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Etwas von dir bleibt Was ich als Sterbebegleiter über das Leben gelernt habe von Aurnhammer, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2019
  • Verlag: mvg Verlag
eBook (ePUB)

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Etwas von dir bleibt

Was zählt eigentlich wirklich im Leben? Menschen, die im Sterben liegen, können diese Frage besonders gut beantworten. Klaus Aurnhammer ist Seelsorger auf einer Palliativstation und während seiner Gespräche mit den Sterbenden erlebt er, wie sie einen neuen Blick auf die eigene Geschichte entwickeln, sich ihren Angehörigen öffnen und eine unglaubliche Stärke zeigen. Als Klaus Aurnhammer bei einer Fahrradtour einen Herzinfarkt erleidet, wäre er selbst fast gestorben. Die Weisheiten der Sterbenden, die er bis dahin begleitete, gaben ihm in dieser schweren Zeit Kraft. Wer mit dem Alltag hadert oder sich in Krisen fragt, worauf es im Leben ankommt, kann viel von den Lektionen der Sterbenden lernen. Dieses Buch spendet Kraft und kann zu einem treuen Begleiter für schwierige Zeiten werden. Klaus Aurnhammer, Jahrgang 1960, arbeitet seit 27 Jahren als Seelsorger auf einer Palliativstation und ist Trainer für Palliative Care. Er verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen 'Palliative Care' und Hospizarbeit, hält Seminare und Vorträge zu diesen Themen im ganzen deutschsprachigen Raum. Klaus Aurnhammer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 11.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961214525
    Verlag: mvg Verlag
    Größe: 690 kBytes
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Etwas von dir bleibt

Wo ich arbeite? Auf einer Palliativstation

Ich bin Diplom-Theologe und Krankenpfleger und arbeite seit über 28 Jahren auf einer Palliativstation im Saarland. Eine Palliativstation ist eine besondere Station in einem Krankenhaus. Dort werden Menschen aufgenommen und behandelt, die unheilbar erkrankt sind. Meist sind das Tumorpatienten. Nun sind Tumore, auch bösartige, ja grundsätzlich heilbar. Die onkologische Therapie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und stellt gute, vor allen Dingen auch verträgliche Therapien zur Verfügung. Vor 50 Jahren war die Diagnose "Krebs" meist ein Todesurteil. Das ist heute nicht mehr so. Allerdings gibt es Tumoren, die vielleicht schon Metastasen an anderen Stellen des Körpers gebildet haben. Ein Lungentumor metastasiert gerne in die Knochen oder ins Hirn. Dann ist die Situation eine grundlegend andere. Die Ärzte sagen in solchen Fällen zu Recht: Dieser Mensch ist unheilbar erkrankt. Man kann den Betroffenen immer noch verschiedene Therapien anbieten, von einer Operation über eine Bestrahlung bis hin zur Chemotherapie oder einer modernen Antikörpertherapie. Manchmal empfehlen Ärzte auch eine sinnvolle Kombination dieser Möglichkeiten. Aber gesund wird dieser Mensch dann nicht mehr. Seine Lebenszeit ist definitiv begrenzt. Wie lange er noch leben wird, kann niemand sagen; es können Tage, Wochen, Monate, manchmal auch Jahre sein.

Wenn nun solch ein Tumor, mit welcher Therapie auch immer der Betroffene behandelt wurde, weiterwächst, was er irgendwann tun wird, dann entwickeln sich Krankheitszeichen aller Art, von denen in diesem Buch auch die Rede sein wird. Und genau hier setzt die Palliativmedizin an. Der Name stammt aus dem Lateinischen. "Pallium" heißt wörtlich "Mantel". Die Palliativmedizin versucht dann gemeinsam mit dem Erkrankten, lindernde Maßnahmen zu finden und einzusetzen, die die Situation des Kranken tatsächlich verbessern. Um im Bild des Wortursprungs zu bleiben: Ein Palliativmediziner sucht nach einem schützenden Mantel, den er dem Kranken anbietet.

Auf solch einer Station arbeite ich in einem Team aus Ärzten, Pflegenden und anderen Therapeuten als Seelsorger. Ich bin also Teil einer schützenden und lindernden Therapie. Manche halten ein solches Arbeitsfeld vielleicht für schrecklich. "Da könnte ich nie arbeiten", höre ich oft, wenn ich nach meiner Arbeit gefragt werde. Viele Menschen denken spontan, dass auf einer Palliativstation alle furchtbar traurig oder wütend oder depressiv wären. Das ist nicht so. Der Mensch ist ein hoffnungsbegabtes Wesen und richtet sich eigentlich immer nach vorne aus. Hoffnung ist immer, das werden wir später noch ausführlicher sehen, eine große Kraft für viele Menschen. Und daher gibt es auf einer Palliativstation das ganze Spektrum menschlicher Regungen und Handlungen. Natürlich sind Menschen immer wieder traurig, dass das Leben zu Ende geht. Manche sind auch wütend oder entsetzt, aber bei anderen blitzt ihr Humor auf oder ihre Dankbarkeit dem Leben und den Liebsten gegenüber.

Wie kommt man als Theologe auf eine solche Station? Bei mir war das so: Ich bin in der Nähe von Münster aufgewachsen und habe dort Theologie studiert. Priester wollte ich nie werden. Aber ich hatte Freunde, die bereits Theologie studierten. Die motivierten mich, das auch zu tun. Ich war damals stark in die Jugendarbeit einer Pfarrei eingebunden. Und so wollte ich nach meinem Studium in die Jugendarbeit gehen, als Pastoralreferent des Bistums Münster. Damals musste man sich einem sogenannten Bewerberkreis anschließen. Tapfer tat ich das. Aber, was soll ich sagen, diese Runde war so grottenschlecht, dass ich mich dort verabschiedete. Münster ade. Und was jetzt?

Nun, ich wusste mir zu helfen. Schon als junger Student hatte ich durch eine Jugendfreundin die Franziskanerinnen von Waldbreitbach in der Nähe von Neuwied kennengelernt. Dieser Orden unterhielt schon damals eine Reihe von Krankenhäusern und Altenheimen in Rh

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