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Aus dem Leben schöpfen von Kast, Verena (eBook)

  • Erschienen: 08.03.2016
  • Verlag: Herder, Freiburg
eBook (ePUB)

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Aus dem Leben schöpfen

Das eigene Biografie als Kraftquelle - denn Sinn und Bedeutung liegen in jedem Leben. Und im Rückblick erweisen gerade schwere Zeiten als stärkend. Vor allem wenn es uns gelingt, ein Gefühl von Stimmigkeit und Verbundenheit, ein Vertrauen in das Leben aufzubringen. Im Werk der bekannten jung'schen Analytikerin und Psychotherapeutin Verena Kast wird deutlich: Wenn wir unser Leben als kohärent verstehen und es annehmen, wird es zu einer tiefen Kraftquelle.

Verena Kast, Psychotherapeutin, Dozentin, Lehranalytikerin am C.G.-Jung-Institut Zürich, Professorin und Ehrenpräsidentin der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie.

Produktinformationen

    Größe: 386kBytes
    Herausgeber: Herder, Freiburg
    Untertitel: Das Verena-Kast-Lesebuch
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 192
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783451807510
    Erschienen: 08.03.2016
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Aus dem Leben schöpfen

II

Fühlen: Gefühle verstehen lernen

Das Emotionsfeld Angst - und der Gegenpol der Hoffnung

Auch bei der Angst gilt, was für die anderen Emotionen gilt: Wir haben selten nur Angst. Wir haben es fast immer mit ganzen Emotionsfeldern zu tun. Emotionsfelder meint natürlich auch Sprachfelder, denn Emotionen benennen wir mit mehr oder weniger farbigen Ausdrücken. Zum Emotionsfeld der Angst gehört die Spannung, die Beklemmung, die Panik, die Furcht. Dieses Emotionsfeld Angst geht aber noch wesentlich weiter. Zum Emotionsfeld Angst gehört dann auch Kummer, Zorn, Wut, Aggression. Angst und daraus resultierender Ärger, mit dem Feindseligkeit verbunden ist, sind zwei Emotionen, die sehr eng verschwistert sind. Wenn wir Angst haben, dann wollen wir bekanntlich entweder fliehen oder angreifen. Angreifen aber ist Aggression. Es gibt Menschen, die sehr selten Angst spüren, dafür wesentlich leichter die Aggression. Man hat dann das Gefühl, dass diese Leute immer zornig sind. Sie geben einem den Eindruck von sehr kraftvollen Menschen, und dennoch kann man plötzlich auch dahinter kommen, dass hinter ihrem so leicht erregbaren Zorn Angst steckt; eine Angst, die durch den Zorn abgewehrt wird. Der Zorn ist ja eine Emotion, die vorwärtstreibt, die verändert.

Zur Angst gehört dann auch das Emotionsfeld Angst - Scham - Schuld. Das ist ein sehr wichtiges und ein recht breites Emotionsfeld. Auf der anderen Seite haben wir dann das Emotionsfeld Angst - Mut - Hoffnung. Angst kann geradezu als Gegenpol der Hoffnung gesehen werden, überhaupt als Gegenpol zu all den gehobenen Emotionen, die uns weit machen. 29 Angst macht uns eng, Angst lässt uns nicht atmen, Angst gibt uns das Gefühl, eingeschnürt zu sein, ganz im Gegensatz eben zu Freude, zu Inspiration, zu Hoffnung. Diese Emotionen erscheinen im ersten Moment fast unvereinbar mit der Angst, doch es sind ihre Gegenpole. Beide sind auf die Zukunft bezogen. In der Angst haben wir im äußersten Fall den Eindruck, überhaupt keine Zukunft mehr zu haben. Wir fühlen uns nicht mehr getragen, fühlen uns unsicher in diesem Leben, existenziell bedroht. Bei der Hoffnung, da hoffen wir auf eine bessere Zukunft, sogar wider besseres Wissen. Wir entwerfen uns vertrauensvoll auf eine Zukunft hin, die uns noch als verdeckte Vision erscheint und an die wir dennoch zu glauben vermögen. Dabei erfahren wir das Lebensgefühl des Getragenseins.

Aus: Verena Kast, Vom Sinn der Angst. Wie Ängste sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen

Vom Umgang mit der Angst

Natürlich weiß man, dass man sich der Angst stellen und mit ihr umgehen sollte, dass man sich nur so entwickelt und in der Auseinandersetzung mit den Bedrohungen, die immer da sein werden, kompetent wird. Man weiß dies alles, weicht aber der Angst immer wieder aus; dann traut man sich mit der Zeit überhaupt nichts mehr zu, wird immer ängstlicher, immer lebensuntüchtiger und in der Regel auch immer abhängiger von Menschen, die angeblich besser zu leben verstehen, das Leben besser im Griff haben. Man zieht sich zurück, man entwickelt Tendenzen, alles im Leben kontrollieren zu wollen, und verweigert sich den Wandlungen des Lebens.

Angst gehört zum Menschen, sie ist ein wichtiges Anzeichen dafür, dass wir in einer Situation, die Angst auslöst, achtsam sein müssen, achtsam mit dem Leben umgehen müssen. Angst ist also Emotion, die wir dann erleben, wenn wir uns bedroht fühlen oder ein bedrohliches Ereignis erwarten, uns zugleich aber dieser Situation hilflos ausgeliefert fühlen.

Angst ist ein emotionaler Zustand des Organismus, sie ist gekennzeichnet durch einen betont als unangenehm erlebten Erregungsanstieg. Gleichzeitig nimmt man eine komplexe mehrdeutige Gefahrensituation wahr, in der eine adäquate Reaktion nicht möglich erscheint. Angst setzt dann ein, wenn etwas, das uns persönlich als sehr wertvol

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