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Das kleine Buch der wahren Freiheit von Wolf, Notker (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.09.2011
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Das kleine Buch der wahren Freiheit

Konflikte scheut er nicht, den Mund verbietet ihm keiner. Er attackiert Bücklingshaltung und nennt Betonköpfe Betonköpfe, geißelt blinde Staatsgläubigkeit und eine 'Du-sollst-Religion'. Gegen die Kultur der Angst setzt er auf Freiheit. Woher rührt diese innere Haltung, die Notker Wolf selbst so souverän, frei und gelassen macht? Der oberste Benediktiner ist da klar: Die Verankerung in Gott schenkt uns unseren Eigenwert und unsere Würde - unabhängig davon, welchen Stellenwert wir in der Gesellschaft haben. Im Kloster wird sie eingeübt, unter Christen sollten sie selbstverständlich sein, und auch eine Gesellschaft lebt davon. Es geht um den Kern unserer Kultur. Sicherheit wächst, wenn wir lernen, Maß zu halten, zu unseren Werten stehen, kreativ sind - und selber leben statt uns leben zu lassen.

Abtprimas Notker Wolf OSB, geb. 1940, Dr. phil., 1961 trat er in die Benediktinerabtei St. Ottilien ein und wurde 1977 zum Erzabt gewählt. Seit 2000 ist er als Abtprimas des Benediktinerordens mit Sitz in Rom der höchste Repräsentant von mehr als 800 Klöstern und Abteien weltweit. Bei Herder u.a. die Bestseller: 'Gönn dir Zeit, es ist dein Leben'; 'Die sieben Säulen des Glücks'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 27.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451338632
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 2416 kBytes
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Das kleine Buch der wahren Freiheit

1. Zur Freiheit geboren

Tun, was ich will

Was ist Freiheit? Ich kann sie zunächst einmal als Freiheit von Zwang verstehen. Das bedeutet, dass der Mensch nicht tun muss, was er nicht will, wozu ihn aber der Wille eines anderen mit Macht zwingen will. Solche Situationen gibt es immer wieder, in politischen Zusammenhängen, in der Wirtschaft, überall da, wo Machtverhältnisse das Zusammenleben bestimmen. Zwang ist hier verstanden als die totale Beschneidung der Freiheit, als Beschreibung einer Situation, in der jemand sein eigenes Leben nicht mehr nach eigener Vorstellung, nach eigenen Wertvorstellungen, nach eigenem Gutdünken gestalten darf.

Ich kann Freiheit aber auch von der anderen Seite her verstehen: Die Freiheit des Menschen liegt ja nicht einfach schon darin, dass er das tut, was er will. Natürlich sollte er aktiv sein und das auch realisieren, was er will. Aber unter dem Vorbehalt: Er sollte natürlich das Gute wollen. Nicht das, wonach ihm gelüstet. Der momentane Impuls, der in mir hochkommt und den ich nicht unter Kontrolle habe, ist kein Zeichen von Freiheit, sondern Unterwerfung unter einen Trieb. Also das Gegenteil von Freiheit.

Freiheit besteht in der Praxis positiv darin, sich für das Gute entscheiden zu können und ungehindert das Gute tun zu können. So hat es schon Benedikt in seiner Regel verstanden. Er hat diese Regel auch so ausgerichtet: die Mönche darin zu üben, dass sie den Verlockungen des Zeitgeists widerstehen und sich durch tägliche Praxis darin stärken. So sollten sie sich aus Abhängigkeiten befreien können und sich nach den Geboten des Schöpfers ausrichten. Die Gelübde von Beständigkeit, klösterlichem Lebenswandel und Gehorsam haben diese Grundausrichtung. Die Einbindung in eine Gemeinschaft bildet dabei eine große Stütze. Wer sich darauf einlässt, lässt sich aus freiem Willen auch darauf ein, mit jenen Antriebskräften der Zivilisation zu brechen, die zumindest ein Doppelgesicht haben können. Der Drang nach Besitz, Sexualität und Macht – das sind Antriebe, die Menschen auch leicht in Abhängigkeiten und damit in den Zustand innerer Unfreiheit bringen. Benedikt will die Mönche davor bewahren, einen falschen Weg zur Selbstverwirklichung einzuschlagen. Unserer Neigung zur Absolutsetzung des Besitzes, der Gier oder der Habsucht setzt er etwas anderes entgegen: der Arbeit den Gottesdienst, der Habsucht die Armut, der Gier die Enthaltsamkeit und der Herrschsucht die Grundregel des gegenseitigen Dienens. Und in einer von Workaholikern bevölkerten Welt kann man noch hinzufügen: der Absolutsetzung der Arbeit setzt er den Gottesdienst entgegen und den ausgewogenen Tageslauf.

Auch jenseits des Klosters ist das ein Zeichen, gerade heute: Zur wahren Freiheit und zur wahren Selbstverwirklichung kommen wir, wenn wir uns nicht auf die eigene Person konzentrieren, sondern bereit sind, Gott als den Mittelpunkt unseres Lebens anzuerkennen.

Eine Fähigkeit,
die Ihr Leben verändert

In einer süddeutschen Großstadt war kürzlich ein Plakat zu lesen, das für den Vortrag eines berühmten Neurowissenschaftlers warb. Der Mann hatte sich auch als Lebenshilfeguru einen Namen gemacht. Der paradox formulierte Titel war: "Warum tun wir oft nicht, was wir wollen?" Das interessierte mich, und ich las weiter, was auf diesem auf einer öffentlichen Litfass-Säule plakatierten Text – mit Verweisen auf den allerneuesten Stand der modernen Hirnforschung und auf aktuelle Publikationen in weltberühmten Zeitschriften wie "Science" zu lesen war: "Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Fähigkeit, die jeder Mensch mehr oder weni

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