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Zwei Tote aus der Provence von Novic, Norman (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Zwei Tote aus der Provence

In der Nähe von Kiel wird die Leiche von Marine Mitterand aufgefunden, einer jungen Französin aus der Provence, die bei einer wohlhabenden deutschen Familie als Kindermädchen arbeitete. Die Polizei steht vor einem Rätsel, denn das bildhübsche Mädchen war allseits beliebt und hatte keine Feinde. Allerdings besuchte sie in ihrer Freizeit oft eine zwielichtige Diskothek, in der überwiegend Bi-Männer und Schwule verkehrten. Wurde ihr das zum Verhängnis? Als dann auch noch ihr südfranzösischer Freund den Tod findet, laufen die Ermittlungen von Kommissar Wessels auf Hochtouren. Bei der Beerdigung der Mordopfer in deren Heimat wird eine interessante Beobachtung gemacht. Hilft dies, den Fall zu lösen? Die zwei Toten aus der Provence versetzen die norddeutschen Provinzler jedenfalls in heftigen Aufruhr.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 213
    Erscheinungsdatum: 13.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741211799
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 711kBytes
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Zwei Tote aus der Provence

Mittwoch mit Leiche

Eigentlich war es ein ganz gewöhnlicher Tag, der Tag, an dem man die Leiche fand.

Trude Wessels wachte wie immer sehr früh auf, lauschte eine Weile dem fröhlichen Vogelgezwitscher vor ihrem Fenster und beobachtete das Morgenlicht, das immer deutlicher durch die Ritzen der Jalousie drang. Es sah nach Sonne aus. Gut. Sie dehnte und streckte ihren Körper unter der weichen Decke, um zu überprüfen, wie sich die Schmerzen im rechten Knie heute verhielten, stellte befriedigt fest, dass die Arthrose anscheinend noch nicht aufgewacht war, schlug die Bettdecke zurück und schwang mit einem Elan, den man ihrem fünfundsechzigjährigem Körper kaum zugetraut hätte, ihre Beine aus dem Bett.

Das wird ein guter Tag heute, dachte sie, tappte barfuß zum Fenster und zog mit Schwung die Jalousien hoch. Der helle frühsommerliche Sonnenschein blendete ihre Augen für einen Moment und zwang sie zum Blinzeln. Ihre ohnehin gute Stimmung stieg noch um einige Grade an. Sie öffnete das Fenster und ließ die frische Morgenluft ins Zimmer. Ein Junitag, wie er im Buche steht, dachte sie zufrieden. Selten genug hier im Norden. Mal sehen, was er mir Schönes bringt.

Sie beschloss, das Frühstück für die Familie zuzubereiten. Helgarth würde sicher froh sein, sich an einen fertig gedeckten Frühstückstisch setzen zu können, bevor sie die Zwillinge zur Schule und selbst zur Arbeit in den Kindergarten fahren musste. Von Eberhard ganz zu schweigen. Trudes Sohn war ein rechter Morgenmuffel, der nicht zu genießen war, bevor er nicht seine erste Tasse Kaffee getrunken hatte.

Trude zog ihren zerschlissenen alten Frotteebademantel an, den sie bis jetzt erfolgreich gegen alle Versuche Helgarths, ihn der Altkleidersammlung anzuvertrauen, verteidigt hatte, schlüpfte in ihre Hausschuhe und ging in das kleine Bad, das zu ihrer Einliegerwohnung gehörte.

Sie war froh, dass sie hier oben im Haus ihr eigenes kleines Reich hatte. Nach dem Tod ihres Mannes war Eberhard mit seiner Frau und den Zwillingen in das Einfamilienhaus eingezogen, das für Trude allein viel zu groß geworden war. Die junge Familie bewohnte das Erdgeschoss, während Trude sich im oberen Stockwerk eingerichtet hatte. Noch könne sie die Treppe ohne Treppenlift bewältigen, hatte sie argumentiert, als es darum ging, wie die Räume verteilt werden sollten. Eigentlich hätten die Kinder ihre Zimmer oben haben sollen, aber Trude hatte darauf bestanden, sich wenigstens ein geringes Maß an Selbstständigkeit zu bewahren mit einem eigenen Wohnzimmer, einer Küchennische und eigenem Bad.

Hier konnte sie ungestört ihre Kränzchenschwestern empfangen, konnte im Fernseher ihre Lieblingsserien verfolgen und die Musik hören, die sie liebte.

Die Zwillinge waren damals gerade zwei Jahre alt gewesen, und Helgarth und Eberhard, die beide beruflich sehr eingespannt waren, hatten sich über Trudes gelegentlichen Babysitter- und Küchendienste sehr gefreut. Neben all diesen praktischen Erwägungen, die natürlich eine Rolle gespielt hatten, war die Wahrheit, die Trude sich nur heimlich eingestand: Sie hatte das leere Haus nicht mehr ausgehalten. Clemens, ihr Mann, fehlte ihr an allen Ecken und Enden. Sie war ein geselliger Mensch und liebte es, wenn viel Trubel um sie herum war. Das Haus war einfach zu still geworden. Das junge Ehepaar mit den zwei lebhaften Kindern war ihr also gerade recht gekommen.

Während sie das warme Wasser in der Dusche über ihren Körper laufen ließ, überlegte Trude, wie sie das schöne Wetter nutzen könnte. Auf jeden Fall würde sie nach dem Frühstück eine ordentliche Runde Nordic-Walking absolvieren, wegen der Bewegung, die ihren Gelenken gut tat. Am Ortsrand von Schwedeneck gab es ein kleines Waldstück, durch das lange Spazierwege führten. Jetzt um diese Jahreszeit war es dort geradezu idyllisch, und Trude liebte es, begleitet von Vogelgezwitscher und dem herrlichen Duft nach Holz, Erde und Moos, zügig du

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