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Das geheimnisvolle 1x1 der Lebenskunst Oder: Warum Vegetarier keine Currywurst essen. von Reters, Torsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2015
  • Verlag: Projekt Verlag GbR
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Das geheimnisvolle 1x1 der Lebenskunst

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie man - angesichts von Alternativen - richtig entscheidet, um nicht ins Unglück zu stürzen? 'Das geheimnisvolle 1x1 der Lebenskunst' gibt mit Blick auf die Tücken des Daseins sowohl humorvolle als auch tiefgründige Antworten: Der Soziologe Torsten Reters führt uns aus den Tretmühlen der Geldwirtschaft und der kapitalistischen Work-Life-Balance zu den Wundern der Liebe und des Glücks. Ein effektiveres Krisenmanagement und ein besseres Zeit-Verstehen helfen dem Leben mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Auf den Spuren illustrer Querdenker wie Buddha, Erich Fromm, Tom Hodgkinson, Niklas Luhmann und Paul Watzlawick entfaltet das Buch die Grundzüge einer optimistischen Spiritualität. 'Das geheimnisvolle 1x1 der Lebenskunst' gibt praktische Tipps für den Alltag und zeigt, wie wir unser Lebensgefühl erfolgreich verbessern können!

Dr. phil. Torsten Reters,
Jahrgang 1964, Studium
der Geschichte und
der Ev. Theologie, der
Pädagogik und der Soziologie
an der Universität
Dortmund. Reters
beschäftigt sich in der
Erwachsenenbildung,
als Lyriker, Musiker,
Ausstellungsmacher und Publizist mit den Themen
der Zweisamkeit, der Kultur- und Mentalitätsgeschichte
sowie mit Fragen der Lebenskunst. Der Autor
stellt seine Gedanken zur Lebens- und Beziehungsgestaltung
in Seminaren und Vortragsveranstaltungen
sowie im TV vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 08.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783897333703
    Verlag: Projekt Verlag GbR
    Größe: 951kBytes
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Das geheimnisvolle 1x1 der Lebenskunst

I. "Life is live!" - Über das Unberechenbare des Lebens und wie man ihm (nicht) entgegen treten sollte!

Stell dir vor: Da war ein Mann, der saß glücklich und zufrieden im Kaffeehaus, bis er eines Tages die fatale Eingebung hatte, sich zu fragen, ob es gut für ihn sei, gerade jetzt im Café zu sitzen. Schließlich gab es Alternativen, um seine Zeit möglicherweise sinnvoller zu nutzen: Er könnte seiner Frau beispielsweise im Haushalt helfen, ein Manuskript für seinen Arbeitgeber zu Ende bringen, den Streit mit der Schwiegermutter schlichten oder sich um den Erwerb einer neuen Immobilie kümmern. Im Anschluss stellte er sich die für ihn katastrophale Frage, ob das Leben feststehende Regeln hätte, auf die sich Entscheidungen mit Sicherheit bauen ließen. Er wollte erfahren, ob es eine vom Menschen unabhängige Regelhaftigkeit gäbe, die - angesichts anderer Lösungsmöglichkeiten - zum Glück führt und ärgerliche Situationen zu vermeiden hilft. Offensichtlich hat er niemals Niklas Luhmanns "Soziale Systeme" gelesen. Darin hätte er eine erste Antwort in der rätselhaften Sprache des soziologischen "Meisters aus Bielefeld" finden können:

"Komplexität (...) heißt Selektionszwang, Selektionszwang heißt Kontingenz, und Kontingenz heißt: Risiko. (...) Die Selektion placiert (...) die Elemente, obwohl für diese andere Relationierungen möglich wären. Dieses ,auch anders möglich sein' (...) gibt zugleich den Hinweis auf die Möglichkeit des Verfehlens der günstigsten Formung."

Von der Lehre des Konstruktivismus hatte der Mann keine Ahnung. Paul Watzlawick hätte ihm (in: "Vom Schlechten des Guten") erklärt, dass jedes Lebewesen Konstrukteur seiner eigenen Wirklichkeit ist - und damit seine Glücks- und Unglückserlebnisse selber kreiert. Erst ein Scheitern der Vorstellungen, Anschauungen und Ideale in der Realität zeigt, dass die Wirklichkeit falsch erfasst wurde: Steuert ein Kapitän ein Schiff - ohne Radaranlage - durch ein unbekanntes Gewässer mit gefährlichen Untiefen und Minen, hätte ihm nur der Untergang offenbaren können, dass sein Kurs (= seine Anschauung von der Welt) "falsch" gewählt war. Kommt er mit dem Boot durch, weiß er noch lange nicht, wie nah er an möglichen Gefahren vorbeigefahren war.

Wäre unser Freund bloß nicht auf die Idee gekommen, sich der Regel-Frage zu widmen. Fortan war es vorbei mit seiner Zufriedenheit. Es ging ihm wie dem Tausendfüßler, den die kecke Küchenschabe einmal fragte, wie er es schaffe, seine tausend Beine in derartiger Harmonie und Vollendung zu bewegen. Der Tausendfüßler überlegte, fiel auf die Nase - und war fortan nicht mehr in der Lage sich fortzubewegen. Ein "Landei" sinnt, wie man es nur schaffen könne, auf den mehrspurigen Verkehrsringen unserer Großstädte unfallfrei zu fahren.

Die Systemische Psychologie hält für solche Fälle "So-tun-als-ob-Verschreibungen" parat: "Lieber Tausendfüßler, versuche einmal so zu tun, als ob du deine Beine zur Fortbewegung nicht einzeln steuern müsstest". Auf den Autofahrer angewendet gilt: Verhalte dich so, als ob du den Verkehr und dein Auto jederzeit unter Kontrolle hättest; Scheibe runter, Zigarette im Mundwinkel, laute Musik! Bloß nicht nachdenken! So geht s! In Krisenzeiten verhielten sich die Besucher der klassischen Kaffeehäuser gern nach dieser auf den Philosophen Vaihinger zurückgehenden "So-als-ob-Theorie". Hilde Spiel berichtet in "Glanz und Untergang":

"Die Cafébewohner verfassten ein Elaborat, ,als ob' es möglich wäre, sich als Universitätsdozenten zu habilitieren. Sie entwarfen eine Monatsschrift, ,als ob' ein Verleger sie finanzieren könnte. All ihre Taten fanden nur in Gesprächen rund um die Marmortische statt. Dieser Schwebezustand, diese Interimsexistenz, konnte ihnen das raue Leben in der Außenwelt überhaupt erst erträglich machen."

Von dieser Art des hoffnungsfrohen Umgangs mit Notlagen wusste der Held unserer kleinen Geschichte nichts. Schli

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