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Zwetschgendatschikomplott Der sechste Fall für den Eberhofer Ein Provinzkrimi von Falk, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Zwetschgendatschikomplott

Umbracht is' Der Rudi zieht ins Schlachthofviertel und staunt, als ihm eine riesige Krähe einen abgetrennten Frauenfinger zu Füßen legt. In ihrem sechsten Fall ermitteln der Eberhofer und der Rudi im Münchner Rotlichtmilieu - denn der Finger gehörte einer ermordeten Prostituierten. Während der Wiesn sterben weitere Frauen durch eine rätselhafte Mordwaffe ... Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Bayern, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer und ihren Romanen 'Hannes' und 'Funkenflieger' hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben - weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Höchst erfolgreiche Kino-Verfilmung der Eberhofer-Serie mit Sebastian Bezzl und Simon Schwarz in den Hauptrollen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423424189
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: Franz Eberhofer Bd.6
    Größe: 1617 kBytes
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Zwetschgendatschikomplott

Kapitel 1

Der Birkenberger Rudi ist jetzt umgezogen. Von seiner eher charmefreien Wohnblocksiedlung am Stadtrand ausgerechnet ins Münchner Schlachthofviertel. Hört sich ekelig an? Ist es auch. Aber der Rudi sagt, es ist DIE neue Ecke in unserer wunderbaren Landeshauptstadt. Total angesagt. Der volle Hype quasi. Alles, was Rang und Namen hat, will dort jetzt hin. Und dass es fast schon so was wie ein Sechser im Lotto ist, wenn man da überhaupt eine bezahlbare Wohnung kriegt. Noch dazu eine mit Balkon. Und die hat er jetzt. Ist zwar Nordseite, aber scheiß drauf, hat der Rudi gesagt. Bis mittags hat er da trotzdem irgendwie Sonne, erst ab zwölf ist sie weg. Und bis dahin ist er längst fertig mit Caffè Latte in der Natur. Seit sechs Wochen wohnt er nun dort, ich hab ihm beim Umzug geholfen, frag nicht! Obwohl er kaum was an Möbeln hat, war das das pure Chaos. Einfach, weil er all seine Habseligkeiten in Plastiktüten verpackt hat. Kein einziger Karton, alles Plastik. Wir sind dahergekommen wie zwei Araber auf dem Weg zum Pfandhaus. Und dann hat er sich auch noch vom Blumenladen ums Eck einen Transporter ausgeliehen. Um es auf den Punkt zu bringen, so eine Vespa Ape, also so ein Teil mit nur drei Rädern und ohne richtiges Lenkrad, dafür aber in Hellblau mit jeder Menge Blumenprints drauf und der Aufschrift "FlowerPower". Der Rudi ist relativ mittig gesessen und hat das Vehikel gelenkt. Und weil's logischerweise ziemlich eng ist da drinnen, hab ich meinen Kopf an seine Schulter legen müssen. Genau genommen haben wir ausgesehen wie zwei schwule Araber auf dem Weg zum Pfandhaus. Aber wurst.

Jedenfalls residiert er in seinem neuen Domizil, das er sowieso einzig und allein seinem Beruf zu verdanken hat. Weil er nämlich in seiner Tätigkeit als Privatdetektiv von einem Geschäftsmann beauftragt wurde, dessen Kompagnon zu überwachen, weil Ersterer vermutet hat, dass er von Zweiterem beschissen wird. Was der Rudi dann auch tatsächlich ziemlich schnell und ganz klar bestätigen konnte. Leider hatte aber Zweiterer den Ersten so dermaßen beschissen, dass dieser im Nullkommanix pleite war und deshalb den armen Birkenberger nicht mehr auszahlen konnte. Glücklicherweise aber war er wenigstens noch im Besitz von eben dieser Wohnung. Und dadurch kann der Rudi jetzt relativ günstig darin wohnen, so lange wie er mag. Und obendrein kann er morgens mit seinem Latte auf dem wunderbaren Nordbalkon hocken, die Zeitung lesen oder die Krähen beobachten, was er übrigens mit wachsender Begeisterung tut. Ich persönlich kann diese Leidenschaft nicht teilen. Nicht im Geringsten. Doch der Rudi kann stundenlang dabei zuschauen, wie sich diese Viecher aus dem Container mit den Fleischabfällen kulinarisch versorgen und dabei ganz ekelhafte Krächzgeräusche von sich geben. Das aber nur so am Rande, und wie auf Kommando läutet jetzt prompt mein Telefon und der Rudi ist dran.

"Eberhofer", melde ich mich noch ein wenig verschlafen. Gestern ist es nämlich ziemlich spät geworden beim Wolfi. Und wenn uns dieser blöde Wirt nicht irgendwann rausgeschmissen hätte, dann würden wir wohl immer noch drinhocken, der Flötzinger, der Simmerl und ich. Wir haben Musik gehört und Bier getrunken und ein bisserl über die Weiber gelästert. Aber nur ein ganz kleines bisserl. Und der Wolfi hat Gläser poliert und die Augen verdreht. Wie immer halt.

"Franz! Du glaubst nicht, was auf meinem Balkongeländer hockt", hör ich den Rudi jetzt durchs Telefon schnaufen.

"Nicht?", sag ich leicht heiser, räuspere mich und setz mich dann erst mal im Bett auf. Der Ludwig liegt direkt davor auf dem Boden und deswegen steig ich ihm versehentlich auf eine der Pfoten. Ganz vorwurfsvoll schaut er mich an, zieht beleidigt den Schwanz ein und humpelt in die Ecke.

"Sorry, Ludwig", murmle ich so mehr vor mich hin.

"Sag einmal, Franz, hörst du mir eigentlich zu?"

"Nein, keine Ahnu

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