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"Mama, ich will spielen!" Warum dänische Kinder resilienter und kreativer sind von Sandahl, Iben Dissing (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2020
  • Verlag: Mosaik bei Goldmann
eBook (ePUB)
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"Mama, ich will spielen!"

Was brauchen Kinder, um glücklich zu sein? Wir investieren heute so viel Zeit und Energie in die schulische Bildung unseres Nachwuchses, anstatt zuzulassen, dass sie sich selbst und ihre Umgebung spielerisch erkunden. Unstrukturiertes, freies Spiel ist keine Zeitverschwendung. Ganz im Gegenteil: Spielen ist ein wertvoller, experimenteller Weg, bei dem Kinder die Gelegenheit haben, grenzenlose Räume in ihrer Fantasie zu erschaffen. Warum in Dänemark Spielen ein wichtiges Element der kindlichen Entwicklung ist, zeigt dieses Buch allen Eltern und Erziehern. Eine ganz praktische Anleitung zur Integration des Spiels in unseren Alltag und den unserer Kinder.

Iben Dissing Sandahl ist Psychotherapeutin und Familienberaterin und seit vielen Jahren in eigener Praxis bei Kopenhagen tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 13.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641260835
    Verlag: Mosaik bei Goldmann
    Originaltitel: Play The Danish Way
    Größe: 1949 kBytes
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"Mama, ich will spielen!"

Die dänische Art

Das Spielen macht einen großen Teil des Dänischseins aus. Es ist seit Jahrhunderten ein grundlegender Bestandteil der dänischen Tradition. 1871 entwickelten die Dänen Niels und Erna Juel Hansen die erste spielorientierte Erziehungstheorie, die von Friedrich Fröbel, einem deutschen Pädagogen, inspiriert war. Juel Hansen hielt das Spiel für wesentlich für die Kindesentwicklung, und in Dänemark hat diese Einschätzung immer noch Bestand. Die dänische Art der Kindererziehung spiegelt viele Aspekte der dänischen Kultur wider - bezogen auf den wirtschaftlichen Kontext, unsere Teilhabe an der Politik und unsere ethischen Grundsätze für die Interaktion innerhalb einer Gemeinschaft.

»Kinder lernen beim Spielen. Vor allem lernen Kinder im Spiel zu lernen.«

O. Fred Donaldson

In den USA und vielen anderen Ländern wird das Spiel zum Teil als Zeitverschwendung angesehen, da Lernen als wichtiger gilt. Viele Eltern auf der ganzen Welt konzentrieren sich auf die Bildung, und das Spielen wird traditionell nicht als Beitrag zum Lernen gesehen. Asiatische Eltern legen sehr viel Wert auf große Anstrengung, Disziplin und geplante Aktivitäten. Amerikaner sind häufig zielorientiert und lehren ihre Kinder, unabhängig, selbstbewusst und erfolgreich zu sein. In Afrika braucht es anscheinend ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen, da alle sich für jedes Kind verantwortlich fühlen, als ob es ihr eigenes sei. Südamerikaner wirken oft sehr geradlinig und autoritär, während Araber traditionelle Erziehungsmethoden bevorzugen und im Allgemeinen weniger Wert auf die seelischen und sozialen Bedürfnisse von Kindern unterschiedlichen Alters zu legen scheinen.

Doch wo wir auch leben: Das Spiel ist immer ein Ausdruck der eigenen Kultur. Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem Kinder nicht spielen.

Die dänische Erziehungsmethode unterscheidet sich dadurch von anderen, dass die Kinder sehr viel Gelegenheit zum unstrukturierten Spiel haben, dass es viele Aktivitäten im Freien und häusliche Umfelder gibt, in denen Kinder aufblühen können. Spontanes Spiel findet eher statt, wenn die Kinder sich sicher fühlen und in einer von Akzeptanz und dem Satz »Es ist in Ordnung« geprägten Atmosphäre leben.

Die Dänen kennen den Wert des freien Spiels seit den Anfängen der Pädagogik, und es liegt nahe, im freien Spiel einen der Hauptgründe dafür zu sehen, dass aus dänischen Kindern Erwachsene werden, die seit 40 Jahren zu den glücklichsten Menschen der Welt zählen. In Dänemark gilt das Spielen nicht als faulenzerischer Luxus, sondern als Eckpfeiler der Entwicklung. Im Spiel können Kinder ohne die Einschränkungen des Erwachsenenlebens ihr volles Potenzial entdecken und ihre individuellen Talente entwickeln. Ich bin davon überzeugt, dass das Spielen in naher Zukunft als die pädagogisch wertvollste Aktivität gelten wird. Und sie kostet keinen Cent. Sie verlangt von den Eltern allenfalls ein wenig Präsenz und Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass wir gemeinsam die Ketten einer durchgeplanten Lebensstruktur sprengen und der Fantasie unserer Kinder freien Lauf lassen, damit sie im Inneren ihre eigene Struktur finden können.

Die Grundlagen der dänischen Pädagogik

Dänemark besitzt eine lange historische, kulturelle und pädagogische Tradition, die uns meiner Meinung nach von anderen Ländern unterscheidet. Wie andere skandinavische Länder hält sich auch Dänemark an die UN-Kinderrechtskonvention, die nicht nur die Erfüllung der Grundbedürfnisse (ein Dach über dem Kopf, materielles Wohlergehen und ein Gefühl von Sicherheit) vorsieht, sondern auch nahelegt, das einzelne Kind zu respektieren, worauf in skandinavischen Schulen und Kindergärten großer Wert gelegt wird. Die Dänen haben großes Vertrauen zueinander, und das politische System basiert auf Werten, die uns wichtig sind, wie sozialer Zusammenhalt und Toleranz. Die Meinungsfreiheit ermöglicht den öffentlichen Diskurs über n

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