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Hoffnung durch Handeln Dem Chaos standhalten, ohne verrückt zu werden. von Macy, Joanna (eBook)

  • Verlag: Junfermann
eBook (PDF)
20,99 €
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Hoffnung durch Handeln

Auf dem Weg in eine dem Leben dienende Gesellschaft Auf unserem Planeten herrscht ein exorbitanter Notstand: Klimawandel, die Erschöpfung von Ressourcen, ökonomische Umwälzungen und Ausrottung von immer mehr Arten. Hoffnung durch Handeln zeigt uns, wie wir dieser Krise begegnen und auf sie mit ungeahnter Widerstandskraft und Kreativität reagieren. Diese Hoffnung setzt nicht notwendigerweise Optimismus voraus; wir können diesen Prozess sogar dort einsetzen, wo wir keine Hoffnung mehr sehen. Der leitende Impetus ist unsere Absicht. Statt an erster Stelle Erfolgschancen abzuwägen und nur dann aktiv zu werden, wenn wir hoffnungsvoll sind, konzentrieren wir uns auf unsere Absicht und lassen uns von ihr leiten. Joanna Macy und Chris Johnstone geleiten uns durch einen transformierenden Prozess, der Neues und Altes vereint: mystische Reisen sowie Erkenntnisse aus moderner Psychologie und ganzheitlicher Wissenschaft. In diesem Prozess erlangen wir die Fertigkeiten, die wir auf dem Weg in eine dem Leben dienende Gesellschaft benötigen. Die Ökophilosophin Joanna Macy ist Expertin für Buddhismus, Allgemeine Systemtheorie und Tiefenökologie. Sie ist seine geachtete Stimme in den Bewegungen für Frieden, Gerechtigkeit und Ökologie weltweit. Chris Johnstone, Arzt und Coach, leitet u.a. Kurse, die die psychologischen Dimensionen der Krise des Planeten erforschen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955712891
    Verlag: Junfermann
    Originaltitel: Active Hope. How To Face the Mess We're in Without Going Crazy
    Größe: 927 kBytes
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Hoffnung durch Handeln

1. Drei Geschichten über unsere Zeit

Wenn die Geschichten, die sich eine Gesellschaft erzählt, nicht mehr im Einklang mit den realen Verhältnissen stehen, können sie selbst-begrenzend wirken und sogar zu einer Bedrohung für das Überleben werden. Das ist unsere derzeitige Situation.

David Korten , The Great Turning 10

Am 7. Mai 2001 versammelten sich Journalisten zu einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Ari Fleischer, der Pressesprecher von Präsident Bush, hatte an jenem Tag nichts bekannt zu geben, lud aber die Anwesenden ein, Fragen zu stellen. Schnell wurden die steigenden Energiekosten zum beherrschenden Thema und eine der ersten Fragen rief eine starke Reaktion hervor.

Journalist: "Glaubt der Präsident in Anbetracht der Energiemenge, die jeder Amerikaner pro Kopf verbraucht und die ja viel größer ist als die eines jeden Bürgers in jedem anderen Land der Welt, glaubt da der Präsident, dass wir unseren Lebensstil ändern müssen, um mit dem Energieproblem fertigzuwerden?"

Mr Fleischer: "Die Antwort ist ein klares Nein. Der Präsident hält das für einen American Way of Life und glaubt, es sollte das Ziel der politischen Entscheidungsträger sein, diesen American Way of Life zu schützen." 11

Präsidenten kommen und gehen, aber Fleischers klares "Nein" repräsentiert noch immer eine einflussreiche Kraft in unserer Gesellschaft. Es steht für eine Überzeugung, die unsere Lebensweise nicht infrage stellt. Diese Überzeugung erwächst aus einem ganz bestimmten kulturellen Mythos darüber, wie es sich mit unserer Welt verhält, der wie eine Geschichte immer wieder neu erzählt wird. Mit Geschichte meinen wir nicht eine erfundene Erzählung, sondern vielmehr die Art und Weise, wie wir den Ereignissen, die sich vor unseren Augen abspielen, einen Sinn zuordnen.

In diesem Kapitel identifizieren wir drei solche Geschichten, die in unserer Zeit eine Rolle spielen, wie bereits in der Einleitung erwähnt. Die erste geht von der Annahme aus, dass unsere Gesellschaft auf dem richtigen Weg ist und dass wir weitermachen können wie bisher. Die zweite offenbart die zerstörerischen Folgen des Business as usual und den fortschreitenden Zerfallsprozess unserer biologischen, ökologischen und sozialen Systeme. Die dritte handelt von einer breiten Bewegung des Widerstands gegen die Gefahren und vom facettenreichen Übergang zu einer lebenserhaltenden Zivilisation. Die Erkenntnis, dass wir die Geschichte wählen können, mit der wir die Welt interpretieren, kann befreiend wirken: Wenn wir eine gute Geschichte finden, der wir uns anschließen können, steigert das unser Gefühl von Sinnhaftigkeit und Lebendigkeit. Jetzt werden wir erkunden, wie diese Geschichten unsere Reaktion auf die globale Krise prägen.
Die erste Geschichte: Business as usual

Wie viel von dem, was Sie in den letzten 24 Stunden gegessen haben, bestand aus Zutaten, die Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern weit weg erzeugt wurden? Bei den meisten Menschen, die in Industrieländern leben, lautet die Antwort: eine Menge . Was durchschnittlich an Möhren, Kopfsalat oder abgepackten Erdbeeren beispielsweise in einem Supermarkt verkauft wird, hat sehr wahrscheinlich eine Reise von mehr als 3000 Kilometern hinter sich. 12 Und das beschränkt sich nicht nur auf unsere Lebensmittel: Vieles, was wir benutzen, ist aus weiter Ferne zu uns gekommen. Transportkosten tragen erheblich dazu bei, dass heute mehr Energie verbraucht wird als je zuvor in der Geschichte. Ari Fleischer mag das für den American Way of Life halten. Aber er

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