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Die Lebenskunst der Älteren Was wir uns von ihnen abschauen können von Schölzke, Melanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.06.2015
  • Verlag: Kreuz
eBook (ePUB)
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Die Lebenskunst der Älteren

Experten für Vergangenheit und Zukunft Als die Weisen der Gesellschaft, als Experten für Vergangenheit und Zukunft galten ältere Menschen früher. Und sind sie nicht dabei, diesen Status wieder zu erreichen? Denn Ältere sind nachweislich zufriedener als Jüngere. Dies steuern sie aktiv, zum Beispiel indem sie unerquickliche Kontakte reduzieren. Wir können uns viel von den Älteren abschauen: Selbstfürsorge, den Umgang mit Schwächen und Verlusten. Was wirklich zählt im Leben. Melanie Schölzke beschreibt die Lebenskunst der Älteren. Melanie Schölzke, geb. 1972, wuchs bei ihren Großeltern auf, war nach ihrem Soziologiestudium 13 Jahre als Redakteurin tätig, studiert seit 2011 berufsbegleitend "Integrierte Gerontologie" und ist seit 2012 selbstständig mit "Melanie Schölzke - Konzepte, Texte, Redaktion für das Unternehmen Alter". Mehr Informationen: www.unternehmen-altern.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 09.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451802775
    Verlag: Kreuz
    Größe: 4817 kBytes
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Die Lebenskunst der Älteren

Stichwort "Weniger ist mehr"

Sich ein Leben gestalten, das guttut

"Es gibt nichts geschenkt im Leben", lautet ein gutes altes Sprichwort. Es gibt nichts geschenkt, das gilt auch für das Alter. Denn es ist keineswegs so, dass älteren Menschen psychisches Wohlbefinden zufällt, wenn nur genug Lebensjahre verbraucht worden sind. Und es ist auch nicht so, dass jeder im Alter zerbirst vor Glück. Aber es ist eben so, dass die Befindlichkeit bei einem größeren Teil der Älteren überdurchschnittlich gut ist. Weil die Lebenserfahrenen in vielen Dingen wissen, worauf es ankommt. "Man muss sich die feinen Dinge im Leben erhalten", sagte mein Großvater.

Man weiß heute, dass die Lebenszufriedenheit selbst- oder vielmehr kopfgemacht ist. Ältere Menschen leben auf eine Art und Weise, die ihr Gefühlsleben optimiert. Sie haben ein Erfolgskonzept: gute Gefühle verstärken und negative Gefühle zurückfahren. Klingt nicht gerade nach der Erkenntnis des Jahrhunderts? Mag sein, dass das alle gerne möchten. Der Clou liegt daran, dass ältere Menschen es erfolgreicher hinbekommen. Und dass es gerade auch das Weniger ist, aus dem sie einen Lebensgewinn gestalten. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass viele Ältere weniger soziale Kontakte haben, und zwar, weil sie es so wollen. Unterm Strich geht es ihnen besser damit, da Menschen durchaus belasten können.

In einer Gesellschaft, in der ein großes Netzwerk nicht nur als erstrebenswert, sondern auch als Statussymbol gilt, mutet der Gedanke, seine Kontaktanzahl gezielt zu verringern, eigentümlich an. Aber so ist es eben manchmal im Leben. Dass man das Glück dort findet, wo man es nicht erwartet. Das Leben kann auch anders funktionieren, als es die Norm ist. Und zwar nicht schlechter - im Gegenteil.
Die Angst vor dem Weniger

Die Ansicht, dass man im Alter weniger hat und es deswegen weniger lebenswert ist, ist dem Denken vieler Jüngerer eingepflanzt. Allein schon, weil Ältere einen kleineren Wirkungskreis haben und dadurch weniger Kontakte. "Ich will nicht alt werden, weil man da immer einsam auf der Parkbank sitzen muss" - das Zitat einer 10-Jährigen. "Ich könnte es mir nicht vorstellen, ohne meinen Job und meine Kollegen zu sein", eine 34-Jährige. "Ich empfinde die Rente als Entlastungssituation. Früher habe ich mich mehr geärgert. Auch bei der Arbeit, aber nicht nur. Heute bin ich entspannt. Ich genieße das Leben mehr" - ein 65-jähriger Pensionär.

Der erwähnte Pensionär ist ein guter Bekannter von mir. Bei ihm habe ich vor seiner Rente befürchtet, dass der Ruhestand zur Katastrophe würde. Dass er durchdrungen wäre von Einsamkeit und Kontaktarmut. Tatsächlich ist das nicht passiert. Und das ist insgesamt sehr typisch für die Lebensfortgeschrittenen.

Weniger soziale Kontakte zu haben, dass kann für Ältere auch eine Quelle ihres Wohlbefindens sein. Es ist keineswegs unabdingbar eine Belastung. Bewertung von außen und Bewertung der Betroffenen selbst sehen diesbezüglich ganz unterschiedlich aus, wie die Forschung zeigt. Einsamkeit im Alter wird von Jüngeren als größeres Problem eingeschätzt als von Älteren. Bei einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums haben die jungen Befragten am häufigsten Furcht vor Einsamkeit im Alter angegeben. Mit steigendem Alter nahm die Angst ab und war am geringsten ausgeprägt bei den Ältesten. Diese waren lediglich halb so beunruhigt wie die 14- bis 29-Jährigen.

Angesichts des sozialen Status, den ein großes soziales Netzwerk besitzt, ist es allerdings durchaus nachvollziehbar, dass Jüngere skeptisch und irritiert sind, was die geringere Kontaktanzahl Älterer anbelangt. In jungen, aber ebenso in mittleren Lebensjahren will man ja beliebt und dabei sein. Nur kostet das eben auch viel Zeit und Energie und nicht jeder soziale Kontakt spielt das Engagement wieder zurück. Wertschätzung ist entscheidend, damit Beziehungen als bereichernd erfahren werden. Sich auf einer tieferen und verlässlichen Ebene verb

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