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Vom Wissen zum Buch Fach- und Sachbücher schreiben von Reinhardt, Klaus (eBook)

  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Vom Wissen zum Buch

Die pragmatische Schreibanleitung für (potenzielle) Sach- und Fachbuchautoren

Wollen Sie mit einem Lehrbuch ein neues Gebiet besetzen? Wollen Sie in einem Sachbuch die Öffentlichkeit aufklären? Wollen Sie Menschen mit einem Ratgeber helfen?

Der langjährige Fachlektor Klaus Reinhardt hilft Ihnen dabei mit klaren Anleitungen, hilfreichen Tipps und wertvollem Insiderwissen. Schritt für Schritt realisieren Sie so Ihr Wunschprojekt - von der ersten Ideenskizze bis hin zum erfolgreichen Publizieren in einem angesehenen Verlag.

Gespräche mit fünf AutorInnen ganz unterschiedlicher Bücher - Werner Bartens, Klaus Hurrelmann, Tilmann Moser, Maja Storch und Gabriele Weiss - verdeutlichen die vielen Möglichkeiten, mit nichtfiktionalem Schreiben erfolgreich zu sein. Die Neuauflage wurde um ein Kapitel "Für sich selbst schreiben" und um ein Kapitel zu Buchtiteln erweitert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 204
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456749174
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 799 kBytes
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Vom Wissen zum Buch

" 5 Machen Sie sich interessant (S. 133-134)

Picture yourself on a boat on the river With tangerine dreams and marmelade skies The Beatles

5.1 Verben pflegen und Bilder jäten

Nicht schlecht: Aus Fachkauderwelsch ist ein verständlicher, seriöser, klar strukturierter Text geworden, der die Leser freundlich an die Hand nimmt, ihnen die Grundlagen erklärt und sie zwischendurch gebührend beeindruckt. Warum sind Sie trotzdem noch nicht zufrieden? Warum wird das Buch den literarischen Ansprüchen, die das Satz-für-Satz-Umschreiben geweckt hat, noch nicht ganz gerecht? Warum klingen manche Sätze, auch wenn sie nun gut verständlich sind, nach amtlicher Verlautbarung?

Warum ist da nicht mehr Action drin, mehr Witz? Sie selbst sind ja ehrlich begeistert von Ihrem Thema und könnten auch nachts am Kneipentisch stundenlang davon erzählen; warum teilt sich nicht mehr von dieser Begeisterung dem Text mit? Warum liest sich manches immer noch so gepflegt langweilig?

Viele mündlich faszinierende Fachautoren entdecken beim Schreiben den Amtsschimmel in sich. Das hat etwas mit der Angst vor dem Verstandenwerden zu tun, aber das sollten wir hinter uns haben. Aufklärung ist kein Verwaltungsakt, Amtssprache kein Ersatz für gute Wissenschaftsprosa.

Häufig liegt das Problem nur darin, dass Sie sich Alternativen nicht vorstellen können und schlechten Vorbildern hinterherschreiben. Ich will daher noch einmal technisch werden, um zu erklären, was interessante Sätze von langweiligen unterscheidet. Dann können Sie immer noch entscheiden, wie viel literarische Faszination Sie sich trauen wollen. Genauso pauschal, wie ich in Kapitel 4.4 Verständlichkeit zu einer Funktion des Satzbaus erklärt habe, möchte ich jetzt das Problem der Langeweile auf eine simple technische Frage reduzieren:

Langeweile entsteht durch langweilige

Verben. Das zentrale Verb, das Prädikat, gibt einem Satz seinen Bewegungsimpuls. Die eindrücklichsten Prädikate sind denn auch die "schwitzenden Verben", die eine physische Bewegung ausdrücken: hüpfen, stolpern, wuchten, schubsen ... Die Amtssprache dagegen versucht Bewegung zu vermeiden und deshalb eigentlich ohne Verben auszukommen. Da das grammatisch nicht geht, greift man zu toten, inhaltslosen Verben wie "erfolgen" (s. Tab. 7, S. 136). Dadurch werden alle Bedeutungen den Substantiven (Nomen) aufgebürdet, deshalb nennt man diese Art zu schreiben "Nominalstil". Er ist leider auch in derWissenschaft weit verbreitet:

Aufgrund der Bedeutung dieser Ergebnisse erfolgte die Entscheidung zur Durchführung weiterer Studien. In Verbalstil, also mit richtigen, bedeutungstragenden Vollverben, hieße dieselbe Aussage etwa: Was wir herausfanden, erschien uns so wichtig, dass wir uns entschlossen, weiter zu forschen. Welch ein Unterschied! Das Beispiel zeigt, dass man nicht für jeden Zweck und jede Zielgruppe möglichst verbal formulieren würde. Ich möchte, anders als die meisten Stillehren, Ihnen den Verbalstil nicht aufdrängen – genauso wenig wie im vorigen Kapitel den Hauptsatz. Aus zwei Gründen mag Ihnen der Verbalstil-Satz Unbehagen bereiten:

Erstens stört Sie vielleicht das Subjekt "wir"; lesen Sie noch einmal in Kapitel 4.2 nach über den Unterschied zwischen einem Autoren- Ich und einem Meinungs-Ich. In Hinsicht auf die Lesbarkeit stellt sich, wenn aufgrund des Weglassens der ersten Person eine radikale Entsubjektivierung jeglicher Aussage eintritt, das Ergebnis suboptimal dar – also, wenn dabei solche Sätze herauskommen, finde ich, Sie sollten lieber "Ich" schr

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