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Keiner muss draußen bleiben von Jungblut, Michael (eBook)

  • Erschienen: 23.09.2014
  • Verlag: Linde Verlag Wien Gesellschaft m.b.H.
eBook (ePUB)
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Keiner muss draußen bleiben

Jedem seine Chance
Obwohl immer mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben, finden viele Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz. Schlechte Noten, unzureichende Sprachkenntnisse, Behinderung, falsche berufliche Orientierung: Das sind die wichtigsten Gründe für einen Fehlstart, der vielfach ein Leben lang nachwirkt. Solche Negativ-Karrieren lassen sich verhindern. Das zeigen erfolgreiche Modelle im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und für die Integration Benachteiligter. Dieses Buch vereint hundert in der Praxis erprobte Beispiele, wie jungen Menschen nachhaltig geholfen werden kann - in der Schule, durch Unternehmen und private Initiativen - und wie diese Erfolge wiederholt werden können.

Michael Jungblut, Diplom-Volkswirt und Journalist, war Leiter der Wirtschaftsredaktion der Wochenzeitung DIE ZEIT, anschließend Leiter der Hauptredaktion Wirtschaft und Soziales des ZDF. Autor zahlreicher Bücher.

Produktinformationen

    Größe: 3193kBytes
    Herausgeber: Linde Verlag Wien Gesellschaft m.b.H.
    Untertitel: 44 Erfolgsmodelle gegen Jugendarbeitslosigkeit
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 192
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783709405055
    Erschienen: 23.09.2014
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Keiner muss draußen bleiben

Die Jagd auf den Nachwuchs nimmt gelegentlich skurrile Formen an: Die einen locken mit Dienstwagen. Die anderen lassen Mitarbeiter im Weltraumanzug zwischen Kühlregalen schweben. Sparkassen sehen die Zeit für Helden gekommen und suchen den dazu passenden Super-Azubi. Eine Sparda-Bank setzt ihre Hoffnungen offenbar eher auf Feen und wirbt mit Zauberwesen in Weiß. Die Arbeiterwohlfahrt verspricht dem Nachwuchs "Hauptrollen". Polizisten rappen in einem Werbeclip oder singen alberne Kinderlieder. Eine Feuerwehrchefin schreckte nicht einmal vor schlüpfrigen Anzeigentexten zurück. Dabei wollen alle nur das eine: Jugendliche mit allen Mitteln auf sich aufmerksam machen. Denn wer sie nicht als künftige Fachkräfte gewinnen kann, hat schon verloren.

Der Gegensatz könnte nicht größer sein: Während sich die Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Spanien, Portugal, Frankreich, Italien oder Griechenland zu einer sozialen Katastrophe entwickelt hat, machen die Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Jagd auf den Nachwuchs. Kein Wunder: Schon jetzt ist der Mangel an Fachkräften für einige Branchen und Betriebe schmerzlich spürbar, in wenigen Jahren kann er existenzbedrohend sein. Daher wird der Wettbewerb am Ausbildungsmarkt immer härter. Während die Gewerkschaften noch vor wenigen Jahren auch bei uns über einen gravierenden Mangel an Ausbildungsplätzen klagten, hat der Notstand inzwischen einen anderen Namen: Nachwuchsmangel.

Keiner muss draußen bleiben Kein Zweifel: Ohne eine ausreichende Zahl von Fachkräften gerät der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr. Die demografische Zeitbombe tickt immer lauter. Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern bedroht nicht nur Wachstum und Wohlstand, sondern auch die Stabilität der Rentensysteme. Sie zwingt nicht nur in der Kranken- und Altenpflege zum Umdenken. Ohne Lokführer und Stellwerkpersonal bleiben die Züge stehen. Ohne Lehrernachwuchs fallen immer mehr Stunden aus. Ohne junge Ingenieure können keine konkurrenzfähigen Exportprodukte entwickelt und ohne hochqualifizierte Facharbeiter auch nicht produziert werden.

Doch so paradox es klingt: Trotz des Nachwuchsmangels bleiben weiterhin zahlreiche Jugendliche auf ihrem Weg in die Berufs- und Arbeitswelt auf der Strecke oder kommen nur auf großen Umwegen ans Ziel. Manchen droht Dauerarbeitslosigkeit. Im Extremfall stehen am Ende ihres Weges Alkohol- und Drogenabhängigkeit oder ein Abgleiten in die Kriminalität.

Die Situation hat sich seit einigen Jahren zwar leicht verbessert, aber bundesweit verlassen immer noch sechs Prozent der Hauptschüler die Schule ohne Abschluss. In einzelnen Bundesländern sind es sogar deutlich mehr (fast zwölf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, über zehn Prozent in Sachsen, 9,7 Prozent in Berlin, acht Prozent in Bremen). Bildungsexperten argwöhnen zudem, dass die etwas besseren Ergebnisse nur dadurch erreicht werden, dass die Anforderungen gesenkt wurden. Überdies dürfen die Durchschnittsergebnisse nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Noten bei Schulen, die inmitten "sozialer Brennpunkte" liegen, noch deutlich schlechter ausfallen. So schafft im Berliner Wedding rund ein Drittel der Schüler den Hauptschulabschluss gar nicht. Bei einem weiteren Drittel sehen die Zeugnisse so jämmerlich aus, dass sie bei jeder Bewerbung zur Belastung werden.

Das bedeutet: Jahr für Jahr endet für über fünfzig- bis sechzigtausend Jungen und Mädchen die Schulzeit mit einer persönlichen Niederlage. Die Folge ist, dass auch ihre ersten Schritte ins Berufsleben mit einer Pleite beginnen. Als Antwort auf ihre Bewerbungen kommt fast immer eine Absage. Addiert man die "Schulversager" zu denen, die es gerade mal so eben gesc

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