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Die Bambusstrategie Den täglichen Druck mit Resilienz meistern von Maehrlein, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.09.2012
  • Verlag: GABAL
eBook (ePUB)
16,99 €
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Die Bambusstrategie

Wie ein Bambus im Wind: biegen statt brechen Wir alle bewundern Menschen, die mit Druck, Konflikten und Niederlagen leichter fertig werden als andere. Die Herausforderungen nicht nur standhalten, sondern daran wachsen. Diese innere Widerstandsfähigkeit heißt Resilienz. Die gute Nachricht: Resilienz lässt sich gezielt weiterentwickeln. In diesem Buch finden Sie Tests zur Selbsteinschätzung, Checklisten, Übungen und pragmatische Tipps, um in Ihrem Inneren so stark und unabhängig zu sein wie ein Bambus und sich in den Stürmen des Arbeitsalltags gelassen biegen zu können, aber nicht zerbrechen zu müssen. Sie lernen die neuesten Ergebnisse aus der Resilienz- und Glücksforschung kennen und werden mit diesem Buch Mut, Kraft und Stehvermögen entwickeln, um die herausfordernden Situationen in Ihrer Sandwichposition standfest zu meistern. Sie werden mehr innere Stärke aufbauen, um in Ihrer anstrengenden Doppelrolle sicher und gelassen agieren zu können.

Katharina Maehrlein (Wiesbaden) ist Expertin für Resilienz, Rednerin und seit 15 Jahren als Trainerin, Beraterin und Coach tätig. Sie hat einen Lehrauftrag an der Wiesbaden Business School. Nicht ganz einfache persönliche Lebensumstände haben Resilienz für Katharina Maehrlein zur eigenen 'Überlebensstrategie' werden lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 06.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956232855
    Verlag: GABAL
    Serie: Whitebooks
    Größe: 7781kBytes
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Die Bambusstrategie

Widerstandsfähigkeit entsteht im Trotzdem

"Wenn die Wellen über mir zusammenschlagen,
tauche ich tiefer, um nach Perlen zu suchen."

M ASCHA K ALEKO
Resilienz - unser Überlebensprogramm

Fallbeispiel

Professor G. ist im Sommer 2010 seit rund 20 Jahren ärztlicher Direktor in einer psychiatrischen Klinik, die noch nicht lange Konzern ist. Der neue Geschäftsführer ist BWLer, die Anforderungen an die ärztlichen Führungskräfte haben sich von Aufgaben eines Arztes immer mehr zu denen eines Managers geändert. Professor G. versteht die Welt nicht mehr. Er ist doch Arzt geworden, um mit Patienten zu arbeiten, und nicht, um Manager zu sein. Schon das Wort "Manager" bringt ihn in Rage.

In den letzten beiden Jahren wurde er gleich zweimal von seinen Mitarbeitern in der jährlichen Befragung schlecht bewertet. Ich werde als erfahrener Coach aus der Wirtschaft eingekauft, um ihn dabei zu unterstützen, eine bessere Führungskraft zu werden. Er soll in Zukunft wie ein Manager aus einem Wirtschaftsunternehmen agieren.

Im Verlauf des Coachingprozesses macht er gewaltige Schritte. So versteht er beispielsweise mit einem Mal, dass Führung Klarheit und Bestimmtheit braucht, um den Mitarbeitern Sicherheit und Orientierung zu bieten. Aber der Geschäftsführung genügt das nicht. Es geht nicht schnell genug und bald wird klar: Professor G. soll gehen.

Nach seiner jahrzehntelangen Betriebszugehörigkeit ist es nicht ganz einfach, Professor G. zu kündigen. Hinter den Kulissen finden Beratungen mit den Konzernanwälten statt, und ich weiß schon vor dem Professor, was die Stunde geschlagen hat.

Er selbst aber will es nicht wahrhaben. "Da müsste ich schon goldene Löffel gestohlen haben. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Mir kann niemand etwas." Nach Beendigung der vereinbarten Coachingsitzungen bekommt er die Einladung zu einem Gespräch mit der Geschäftsführung. Ein scheinbar ganz gewöhnliches, turnusgemäßes Mitarbeitergespräch. Einige wenige Tage vor dem Termin dann per Mail die Aufforderung: "Bringen Sie einen Anwalt mit."

Nach dem Gespräch schreibt er einen Brief an mich: "Man setzt alles daran, mich zu 'entsorgen', und bietet mir die Aufhebung meines Arbeitsvertrags in beiderseitigem Einvernehmen und eine Abfindung an, was ich natürlich abgelehnt habe. Daraufhin hat man mich vom Dienst freigestellt und versucht nun, in der nächsten Sitzung des Konzernaufsichtsrats meine Kündigung durchzubekommen. Mit der Begründung: Führungsschwäche. Sollte es dazu kommen, werde ich über meinen Anwalt ein Arbeitsgerichtsverfahren anstrengen, das sich über ein bis zwei Jahre hinziehen kann. Ich bin tief erschüttert, wie mit mir nach 21 Jahren ärztlicher Leitungstätigkeit umgesprungen wird. In der freien Wirtschaft ist ein derartiges Vorgehen dem Vernehmen nach im Umgang mit altgedienten Mitarbeitern, die man nicht mehr haben will, gang und gäbe. Meine Welt ist das nicht. Ich weiß jetzt absolut nicht, wie es bei mir beruflich weitergeht. Ich bin 55 Jahre alt, habe also noch knapp zehn Jahre bis zum Rentenalter. Zum Privatisieren zu jung, andererseits auch schon so alt, dass eine neue Leitungsstelle nicht so einfach zu finden sein wird, vor allem weil ich wegen unserer 16-jährigen Tochter örtlich doch gebunden bin. Zu meinen aktuellen Stressoren kommt noch hinzu, dass die Ehe mit meiner Frau kurz vor dem Aus steht. Zurzeit brauche ich wahrhaft Nerven wie Drahtseile."

Wir haben telefoniert und seine Abschlussworte waren: "Ich hoffe, dass ich alles gut bewältigen kann. Hoffnung geben mir unter anderem mein Glaube, aber auch etliche Verwandte und Bekannte."

Ein halbes Jahr später hat er eine Chefarztstelle in einer Klinik, die ihm sehr gut gefällt, bekommt 40.000 Euro mehr als zuvor, sein altes Gehalt wird noch zusätzlich bis zum Ende des Jahres gezahlt, obendrauf gibt es noch eine dicke Abfindung - und er kann wieder mehr mit

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