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Das Außen bleibt draußen Wie ich aus Angst jahrelang die Wohnung nicht verlassen habe - und Hypnose mich heilte von Peters, Sarah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2019
  • Verlag: mvg Verlag
eBook (ePUB)
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Das Außen bleibt draußen

Als Sarah Peters mit 21 nach Berlin kommt, sollte das der Startschuss für ein neues Leben sein. Aber erste Ängste und Panikattacken, zunächst bei Begegnungen mit anderen Menschen, beginnen, langsam ihren Alltag einzuschränken. Eine 'Phase', die schon wieder vorbei gehen wird. Doch sie geht nicht vorbei. Im Gegenteil, die Angststörung breitet sich in ihrem Leben aus, wird immer stärker. Zunächst kämpft Sarah dagegen an, bis die Kraft schwindet und sie aus Erschöpfung und Angst die Wohnung nicht mehr verlässt. Ganze vier Jahre, in denen sie auch noch 80 Kilo zunimmt. Doch schließlich findet sie einen Weg hinaus. Sarah Peters erzählt schonungslos offen, wie sie die Stärke und den Mut fand mithilfe einer ursachenorientierten Hypnosetherapie ihre Ängste und Panikattacken zu überwinden. Sarah Peters, Jahrgang 1988, erkrankte während ihres Studiums an einer Angststörung. Sie konnte vier Jahre lang ihre Wohnung nicht verlassen, fand aber dank einer Hypnosetherapie zurück ins Leben. Heute hilft und inspiriert sie als Hypnosetherapeutin anderen Betroffenen, sie arbeitet als zertifizierte Hypnosetherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. 2018 eröffnete sie ihre eigene Praxis 'Herz Hypnose' in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961214501
    Verlag: mvg Verlag
    Größe: 1277 kBytes
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Das Außen bleibt draußen

PROLOG

Game over. In meinem Kopf nichts, außer hin und wieder ein Gedanke: Du hast es an die Wand gefahren, Sarah. Vermasselt.

Ich wusste weder vor noch zurück.

Und das erste Mal in meinem Leben kam mir der Gedanke: Du beendest es jetzt. Jetzt und hier. Was soll das noch werden? Sonst war ich immer jemand gewesen, der eine Lösung findet, auch im Schlechten das Gute sieht. Nun war ich an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich keine Lösung mehr finden wollte. Jede Lösung hätte Kraft und Energie gekostet. Die wollte ich nicht mehr aufbringen. Lebensmüde, das war ich.

Mir das Leben zu nehmen, erschien mir am einfachsten. Einfach. Ja, es sollte einfach mal einfach sein! Rational, ohne jegliche Emotion, wägte ich ab. Wie soll ich es machen? Am einfachsten und schmerzlosesten erschien mir die Möglichkeit, Tabletten zu nehmen. Aber welche - und wie viele? Wenn, dann richtig und mit Plan, Sarah! Nicht, dass du am Ende noch in der Klapse landest, sollte es nicht klappen. Ich war zu erschöpft, zu leer, um selbst diesen Plan zu durchdenken. Musst du nachher noch mal alles in Ruhe überlegen. Hat ja Zeit, rennt dir ja nicht weg.

Und so lag ich dort. Ohne Gedanken, ohne Gefühle.

Einer der ruhigsten Momente, die ich in meinem Leben je hatte.
TEIL I
EIN RÜCKBLICK

1
IRGENDWIE EIN FREMDKÖRPER

Mein Leben verlief zunächst recht "normal": Mama, Papa, jüngerer Bruder, das nette Einfamilienhaus in einer gepflegten Siedlung, in der die Kinder draußen vor den Häusern auf der Straße spielten. Meine Eltern bekamen mich kurz nach der Ausbildung, sprich: recht jung. Es folgte der Hausbau. Das klassische Familienkonzept, das sie selbst zu Hause vorgelebt bekommen hatten. Ob sie jemals miteinander glücklich waren? Ich weiß es nicht. Ob wir als Familie jemals glücklich waren? Ich weiß es nicht. Meine Mutter, die anfangs eigentlich einen anderen Mann in ihrem Herzen hatte, mein Vater, der früh spürte, dass sie nicht die "Richtige" für ihn war. Und dann kam ich!

Meine Eltern arrangierten sich mit der Situation, kauften das Grundstück in der schönen Einfamilienhaussiedlung, bauten das Haus. Wir lebten Familie. Der Vater, der das Geld verdient, und die Mutter, die sich zu Hause um den Haushalt und die Kinder kümmert - das war die Idee. Nur war die Mutterrolle nicht die Rolle, die meine Mutter erfüllte, das Familienmodell nicht das Modell, das sie glücklich machte. Deshalb suchte sie für mich einen Kindergartenplatz mit Ganztagsbetreuung. Das hieß: Um 7:30 Uhr sammelte mich der Kindergartenbus zu Hause auf, um 17 Uhr lieferte er mich wieder ab. Praktisch. Aber das Gefühl, nach einem Tag im Kindergarten aufgeregt mit roten Wangen und zerzausten Haaren nach draußen zu rennen, wo Mama wartet, die mich in den Arm nimmt und sich auf dem Heimweg die Erlebnisse des Tages anhört, das lernte ich nicht kennen.

Als ich vier Jahre alt war, wurde mein Bruder geboren. Er komplementierte nach außen hin das schöne Familienbild. Großer Garten, die Beete hübsch gemacht, die Hecke gestutzt. Tolle Familienurlaube, nette Familienfeste. Man muss ja zeigen, was man hat ... Nach außen hin machten wir bestimmt einen glücklichen Eindruck. Ja, das Außen, das, was andere über sie - über uns - denken, war meiner Mutter immer recht wichtig. Stets darauf bedacht, was andere denken könnten.

So war das auch, wenn sie mich nachmittags mit zu Kaffee und Kuchen zu ihren Freundinnen nahm. Auf der Rückfahrt zählte sie mir jedes Mal auf, wo ich mich nicht "passend" verhalten hätte. Ich hätte zu wenig mit den anderen Kindern gespielt, den Erwachsenen am Rockzipfel gehangen und zu viel Kuchen gegessen, sei zu gierig gewesen, hätte nicht gerade gesessen, sei zu vorlaut gewesen und nicht dankbar genug. Sie würde sich für mich schämen. Wieder und wieder musste ich mir diese Vorwürfe auf den Fahrten nach Hause anhören. Ich fürc

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