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AD(H)S in der Pubertät Jugendliche stärken und Krisen meistern von Reimann-Höhn, Uta (eBook)

  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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AD(H)S in der Pubertät

AD(H)S im Kindesalter wächst sich mit den Jahren nicht aus, oft ist sogar das Gegenteil der Fall: unvermittelte Wutausbrüche, mangelnder Antrieb, Probleme mit Autoritäten, Angst, Sorge oder Erschöpfung. Vor allem in der Pubertät gipfeln diese Probleme oft in Konflikten, die für Eltern und Kinder sehr belastend sind. In diesem Buch werden typische Situationen beschrieben, die Hintergründe erläutert und Handlungsmöglichkeiten für den Alltag vorgeschlagen.

Dipl. Pädagogin Uta Reimann-Höhn beschäftigt sich praktisch und wissenschaftlich mit den Themen Kinder, Erziehung und Schule. Sie arbeitet als Lerntherapeutin und ist Autorin zahlreicher Sachbücher und Unterrichtsmaterialien. Bereits 1997 rief sie das Pädagogik Portal www.lernfoerderung.de ins Leben, das sie bis heute redaktionell betreut. Sie gründete und leitete viele Jahre lerntherapeutische Einrichtungen und ist seit 2006 Chefredakteurin des Ratgebers 'Lernen und fördern mit Spaß!' Uta Reimann-Höhn ist Mutter zweier Söhne, sie lebt mit ihrem Mann in Wiesbaden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451807336
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4087 kBytes
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AD(H)S in der Pubertät

1. Kapitel

Grundwissen über AD(H)S

AD(H)S ist ein Dauerthema, zu dem es viele Bücher und Informationsseiten im Netz gibt. Diese Vielfalt verwirrt. Hinzu kommt, dass das noch recht junge, psychische Störungsbild immer wieder in Frage gestellt wird. Ursächlich dafür sind die drei Hauptsymptome, die jeder Mensch bei sich mehr oder weniger feststellen kann. Die Grenze von einem normalen Verhalten zu einer Störung wie AD(H)S ist dabei fließend. Niemand kann sie bis heute genau festlegen.

Die drei Hauptsymptome sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
Unaufmerksamkeit

Die Unaufmerksamkeit zeigt sich in allen Lebensbereichen und hat besonders in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium negative Folgen. Die Jugendlichen übersehen Details und machen jede Menge Flüchtigkeitsfehler. Sie können sich nicht lange konzentrieren und haben Probleme zuzuhören. Sie fangen viel an und führen kaum etwas zu Ende.

Natürlich fällt es ihnen auch schwer, ein Projekt oder eine Aufgabe zu planen und diese Planung dann auch abzuwickeln. Das Wissen um diese Unfähigkeit führt dazu, dass die Betroffenen solche Aufgaben aktiv vermeiden und sich aus Angst vor dem Misserfolg entziehen. Sie sind vergesslich und verlieren gerne Gegenstände aller Art. Ihre Reizoffenheit ist ursächlich verantwortlich dafür, dass sie sehr leicht ablenkbar sind von allem, was um sie herum passiert.
Hyperaktivität

Am auffälligsten ist das Symptom Hyperaktivität, denn ein unruhiges, nie still sitzendes Kind kann seine Umgebung in den Wahnsinn treiben. Besonders in der Kindheit machen hyperaktive Jungen und Mädchen ihren Eltern das Leben schwer. Häufig vermeiden die Familien Besuche bei anderen und ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück, um nicht immer wieder unangenehm aufzufallen. Später wandelt sich die äußere Unruhe oft in eine innere Nervosität. Typische Anzeichen für das hyperaktive Verhalten sind:

- Zappeln und sich winden, während man sitzt oder steht
- Aufspringen und herumlaufen während sitzender Tätigkeiten
- Rennen oder herumklettern, egal wo man sich befindet
- Nicht in der Lage sein, leise zu spielen
- Getrieben wirken, umtriebig sein
- Übermäßig viel reden Impulsivität

Die Impulsivität stellt Kinder und Jugendliche mit AD(H)S oft ins soziale Aus. Immer wieder sagen sie unüberlegt Dinge, die andere verletzen. Im Unterricht stören Sie massiv, weil ihnen die Zurückhaltung nicht gelingt. Typische Verhaltensweisen der Impulsivität sind:

- Mit Antworten herausplatzen, bevor die Frage zu Ende gestellt worden ist
- Reihenfolgen ignorieren und nicht warten können, bis man an der Reihe ist
- Anderen ins Wort fallen oder gleichzeitig sprechen.
Wer unter der Störung leidet, am gesellschaftlichen Leben kaum teilnehmen kann, soziale Kontakte vermisst oder in der Schule und Ausbildung versagt, braucht Unterstützung. AD(H)S kann das Familienleben extrem belasten und führt manchmal sogar zu ihrer Auflösung. Je besser Eltern informiert sind, desto eher kann eine Therapie Hilfe bringen. Der Weg zu Fachleuten ist sehr zu empfehlen.
AD(H)S und Hochbegabung

In einem Teil der Literatur über AD(H)S wird immer wieder davon ausgegangen, dass die Störung Ausdruck einer Hochbegabung sei. Prominente Beispiele werden für diese These angeführt. So sollen beispielsweise Bill Gates und auch der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs von AD(H)S betroffen gewesen sein. Allerdings gibt es keine gesicherte Diagnose, lediglich Vermutungen, denn die beiden erfolgreichen Unternehmer gelten als schwierige, getriebene Persönlichkeiten.

Für ein erhöhtes Zusammentreffen von AD(H)S und einer Hochbegabung gibt es kei

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