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I am because you are Ubuntu - 14 südafrikanische Lektionen für ein Leben in Verbundenheit - Mit einem Vorwort von Erzbischof Desmond Tutu von Ngomane, Mungi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2019
  • Verlag: Kailash
eBook (ePUB)
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I am because you are

Die afrikanische Philosophie für ein erfülltes Leben Wir alle sind durch ein universales Band der Menschlichkeit miteinander verbunden und blühen erst durch den Respekt und die Zuwendung anderer auf - das ist die zentrale Auffassung der südafrikanischen Lebensphilosophie Ubuntu. Die wichtigste Kernaussage von Ubuntu lässt sich mit dem Satz 'I am because you are' am deutlichsten ausdrücken. Als Enkelin des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu konnte Mungi Ngomane diese Geisteshaltung von Kind auf kultivieren. In 14 Lektionen und Übungen zeigt sie, wie wir sie im Alltag umsetzen können. Aktives Zuhören, Toleranz, Achtsamkeit, Güte und die Bereitschaft zu vergeben zählen zu den wichtigsten Eckpfeilern von Ubuntu. Wenn wir uns gegenseitig in unserer Menschlichkeit erkennen, wird es leicht, Brücken zu bauen statt Mauern zu errichten - und ein Leben in Verbundenheit und Liebe zu führen. Mungi Ngomane ist die Enkelin von Erzbischof Desmond Tutu und Schirmherrin der Tutu Foundation UK. Sie setzt sich für Menschenrechte ein, insbesondere für die Förderung von Frauen und Mädchen, den Schutz von Flüchtlingen und die Befreiung des palästinensischen Volkes. Sie hat einen Master in International Studies und Diplomatie von der Universität London und lebt zurzeit in Nashville, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 11.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641255312
    Verlag: Kailash
    Originaltitel: Everyday Ubuntu
    Größe: 8744 kBytes
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I am because you are

Wer würde es nicht toll finden, in einer schwierigen Situation zu wissen, was "richtig" ist?! Jeder genießt das Gefühl, derjenige zu sein, der Antworten parat hat, der über den Dingen steht und Urteile fällen kann.

Ubuntu aber fordert uns dazu auf, nicht zu urteilen, sondern Mitgefühl und gegenseitiges Verständnis walten zu lassen. Es lädt uns dazu ein, die Lautstärke unserer (oftmals selbstgerechten) inneren Stimme runterzuregeln und uns im Namen unseres Gegenübers Fragen zu stellen. Nur auf diese Weise können wir verstehen, wie jemand anders denkt. Oder fühlt.

Berücksichtige die Gegenseite, auch wenn du anderer Meinung bist

Dies war eine der vielen Lektionen, die meine Großeltern Leah und Desmond Tutu meiner Mutter mit auf den Weg gaben und die sie wiederum an mich weitergegeben hat. Für meine Mutter bedeutete diese Lektion, den Standpunkt derer zu verstehen, die in einem der weltweit schlimmsten autoritären Staaten auf der Gegenseite standen. Dazu musste sie das Leben vom Gesichtspunkt anderer aus betrachten, auch wenn sie mit deren Sichtweise ganz und gar nicht einverstanden war.

In Soweto - eine Abkürzung für South Western Townships - in Johannesburg erfuhr sie die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung am eigenen Leib. Sie sah die heruntergekommenen Townships, wo die Schwarzen lebten, und verglich sie mit den prächtigen Siedlungen der Weißen. Sie bekam mit, dass schwarze Kinder eine schlechtere Schulbildung erhielten, keinen oder kaum Zugang zu Hilfsmitteln hatten und dass ihnen die Rechte, die weiße Kinder genossen, versagt blieben.

Doch anstatt Weiße zu verurteilen, fragte sich meine Mutter: Würde ich gegen die Apartheid aufbegehren, wenn ich weiß wäre? Sie betrachtete das Privileg der Weißen als das, was es war - ungerecht und unmenschlich -, aber sie verstand auch, warum es für Menschen, die im Glauben an die Vorherrschaft der Weißen groß geworden waren, so leicht war, sie für die Regel zu halten. Die meisten Menschen mit Privilegien fühlen sich dazu berechtigt, ganz egal, ob diese an ihre Rasse, ihren sozialen und wirtschaftlichen Status oder ihr Geschlecht geknüpft sind. Die Rechtmäßigkeit ihres privilegierten Status wurde ihnen von Kindesbeinen an eingetrichtert, sodass viele ihn als Normalität ansehen.

In dieser Situation wären wohl die wenigsten von uns bereit, ihr Privileg aufzugeben oder infrage zu stellen - schlicht und ergreifend deshalb, weil dies unserer persönlichen Interessenlage widerspräche. Meiner Mutter wurde klar, dass wir uns zwar gerne als Kämpfer für Gerechtigkeit sehen, dass uns aber in Situationen, in denen wir selbst von Ungerechtigkeit profitieren, meist der Mut verlässt.

Es liegt in der menschlichen Natur, den Status quo zu akzeptieren, wenn wir einen Nutzen aus ihm ziehen. Doch manche Menschen ringen auch darum, Recht von Unrecht zu unterscheiden oder das "Richtige" zu tun.

Dieser Gedankengang änderte die Lebensperspektive meiner Mutter und führte dazu, dass sie Weiße nicht generell für schlechte Menschen hielt. Für meine Mutter waren sie normale Leute, die ihre Privilegien genossen und sich nicht damit auseinandersetzen wollten, woher diese stammten oder welche Folgen sie für andere hatten.

Im Laufe unseres Lebens lernen wir sehr viel von unseren Eltern. Eine der unzähligen Lektionen, die mich meine Mutter lehrte, war die, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Sie brachte mir bei, Fragen zu stellen, wenn irgendjemand mir Unrecht tat oder mich verletzte. Ihrer Meinung nach lautet die wichtigste Frage immer zuerst: Was würde ich selbst unter diesen Umständen tun?

Nimm dir die Zeit, Fragen zu stellen

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