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Aus und vorbei Woran Frauenfreundschaften zerbrechen und wie wir daran wachsen - Mit zahlreichen Erfahrungsberichten von Röhrig, Dorothee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2019
  • Verlag: Kailash
eBook (ePUB)
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Aus und vorbei

Wenn Freundinnen Schluss machen Kaum ein Mensch ist Frauen wichtiger als die beste Freundin: Sie ist Vertraute und Beraterin, Kummerkasten und Komplizin. Umso schmerzlicher empfinden wir es, wenn die Freundschaft schleichend oder unerwartet in die Brüche geht. Wie kann es sein, dass uns die vermeintliche Soul Sister plötzlich fremd wird oder verrät? Dorothee Röhrig hat viele Fallgeschichten über gescheiterte Frauenfreundschaften gesammelt und die Expertise von Psychologen eingeholt. Ihr Fazit: Wenn man anerkennt, was an der Freundschaft gut war und dass zur Weiterentwicklung auch das Loslassen gehört, kann man nach dem Ende der gemeinsamen Wegstrecke positiv und gestärkt weiterleben. Dorothee Röhrig studierte Germanistik und war viele Jahre lang in gehobenen Positionen für verschiedene Frauen- und Publikumszeitschriften tätig. Sie war Gründungsmitglied und von 2009 bis 2015 Chefredakteurin bzw. Herausgeberin der Zeitschrift "Emotion". Ihr erstes Buch 'Die fünf magischen Momente' erschien 2016. Dorothee Röhrig ist Mutter einer Tochter und lebt mit ihrem Mann in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 11.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641246419
    Verlag: Kailash
    Größe: 2551 kBytes
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Aus und vorbei

Zum Ausheulen war ich gut genug

Alexandra und Cora

Cora und du habt euch in Hamburg bei einem Praktikum kennengelernt. Was hat dich zu ihr hingezogen?

Cora war blitzgescheit und mit vielen Talenten ausgestattet. Ich war von ihr fasziniert. Sie konnte nicht nur toll schreiben, sondern auch sehr gut zeichnen und im Nu neue Sprachen lernen. Ein durchweg kreativer Mensch, sprudelnd, mit immer neuen Ideen. Dazu sehr unternehmungslustig. Wir sind zusammen verreist, nach Thailand, nach Australien, und konnten wunderbar miteinander lachen. Ich habe mich von ihrer Lebendigkeit anstecken lassen. Wir waren wie im Flow miteinander. Passten zusammen wie der Schlüssel ins Schloss. Ich mochte Cora unheimlich gern.

Sie hat deine Lebensfreude gekitzelt?

Absolut. Sie hat mich immer gut draufgebracht. Aber es war mehr. Uns verband eine ziemlich komplizierte Kindheit. Cora war Einzelkind, ihre Mutter hatte große psychische Probleme und musste oft in die Klinik. Cora fühlte sich zuständig, sie war allein damit und total überfordert. Ihre Mutter hat sich später umgebracht. Bei mir war es nicht so krass. Aber auch ich komme aus einer Familie, die keine war. Meine Mutter hat meinen Vater verlassen und uns Kinder zurückgelassen. Cora und ich konnten uns über diese belastenden Erlebnisse sehr gut austauschen. Eine verstand die andere. Im Glück wie im Unglück waren wir uns ganz nah.

Jede war für die andere der Anker ...

Ja, so kann man es sagen. Wir hatten beide keine Stabilität und definierten uns stark über unsere jeweiligen Probleme. Ängste, Spannungszustände, Selbstzweifel, darüber kann man sich endlos austauschen. Wo will ich mit mir hin?, das war so eine der Fragen. In dieser Gefühlslage brauchst du einen Verbündeten. Es hat lange gedauert, bis ich im Leben angekommen bin. Bis ich etwa dreißig Jahre alt war, habe ich nur gesucht. Genau wie Cora. Die Kombination aus negativen Erfahrungen und Fröhlichkeit hat uns zusammengeschweißt. Nur, dass ich mich stabilisiert habe und irgendwann ein normales Leben anfing. Ich begann regelmäßig zu arbeiten, während Cora nie Boden unter die Füße bekam und weiter nach sich suchte. Ich bin sicher, sie hatte wie ihre Mutter eine Form von Depression.

Wie hast du das bemerkt?

Es gab Phasen, in denen sie kaum gegessen hat und nicht schlafen konnte. Sie machte verschiedene Therapien, doch ohne erkennbares Ergebnis. Ständig kreiste sie um sich und ihre eigenen Probleme. Cora blieb stehen, während ich mich weiterentwickelte. Schade, denn im Grunde war sie begabter als ich.

Konntest du ihr helfen?

Das habe ich mit allen Kräften versucht. Ich ließ sie bei mir wohnen, wenn es ihr schlecht ging. Besorgte ihr einen Job. Borgte ihr Geld, wenn sie pleite war. Auf Dauer war das anstrengend. Als Coras beste Freundin bin ich da, dachte ich. Ohne Einschränkung. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sich langsam unser Gleichgewicht verschob.

Wie das?

Ich fühlte mich langsam nur noch wie ein emotionaler Mülleimer. Zum Ausheulen war ich gerade gut. Oder zum Geld pumpen. Wir haben darüber gesprochen und uns auch gestritten. "Es geht in unserer Freundschaft nicht nur um dich", versuchte ich ihr klarzumachen. Aber sie ließ nichts an sich ran. Ich habe unser Ungleichgewicht durchaus als Problem empfunden, aber wusste nicht, was ich dagegen tun sollte. Ständig habe ich nachgefragt, getröstet, Hilfe angeboten. Das gibt es bei mir jetzt nicht mehr.

Hast du eine Idee, warum du dich so aufgeopfert hast?

Ich weiß es nicht genau. Sicherlich zum einen, weil ich mich hundertprozentig als Freundin empfand. Da steht man einfach zusammen. Vielleicht genoss ich aber auch das Gefühl, Cora moralisch überlegen zu sein. Der Gutmensch sozusagen. Das könnte für mich der Gewinn gewesen sein. Ich habe mich schon gefragt, ob das bei mir strukturell ist. Ob ich öfter in diese Falle tappe. Aber so ist es nicht mit anderen Freunde

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