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Zimmer 19 Thriller von Raabe, Marc (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.08.2019
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Zimmer 19

Der neue Thriller von Bestsellerautor Marc Raabe! MORD VOR LAUFENDER KAMERA Auf der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale wird zum Entsetzen aller ein Snuff-Film gezeigt. Das Opfer: die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller. Tom Babylon vom LKA und die Psychologin Sita Johanns ermitteln unter Hochdruck. Doch eine Gruppe von Prominenten um Keller mauert. Was hat der Bürgermeister zu verbergen? Und wer ist die Zeugin, die aussieht wie Tom Babylons vor Jahren verschwundene Schwester? Die Ereignisse überschlagen sich, als ein weiterer Mord passiert. Plötzlich stellt Sita Johanns fest, es gibt eine Verbindung zwischen ihr und den Opfern: Ein furchtbares Ereignis in ihrer Jugend - und die Zahl Neunzehn. Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer TV- und Medienproduktion. Schlüssel 17 , Auftakt der Thriller-Serie mit Kommissar Tom Babylon, war monatelang in den Top-Ten der LITERATUR SPIEGEL Paperback-Bestsellerliste. Raabes Romane sind in über zehn Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Familie in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 30.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843721196
    Verlag: Ullstein
    Serie: Ullstein Taschenbuch 28915
    Größe: 3037 kBytes
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Zimmer 19

Prolog

Berlinale-Eröffnungsveranstaltung
Theater am Potsdamer Platz
Mittwoch, 13. Februar 2019
19:17Uhr

Was hat ihn bloß geritten?

Warum zum Teufel dieses Risiko, diese Öffentlichkeit?

Die Atemwolken von Tausenden Menschen steigen in die eisige Februarluft. Schweinwerfer schneiden Kegel in den Nebel. Am Fuß der imposanten Glasfassade leuchtet ein Dauerfeuer aus Blitzlichtern. Handys werden im Gedränge emporgereckt, die Namen von Stars geschrien. Auf einer turmhohen Gazefahne schwebt der Berlinale-Bär über allem, groß und rot.

Ist es, weil er vor der Kleinen angeben will? Ihr etwas bieten will? Der große alte Mann sein will, der alles möglich macht?

Trotz der lausigen Kälte ist ihm heiß. Er zieht sich die schwarze Schirmmütze mit dem Festivalemblem tiefer ins Gesicht und zerrt seine Begleiterin zum Seiteneingang, vorbei an den Fernsehleuten. Das hier sind keine Filmfestspiele mehr, das ist nicht mehr die gute, alte Berlinale. So stellt er sich das Gedränge bei den Oscars vor, auch wenn er noch nie in den Staaten war. Der riesige Bär kommt ihm vor wie King Kong, bereit, die weiße Frau zu entführen.

Im Berlinale-Palast summt es auf sechs Etagen wie in einem Bienenstock. Überall Gold und Rot, Rot, Rot.

Und jede Frau ein anderer Duft.

Er schleust seine Begleiterin an den Überwachungskameras vorbei. Sicher ist sicher. Man weiß nie, wer später einmal einen Blick darauf werfen wird. Deshalb hat er die Karten auch unter falschem Namen bestellt. Heute ist er Bernhard Krüger - mit Begleiterin. Sie heißt Finja, doch er weiß, dass es nicht ihr richtiger Name ist. Irgendwie ist heute alles falsch, kommt es ihm in den Sinn. Und dann noch ein weiterer Gedanke, der ihn eigentlich beruhigen sollte:

Wo könnten wir weniger auffallen als in diesem Gewühle.

Endlich sitzen sie im Saal. Parkett, elfte Reihe Mitte, in den weichen, tiefrot gepolsterten Kinosesseln. Eingekesselt von sündhaft teuren Kleidern, adrett gebundenen Fliegen, blitzenden Zähnen und tiefen Dekolletés, die ihm das Blut in den Kopf steigen lassen - und in die Lenden. Letztes Jahr hieß es noch MeToo , und fast alle kamen hochgeschlossen. Nur gut, dass seine Frau nicht hier ist. Gut, dass er heute jemand anders ist. Vielleicht sollte er das viel öfter tun. Krüger sein.

Er ruft sich zur Ordnung, sieht nach links, zu Finja. Ihre Augen sind groß und blank - für ihn die schönsten Augen der Welt - und fliegen neugierig hin und her. Der Saal ist riesig, so etwas hat sie sicher noch nie erlebt, tausendachthundert Plätze, und jeder ist besetzt.

Fünf Reihen vor ihnen sitzt der Berliner Innensenator Schiller, an seiner Seite die Staatsministerin für Kultur und Medien in einem schulterfreien Abendkleid. Eine Reihe weiter vorne entdeckt er den lichten Haarkranz des Regierenden Bürgermeisters - und plötzlich kommt ihm die bange Frage, ob ER vielleicht auch hier ist, der Mann, vor dem er die größte Angst hat. Der Mann, der sein Leben bestimmt hat - und es noch tut. Er könnte irgendwo hier sein, unter den vielen Gästen der Eröffnungsveranstaltung ...

Oh Gott, wie konnte ich nur so unbedacht sein.

Er atmet tief ein. Und wieder aus. Versucht, Krüger zu sein, den keiner kennt.

Beruhige dich, er macht sich nichts aus Kultur! Alles Firlefanz. Das waren seine Worte!

Krüger lächelt angestrengt, schaut Finja an, und sein Herz geht auf.

Wenn es nur endlich losgehen würde mit dem Film. Dann wären sie sicher, im Schutz der Dunkelheit. Und die Aufmerksamkeit würde nur dem Film gelten. Doch Kurt Wagenbach, der Direktor der Berlinale, wird und wird nicht fertig mit seiner Eröffnungsrede. Nervös zupft Krüger an Finjas Mütze, schiebt eine vorwitzige Haarsträhne zurück unter den Saum. Seine Finger sind schon ganz feucht, und er kann spüren, dass sie es spürt.

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