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Help Me! 12 Wege zur Erleuchtung von Power, Marianne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Kailash
eBook (ePUB)
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Help Me!

12 Wege zu sich selbst Marianne Power ist auf der Suche: nach persönlicher Erfüllung und dem wahren Sinn des Lebens. Das bringt sie auf die Idee, ein Jahr lang jeden Monat einen Lebenshilfe-Klassiker zu lesen und in die Praxis umzusetzen. Wie würde sich ihr Leben dann verändern? Könnte sie reich werden? Schlank? Sich verlieben? Produktiver und kreativer sein? Aus dem spielerischen Experiment einer Journalistin wird schnell Ernst, und eine unglaubliche Achterbahn der Selbstfindung beginnt. Was Marianne Power dabei alles erlebt und wie diese Erfahrungen sie verändern, schildert sie hinreißend ehrlich, mit viel Selbstironie und dem typisch englischen Humor. Eine wahre Geschichte, zutiefst bewegend und inspirierend. Marianne Power ist freiberufliche Journalistin und schreibt u. a. für The Daily Mail, The Telegraph und Grazia. Im Januar 2014 startete sie ein ungewöhnliches Ihre Selbsterforschungs-Projekt: Ein Jahr lang lebte sie nach den Regeln von zwölf verschiedenen Lebenshilfe-Ratgebern. Erfahrungen teilte sie in ihrem höchst erfolgreichen Blog Help me. Die Autorin lebt in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229696
    Verlag: Kailash
    Originaltitel: Help Me
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Help Me!

Der alles entscheidende Kater

Es kommt der Tag im Leben einer Frau, an dem sie begreift, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Bei mir fiel dieser Tag auf einen Katersonntag.

Keine Ahnung, was ich am Abend vorher getrieben hatte, aber offenbar hatte ich zu viel getrunken und war mit Make-up und Klamotten in eine Art Koma gefallen. Als ich aufwachte, waren meine Augen mit Mascara verkrustet und meine Haut bedeckte eine Schmierschicht aus Foundation und Nachtschweiß. Der Bund meiner Jeans schnitt mir in den Bauch. Ich musste aufs Klo, war aber unfähig, mich zu bewegen, also öffnete ich nur den Reißverschluss und blieb mit geschlossenen Augen liegen.

Es tat einfach alles weh.

Manchmal kommt man ja um so einen Kater einigermaßen herum. Man wacht zwar übernächtigt auf, ist aber trotzdem gutgelaunt und sogar etwas aufgekratzt. So stolpert man durch den Tag, bis sich am Nachmittag ein leichter Hangover meldet. An diesem Sonntag aber kam er im Frontalangriff. Mein Kopf fühlte sich an, als wäre darin eine Bombe geplatzt. Mein Magen rumorte wie eine Waschmaschine voller Giftmüll, und in meinem Mund hatte ich die berüchtigte tote Maus.

Ich drehte mich zur Seite und griff nach dem Glas auf meinem Nachttisch. Meine Hand zitterte so heftig, dass ich mir das Wasser vor den Latz und aufs Laken goss.

Der Lichtstreifen, der zwischen den Vorhängen ins Zimmer fiel, blendete mich. Ich kniff die Augen wieder zu und wartete. Und kurz darauf schlug sie auch schon über mir zusammen, diese Welle aus Angst und Selbstekel, die einen nach einer Partynacht überrollt. Dieses untrügliche Gefühl, dass man etwas Schlimmes verbrochen hat und ein von Grund auf schlechter Mensch ist, dem für den Rest seines nichtsnutzigen Lebens nur noch Böses widerfahren wird, weil man es eben nicht besser verdient hat.

Mich hatte die große Flatter gepackt, aber das lag nicht nur an dem Kater. Die Angst und die Zweifel brummten schon seit längerem im Hintergrund, der Kater hatte nur die Lautstärke aufgedreht.

Dabei war mein Leben gar nicht so schlecht. Im Gegenteil.

Mit Anfang zwanzig war ich die Journalisten-Karriereleiter emporgekraxelt, inzwischen arbeitete ich erfolgreich als freiberufliche Autorin und konnte mir ein Leben in London leisten. Ich wurde doch tatsächlich dafür bezahlt, verschiedene Mascara-Marken einem Härtetest zu unterziehen. Etwa einen Monat vor dem alles entscheidenden Kater hatte man mich in einen österreichischen Kurort geschickt, wo ich mit reichen Ehegattinnen abhing, die ein Vermögen dafür bezahlten, Brühe und trockenes Brot zu essen. Ich reiste für lau, nahm fünf Pfund ab und kam mit einer hübschen Sammlung Minishampoos nach Hause.

Für eine Reportage hatte mir Dita Von Teese in ihrer Suite im Nobelhotel Claridge's einen Intensivkurs in Sachen Verführung gegeben. Und ich hatte sogar mal ein Interview mit James Bond geführt und mir noch Wochen danach die Sprachnachricht vom großen Roger Moore angehört, in der er mir für den "verdammt guten" Artikel dankte.

Im Job lief es also traumhaft.

Und auch an meinem Privatleben gab es wenig auszusetzen. Ich hatte Freunde und eine Familie, denen ich wichtig war. Ich kaufte mir sündhaft teuere Jeans und trank überteuerte Cocktails. Ich verreiste. Nach außen hin wirkte ich wie eine Frau, die Spaß am Leben hat.

Aber dem war nicht so. Ich stand total auf dem Schlauch.

Während meine Freunde Badezimmer renovierten und Urlaube auf dem Land planten, verbrachte ich meine Wochenenden alkoholisiert oder vor der Glotze.

Wenn ich eingeladen war, dann zu Verlobungsfeiern, Hochzeiten, Hauseinweihungen und Kindstaufen. Lächelnd stand ich daneben und überreichte Geschenke. Ich schrieb Glückwunschkarten und erhob mein Glas auf das junge Glück. Aber mit jeder Feier, die andere eine Stufe weiterbrachte, verstärkte sich bei mir das Gefühl, abgehängt, einsam und belanglos zu sein. Ich war sechsunddreißig, meine Freun

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