text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Leben ohne Gepäck Vom Übergewicht befreit von Augustin, Evelyne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2013
  • Verlag: BuchVerlag für die Frau
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Leben ohne Gepäck

Marianne ist noch ein Kind, als sie zum ersten Mal hört, dass sie abnehmen muss. Zuvor von den Eltern zu den Mahlzeiten gezwungen oder mit Süßigkeiten gefüttert, erfährt sie ab sofort nur noch Ablehnung - von den eigenen Eltern als auch von den Klassenkameraden. Sie sehnt sich nach Liebe und Zuwendung und macht ihren Körper zum Projekt, Fressattacken wechseln sich ab mit (Null-)Diäten, denen der unvermeidliche Jo-Jo-Effekt folgt. Mit jedem Lebensjahr wachsen die Pfunde, und eines Tages steht sie, nach jeder Menge neuer erfolgloser Diäten und Kuren, extrem übergewichtig und verzweifelt in der Praxis von Evelyne Augustin. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie und Ernährungsberaterin hat in den folgenden zwei Jahren Marianne erfolgreich therapiert: Heute hat Marianne Normalgewicht und, was noch wichtiger ist, wieder Vertrauen zu sich selbst und zur Welt. Ein persönlicher und berührender Erfahrungsbericht, der Ursachen von Übergewicht deutlich macht und Lösungen aufzeigt. Evelyne Augustin gibt viele Tipps zur Ernährung und Infos zu den einzelnen Stoffwechseltypen. Evelyne Augustin ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Hypnosetherapeutin und Ernährungsberaterin aus Leidenschaft. Es ist ihr ein Herzensanliegen zu zeigen, dass man ohne Diäten, Zwänge, Verbote und Hungern zum Normalgewicht und damit auch zu mehr Lebensqualität und Lebensfreude findet. Evelyne Augustin lebt mit ihrem Ehemann in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), wo sie auch ihre Praxis hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 01.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783897984080
    Verlag: BuchVerlag für die Frau
    Größe: 2078 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Leben ohne Gepäck

1. Wie alles begann
Marianne

Mein Vater war ein angesehener Beamter, ein "Diener des Staates", wie er sich immer stolz bezeichnete. Meine Eltern, meine Schwester Sybille und ich lebten in einem kleinen Reihenhaus nahe Hamburg. Vater legte stets viel Wert darauf, dass die Fenster blank geputzt waren und im Vorgarten kein Unkraut wuchs. Alle Hausarbeiten erledigte meine Mutter, so gehörte es sich in den sechziger Jahren. Der Mann ging arbeiten, und die Frau kümmerte sich um die Kinder, Haus und Garten. Meine Schwester Sybille konnte ich nicht leiden. Sie schien alle beliebten Wesenszüge zu haben, die ich nicht hatte. Außerdem war sie sehr hübsch und dünn, was meinen Vater besonders mit Stolz erfüllte. Vielleicht, so denke ich heute aus der Sicht einer erwachsenen Frau, wäre das Verhältnis zu ihr heute ein besseres, wenn sie mir nicht früher immer als glänzendes Vorbild vorgehalten worden wäre.

Meine ersten negativen Erfahrungen sind mit Essen, genauer: mit dem gemeinsamen Essen am Familientisch verbunden. Ich erinnere mich gut, dass mein Vater außer sich vor Zorn war, wenn ich meinen Teller nicht leer aß. Wenn ich wagte zu sagen, dass ich keinen Hunger mehr hatte oder bald "platzte", wurde ich in mein Zimmer geschickt. Ich beeilte mich dann immer, vom Esstisch aufzustehen und in mein Zimmer zu gehen. Dort fühlte ich mich vor Vaters ständigen Nörgeleien und Maßregelungen sicher. Meine Mutter schritt nicht ein. Natürlich weiß ich heute, dass sie einfach nicht den Mut hatte, sich über meinen Vater hinwegzusetzen. Sie gab mir immer nur zu verstehen, dass es mein Vater früher nicht leicht hatte. Ich war damals vielleicht acht, neun Jahre alt und hatte natürlich keine Ahnung, was sie damit meinte. Wir lebten ja nicht schlecht. Aber all ihre Erklärungen für das Verhalten meines Vaters blieben unklar. "Weißt du, Marianne, dein Vater ist eine wichtige Person auf dem Amt. Aber er kann nicht einfach tun, was er will. Darum ist es ihm wichtig, dass alle Menschen immer nur das Beste über ihn denken." Ich wurde aus Mutters Worten nicht schlau. "Aber Mutter, die Menschen sehen doch nicht, ob ich meinen Teller leer gegessen habe oder nicht." Daraufhin hörte ich immer nur den Satz: "Ach, Marianne, das verstehst du nicht." Richtig, ich verstand es nicht. Jetzt, als erwachsene Frau, beginne ich erst langsam zu begreifen, was sie damals mit diesem Satz meinte. Dass sie Vater gegenüber hilflos war und sich nicht gegen ihn wehren konnte. Dass sie mich mit diesem Verhalten alleine ließ - schutzlos - das könnte ich ihr natürlich heute vorwerfen. Daran denke ich oft, wenn ich meinen Sohn betrachte. War es meiner Mutter nicht bewusst, was sie tat? Sie verriet ihr eigenes Kind.

Wenn wir ins Kino gingen oder irgendwo eingeladen waren, musste ich immer aussehen wie eine Prinzessin. Niemals duldete mein Vater einen Riss oder Flecken auf meiner Kleidung. Wenn andere Kinder miteinander auf dem Spielplatz tobten, stand ich abseits, aus Angst, mich schmutzig zu machen. Das Allerschlimmste war für mich, dass ich bei jeder Gelegenheit essen musste. "Essen ist ein Zeichen des Wohlstands", pflegte mein Vater zu sagen. Ich musste essen, bis ich fast platzte. Wir frühstückten zum Beispiel jeden Morgen um viertel vor Sieben - auch samstags und sonntags. Vater interessierte es nicht, ob ich müde war und ausschlafen wollte. Nein, ich musste früh aufstehen und frühstücken. Wieder musste ich Unmengen essen. Jeden Mittag, nach der Schule oder am Wochenende, gab es ein reichliches Mahl - ob ich hungrig war oder nicht. Jeden Nachmittag, Punkt halb Fünf, wenn Vater aus dem Büro kam, gab es eine Tasse Kakao und Kuchen. Es war Vater egal, ob ich gerade Hausaufgaben machte, mit Freunden spielte oder im Schwimmbad war. Ich musste nach Hause kommen und essen. Das verstehe ich bis heute nicht. Normalerweise wacht die Mutter über die Hausaufgaben und sollte ihr Kind liebevoll unterstützen. Aber ne

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen