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Finde das rechte Maß Benediktinische Ordensregeln für Arbeit und Leben heute von Bilgri, Anselm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Finde das rechte Maß

Anselm Bilgri, langjähriger Wirtschaftsleiter des Klosters Andechs in Oberbayern, übersetzt die Ordensregeln des heiligen Benedikt für unser Leben im 21.Jahrhundert. Die Gebote der Mönche, ihre Weisheit und Spiritualität helfen, wo Orientierungslosigkeit, Leistungsdruck, Gewinnstreben und Schnelllebigkeit belasten. Und sie zeigen, dass vor allem eines gebraucht wird: mehr Menschlichkeit.

Anselm Bilgri, geboren 1953, war bis 2004 Benediktinermönch, Cellerar und Prior des Klosters Andechs. Heute wirkt der "Gratwanderer zwischen Kirche und Welt" als Vortragender, Buchautor, Coach und Mediator. und ist Mitgründer der Akademie der Muße . Bei Piper erschienen seine Bücher "Finde das rechte Maß", "Stundenbuch eines weltlichen Mönches", "Herzensbildung" und "Vom Glück der Muße".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 08.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492968324
    Verlag: Piper
    Größe: 2635kBytes
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Finde das rechte Maß

WIE MÖNCHE MANAGEN

Bayern und die Benediktiner sind von jeher aufs Engste miteinander verbunden. Nicht umsonst hat sich das Wort von Bavaria - terra benedictina, terra benedicta, "Bayern - benediktinisches Land, gesegnetes Land", durch die Jahrhunderte erhalten. Benediktinerklöster gehören untrennbar zur Kulturlandschaft Bayerns.

Von 1986 bis 2004 verantwortete ich als Cellerar im Kloster Andechs einen Betrieb, der rund 200 Mitarbeiter beschäftigt und etwa 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr macht. Das Unternehmen umfasste alle drei Sektoren der Wirtschaft: Landwirtschaft, Produktion (Brauerei) und den Dienstleistungssektor (Gastronomie, Seminarzentrum, Pilger- und Wallfahrtswesen). Von 1994 an trug ich als Prior auch die Verantwortung für die Mönchsgemeinschaft auf dem heiligen Berg.

Oft wurde ich gefragt "Sind Sie nun ein Mönch oder ein Manager?". Wo hört das Kloster auf, wo fängt das Unternehmen an? Die Benediktinerklöster als spirituelle und unternehmerische Zentren könnte man als Global Player bezeichnen. Es gibt sie seit 1500 Jahren, in den verschiedensten Ausprägungen. In den USA zum Beispiel führen Benediktiner eine ganze theologische Hochschule, in Kalifornien züchten Benediktinermönche in der Wüste Bienen und produzieren Honig; in einem indischen Ashram kann man genauso nach der Benediktsregel leben wie im Stift Admont in der Steiermark, das Hunderte Mitarbeiter in mehreren Sägewerken beschäftigt. Das alles ist benediktinisch, und den Cellerar der wirtschaftlichen Betriebe des Klosters könnte man demnach auch als Abteilungs- oder Filialleiter dieses Global Player sehen - des Global Player Benediktinerorden oder der ganzen katholischen Kirche, die ja wirklich weltweit operiert und in fast jedem Dorf eine Filiale hat - und das schon seit zweitausend Jahren. Ein älteres Unternehmen gibt es eigentlich nicht, wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet.

Natürlich muss ein Kloster für seinen Unterhalt sorgen, seine Wirtschaftsbetriebe müssen florieren, die Mönche können nicht einfach die Hände in den Schoß legen. Natürlich braucht man Wachstum, Erfolg und Bestandsfähigkeit.

Die wenigsten wissen, dass Ordensgemeinschaften keine Schlüsselzuweisungen aus dem Kirchensteueraufkommen erhalten. Kirchensteuereinnahmen gehen an die Bistümer und werden dort auf die einzelnen Seelsorgestellen verteilt. Die Mönche eines Klosters bekommen nur dann Gehälter vom Bistum, wenn das Kloster für Pfarreien Seelsorger zur Verfügung stellt, oder Zuschüsse, wenn spezielle seelsorgerische Einrichtungen im Kloster geschaffen werden, die die Arbeit des Bistums unterstützen. Aber das ist kein Anspruch, den Klöster an das Bistum stellen können, sondern jedes Mal Verhandlungssache.

Es muss schlicht Geld verdient werden. Das ist das eine. Die Betriebe eines Klosters besitzen in keiner Weise Privilegien und zahlen dieselben Steuern an Staat und Gemeinde wie alle anderen Unternehmen auch. Aber: Es wird nicht von Vierteljahresbilanz zu Vierteljahresbilanz gehetzt. Das benediktinische Leben ist auf stabilitas , auf Beständigkeit, Langfristigkeit angelegt.

Schon der Blick auf die Führungsmannschaft eines Klosters macht das deutlich. Bis vor kurzem haben die Klöster der Bayerischen Benediktinerkongregation ihre Äbte auf Lebenszeit bestimmt. Inzwischen gibt es die Möglichkeit, den Abt auf zwölf Jahre zu wählen, was aber für einen "weltlichen" Vorstandsvorsitzenden immer noch eine kleine Ewigkeit ist. Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden so genannten Visitationen überprüfen die Brüder zusammen mit Mönchen und Äbten aus anderen Klöstern ihren Lebensstil, und der Abt befindet - nach Rücksprache mit seinen Mitbrüdern - neu über die Ämter, die in einem Kloster zu vergeben sind: also zum Beispiel den Prior als Stellvertreter des Abtes, den Cellerar als Wirtschaftsleiter, den Bibliothekar, den Gastmeister und den Refektoriar als Verantwortlichen für den S

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