text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Lebenskrisen werden Lebenschancen Wendepunkte des Lebens aktiv gestalten von Kast, Verena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Lebenskrisen werden Lebenschancen

Krisen gehören zum Leben. Oft ist es schwer, wieder Licht ins Dunkel zu bringen. Doch Krisen haben auch ein anderes Gesicht: Sie können auf positive Veränderungen weisen und Energien freisetzen. Verena Kast erhellt, wo Krisen solche Wandlung in Gang setzen. Der Weg wird klarer, das Leben freundlicher, das Neue spannend. Prof. Dr. Verena Kast, geboren 1943, ist eine der renommiertesten Psychotherapeutinnen im deutschen Sprachraum. Sie ist Dozentin am C. G.-Jung-Institut in Zürich, Professorin an der Universität Zürich, Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie. Autorin zahlreicher Bücher u. a. zur Thematik des Trauerns und zu Beziehungsfragen. Außerdem arbeitet sie als Jung'sche Analytikerin und Lehranalytikerin in eigener Praxis in St. Gallen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451804274
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3628 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Lebenskrisen werden Lebenschancen

Zum theoretischen Verständnis

Zum theoretischen Verständnis der Krise orientiere ich mich am schöpferischen Prozeß. In der Beschreibung des schöpferischen Prozesses findet man immer wieder den Ausdruck der "schöpferischen Krise". Ob ein kreativer Prozeß ein Resultat zeigt, ob die Ideen der Welt verwirklicht werden können, hängt ganz wesentlich davon ab, wie wir mit einer solchen Krise umgehen. Ursachen für Krisen sind in meiner Sicht Entwicklungsthemen des Individuums, also Lebensnotwendigkeiten, die wahrgenommen und ins Leben integriert werden müssen und die der Kriselnde zunächst nicht aufnehmen kann oder will. Deshalb wird er auch in seiner Identität verunsichert. Identitätsunsicherheit bedeutet aber immer auch, daß wir uns wandeln können, daß wir auch anders sein können, daß wir etwas wagen können, daß wir auf etwas verzichten können. Krisenzeiten sind Wandlungszeiten zum Besseren oder zum Schlechteren hin.

Das Bewältigen von Krisen hat in der psychischen Dynamik eine große Nähe zum schöpferischen Prozeß.
Der schöpferische Prozeß

Sind Probleme nicht auf gewohnte Art zu lösen, müssen wir kreativ werden. Wir können den schöpferischen Prozeß an sich gut beschreiben. Wie allerdings der schöpferische und lösende Einfall zustande kommt, bleibt geheimnisvoll. Wir wissen aber, daß es ihn unter gewissen Bedingungen immer wieder gibt. Auf schöpferische Einfälle kann man zählen, auf schöpferische Einfälle zählen wir auch, sonst wären wir Menschen schon längst untergegangen.

Der schöpferische Prozeß beginnt mit einer Vorbereitungsphase: In dieser Phase versuchen wir, ein Problem mit den gängigen Methoden zu lösen. Wir beschreiben das Problem, stellen es in vielfältige Zusammenhänge, lesen vielleicht Literatur zum Thema und holen verschiedene Meinungen ein. Wir sammeln Wissen, kognitives und emotionales, entwickeln Ideen. Wenn keine Idee so richtig greift, bemerken wir, daß wir mit unseren üblichen Mitteln nicht weiterkommen. Dann geben wir scheinbar auf und ziehen unser Interesse von dem Problem ab. Das geschieht in der sogenannten Inkubationsphase: Wir befassen uns zwar nicht mehr hauptsächlich mit dem Problem, aber wir spüren, daß es immer noch in uns gärt. In dieser Phase sind wir unzufrieden, zweifeln an uns selbst, an unserer Kompetenz. Dadurch kann die Angst immer dominierender werden. Sie kann so sehr verstärkt werden, daß das Selbstwertgefühl in Mitleidenschaft gezogen ist. Und neue Einfälle, die normalerweise diese Phase beenden, werden blockiert, wenn durch das nicht Finden eines Einfalls Beeinträchtigungen und Verluste befürchtet werden (Ansehen, Karriere, Selbstbild). Wir haben es dann mit einem Kreativitätsblock zu tun, der mit der Angst im Zusammenhang steht, und der oft auch einer Krisenintervention bedarf. Ist weniger Angst vorhanden, wird die Inkubationsphase durch einen Einfall beendet, der plötzlich oder nach und nach Gestalt annimmt, der dann formuliert und verifiziert oder falsifiziert wird. Der Mensch, der ein Problem lösen will, fühlt sich blockiert, phantasielos, ohne Energie, ängstlich, in ernste Selbstzweifel verstrickt und findet nicht heraus. Je mehr Angst mit der Lösung eines Problems verbunden ist, um so größer ist die Blockierung. Und Menschen, die sich in einer Krise befinden, fühlen sich in dieser Situation blockiert. Auch sie haben zunächst versucht, mit den üblichen Mitteln ihr Problem zu lösen, auch sie stellen irgendwann fest, daß sie es so nicht lösen können, und dann geraten sie in Panik. Diese kann sich in aufgeregter Angst oder aber auch in einer Versteinerung zeigen. Dadurch hemmen sie ihr Unbewußtes zusätzlich, es fällt ihnen nichts mehr ein. Sie kommen nicht in die sogenannte Einsichtsphase: Aus der Phase der Inkubation erfolgt nämlich normalerweise plötzlich und unvorhersagbar der Moment der Einsicht; ein Gedankenblitz überfällt uns, eine Einsicht: So könnte es gehen. Bei großen schöpferisch

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen