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Zeitzünder von Beeck, Hagen van (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2015
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Zeitzünder

Zeitzünder oder: Die vergessene Bombe Jürgen Schmitt ist Mitglied der Hannoverschen Mafia, in der Hierarchie allerdings ganz weit unten. Ansonsten gibt er den braven Arbeitslosen; - und so soll es auch bleiben. Bis eines Tages zweierlei passiert: Eine Frau gerät in sein ansonsten beschauliches Leben und er bekommt einen Mordauftrag! Damit nicht genug! Er erhält Kenntnis vom Standort einer Zeitzünder-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Bevor er seinen ärgsten Feind damit in die Luft sprengen kann, ist noch der Mord zu begehen! Nur, - es stellt sich heraus, dass schon jemand anders seinen Mord begangen hat! War es seine Freundin, die versucht, ihn in der Hierarchie nach oben zu bringen? War es Freddy the Brain, der nur das schlichte Gemüt spielt und ihm dauernd auf den Geist geht. War es Regine, seine 'Beste Freundin', oder gar Anneliese Angermann, seine Nachbarin, die Langeweile hat, weil ihr Mann dauernd auf Montage ist. Und dann ist da noch die Frage, ob der Zeitzünder überhaupt funktioniert, nach so langer Zeit.

Hagen van Beeck ist 64 Jahre jung und lebt in Bremen. Ein beruflicher Allrounder dessen Lieblingsautoren die der Münster-Tatorte und die der Columbo-Krimis sind, wegen der intelligenten Drehbücher. 'Ja, und dann war ich mal mit einem der Jerry Cotton-Schreiber mächtig einen trinken, was mein bemerkenswertestes Literarisches Erlebnis war!'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 311
    Erscheinungsdatum: 28.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958656567
    Verlag: 110th
    Größe: 371 kBytes
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Zeitzünder

Mittwoch

Die könnte ein wenig Öl gebrauchen, dachte ich, als ich die Tür vorsichtig aufdrückte und dabei meinen Elektro-Pick aus dem Schloss zog. Ab jetzt lief die Zeit. Die Alarmanlage hatte ihre Meldung mit Sicherheit bereits an den Wachdienst oder die Polizei weitergegeben. Bis die da waren, musste ich wieder raus sein. Mit dem Bild, einem Bild von Paula Modersohn-Becker, 'Die Brücke im Teufelsmoor'.

Wie immer galt mein erster Blick nach dem Eindringen dem Steuergerät der Alarmanlage, manchmal war noch was zu retten, ein paar Minuten vielleicht, oder sie war noch schnell zu deaktivieren. Das erübrigte sich, denn die Anlage war nicht eingeschaltet. Einen Atemzug lang wunderte ich mich, denn wenn einer seine Eingangshalle voller alter Worpsweder Bilder hängen hat, wird er kaum vergessen, des Nachts die Alarmanlage einzuschalten.

Keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Ich ließ den Lichtfinger meiner Stablampe über die Bilder gleiten. Der fand den Modersohn-Becker sofort. Sogar in Augenhöhe neben einem Fritz Mackensen. Ich schaltete die Stablampe aus und hängte sie an meinen Gürtel. Diffuses Mondlicht fiel durch die halb zugezogenen Gardinen in den Raum. Fünf Schritte zum Bild und abhängen. Die perspektivischen Fehler des Bildes sprangen mich an wie eine Speinatter den Eindringling in ihr Revier. Paula hatte schon immer Schwierigkeiten mit der Perspektive. Sie hatte es trotzdem soweit geschafft, dass ihre Bilder einen derartigen Wert darstellten, dass sie sogar geklaut wurden. Egal. Raus aus dem Rahmen, rein in die Tasche. Es passte genau, gute Vorarbeit. Schnell weg. In diesem Moment vernahm ich einen Schrei. Laut und gellend peitschte ein "Nein!" durch die Halle. Eine Frauenstimme in Todesangst. Egal, raus.

Trotzdem, es könnte mich alles kosten, was ich bislang aufgebaut hatte, und die Freiheit dazu. Zwei Schritte in Richtung Tür. Noch ein Schrei. Ich blieb stehen. Der Schrei war aus einer angrenzenden Tür gekommen. Jetzt drang ein leises Wimmern in die Eingangshalle. Um ein guter Dieb zu sein, muss man auch bereit sein, jemanden zu verletzen, im Notfall sogar zu töten; - aber eine Frau leiden zu lassen, steht auf einem anderen Blatt!

Bisher war alles sehr schnell gegangen, ich lag gut in der Zeit, noch eine knappe Minute um mit dem Bild draußen zu sein. Der Teppich schlug eine Welle, als ich meinen Hacken hinein rammte um schnell zu stoppen und zu der Tür zu flitzen, aus der das Wimmern erklang. Soviel Zeit musste sein, ein paar Sekunden waren noch drin, obwohl Frauen vielfach grundlos schreien und wimmern; - aber diesmal nicht. Auf einer jungen Frau lag ein Mann und bewegte konvulsivisch seinen Hintern. Der beträchtliche Hintern eines gewichtigen Mannes. Die Frau sah mich, und ihr Blick war ein einziger Hilfeschrei.

Normalerweise sind Einbrecher maskiert, ich war es diesmal nicht. Ich hieb dem Mann sicherheitshalber meine Stablampe auf den Kopf. Genau auf die Stelle und mit einer Intensität, die nicht den Schädelknochen durchbricht, aber ihm das Licht ausschaltet. Der Mann kippte von der Frau ohne mich gesehen zu haben.

Ich wandte mich zum Gehen.

Die Frau sprang auf.

"Moment mal!"

Sie warf sich ein Kleid über und ergriff eine Reisetasche. Total kaltblütig, gelassen, doch etwas wackelig auf den Beinen wie nach einer Fahrt mit der Achterbahn. Ich war noch nicht an der Haustür, da hatte sie mich bereits eingeholt.

"Nehmen Sie mich mit. Bitte!"

"Wie stellen Sie sich das vor?" Schnell zum Auto, schnell weg, mit dem Bild. So war es geplant, aber jetzt war die Frau da.

"Ich komme einfach mit Ihnen", sagte sie absolut gelassen, "zur Polizei will ich nicht, in ein Hotel kann ich nicht. Was bleibt, ist mit Ihnen zu gehen." Der korpulente Mann konnte jeden Moment erwachen, eventuell würde er mich dann sehen und womöglich wiedererkennen, möglicherweise hatten die Nachbarn was gemerkt, vielleicht war die P

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