische Burkina Faso.

Sylvia Schopf ist im Rhein-Main-Gebiet geboren und aufgewachsen. Nach ihrem Studium und einer Schauspielausbildung war sie viele Jahre mit einer eigenen Theatertruppe auf Tournee, lebte in Spanien, verbrachte mehrere Monate in Südostasien und reist seit vielen Jahren nach Westafrika. Über das Theater entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und das für so unterschiedliche Medien wie Fernsehen, Zeitungen, Theater, Hörfunk und Buch. Regelmäßig verfasst und realisiert sie Features für verschiedene Radiosender (u.a. DeutschlandRadio Kultur, Hessischer Rundfunk). Besonders gerne schreibt sie Krimis, Romane, Lyrik und Erzählungen und ist mit literarischen Soloprogrammen im deutschsprachigen Raum unterwegs. www.sylvia-schopf.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 02.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839244340
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 7579kBytes
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Zeit für Rache

Sonntag, 24. Juli: Früher Nachmittag

Was war mit Ilena? Warum meldete sie sich nicht? Unruhig wippte Teresa auf ihrem Bürostuhl hin und her, strich sich nervös einige widerspenstige Haare aus dem Gesicht, warf zum x-ten Mal einen Blick auf ihre Armbanduhr, dann aufs Handy, drückte die Wiederholungstaste und kurz darauf die Aufleg-Taste, weil sich wieder nur der Anrufbeantworter meldete. Am Mittwochabend hatte Teresa zum letzten Mal mit ihrer Chefin telefoniert. Mittwoch! Jetzt war Sonntagnachmittag. Seit vier Tagen war Ilena nicht mehr zu erreichen, hatte weder auf Mailboxnachrichten noch auf SMS reagiert. Das war eigentlich nicht ihre Art. Und seit gestern wollte sie wieder in Frankfurt sein. Aber auch unter ihrer Privatnummer meldete sie sich nicht. Teresa ging in Gedanken die Reisepläne ihrer Chefin durch. Letzten Montag war Ilena nach Berlin gefahren, um dort im ethnolgischen Museum über Leihgaben für die Ausstellung zu verhandeln. Von dort aus wollte sie nach Stuttgart. Oder war es Zürich? Irgendwie war auch die Rede von einem Privatsammler gewesen, den sie treffen wollte. Aber wo? So genau hatte Teresa nicht zugehört. Nervös drehte sie eine hennarote Haarlocke um ihren Zeigefinger und starrte auf den Layout-Entwurf für den Ausstellungskatalog, der vor ihr auf dem Schreibtisch lag. Dazu gab es ein paar wichtige Fragen, die sie dringend mit Ilena besprechen musste. Teresas Blick fiel auf den Bildschirm ihres PCs. Von dort starrten sie zwei weit aufgerissene Augen an. Durchdringend. Bedrohlich. Ein hastiger Tastendruck und das Foto des afrikanischen Fetischs war vom Bildschirm verschwunden. An den Anblick dieser magischen Gestalten hatte sie sich immer noch nicht gewöhnt. Teresas Blick wanderte zum Fenster. Es war gekippt und sie hörte, wie draußen auf der Straße ein Auto angelassen wurde und wegfuhr. Dann herrschte wieder Sommersonntagsstille auf dem kleinen Platz vor dem Büro in Alt-Sachsenhausen.

Als Teresa vor gut einem halben Jahr bei Ilena zu arbeiten anfing, war sie zuerst etwas irritiert, dass sich hinter dem Namen art & exhibition offenbar nur die Chefin und eine Mitarbeiterin – ihre Vorgängerin, die gefeuerte Grafikdesignerin – verbargen. Aber Ilena hatte große Pläne für ihre Agentur. Sie wollte zukünftig kreative und künstlerische Ausstellungskonzepte entwickeln und betreuen. Die Ausstellung Macht und Magie in Afrika im Frankfurter Weltkulturen Museum war nur der Anfang. Es gab bereits Bewerbungen für weitere Projekte, hatte Ilena damals erzählt. "Und wenn es mit uns beiden klappt, bist du natürlich mit dabei, in leitender Funktion für den Kreativbereich", hatte sie Teresa einige Zeit später versprochen. Zuerst war Teresa dankbar gewesen, dass Ilena ihr, einer Berufsanfängerin, eine Chance gegeben hatte. Und als Ilena sich immer wieder lobend über ihre Arbeit äußerte, entstand in Teresa so etwas wie Selbstsicherheit und auch Stolz, bei art & exhibition mitzuarbeiten. Das kleine, aber feine Büro im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen sei nur der Anfang einer Agentur, die sich schon bald durch ihre innovative und ungewöhnliche Arbeit einen Namen auch über Frankfurt hinaus machen würde, hatte Ilena ihr angekündigt – und davon war auch Teresa inzwischen fest überzeugt. Doch warum meldete sich ihre Chefin seit Tagen nicht mehr?

Teresa saß zusammengesunken an ihrem Schreibtisch. War Ilena verunglückt oder hatte sie eventuell Freunde besucht? War sie plötzlich krank geworden? Oder hatte gar jemand den bösen Blick auf Ilena gerichtet? "Schadenszauber" nannte man das in manchen Teilen der Welt. Dass es so etwas gab, wusste Teresa, seit sie bei Ilena für das Ausstellun

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