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Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld von Aeschbach, Silvia (eBook)

  • Erschienen: 01.07.2016
  • Verlag: Wörterseh Verlag
eBook (ePUB)

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Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld

Panikattacken kommen meist aus heiterem Himmel. Herzrasen, Schwindel, Zittern, Atemnot - Todesangst. Die Journalistin Silvia Aeschbach war knapp siebzehn, als sie ihre erste Panikattacke erlebte und felsenfest davon überzeugt war, dass sie diese nicht überleben würde. Mit viel Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie schildert die Autorin, wie sie an den immer wiederkehrenden Attacken fast verzweifelte, was für eine Erlösung es war, als sie - unzählige Attacken, tausend kleine Tode und viele Jahre später erst - endlich eine Diagnose und einen Namen für ihre Krankheit erhielt, wie sie mit ihrer Angststörung leben lernte und an ihr auch wachsen konnte. Ihr Buch 'Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld' weckt Verständnis für ein oft unterschätztes Leiden, es macht Betroffenen Mut, zeigt auf, wie man mit der Furcht umgehen kann, und ist gleichzeitig eine ebenso unterhaltsame wie packende Lektüre. Eine wilde Achterbahnfahrt durch ein Leben mit himmelhoch jauchzenden Glücksgefühlen und entsetzlichen Ängsten, mit verrückten Erlebnissen und vergeblichen Therapieversuchen. Mit Panikattacken in den unpassendsten Momenten. In einer Livesendung am Radio beispielsweise. Im Flugzeug. Mitten in einem Robbie-Williams-Konzert. Vor laufender Kamera. Oder aber im selben Raum mit dem Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.

Silvia Aeschbach, geb. 1960, ist Journalistin. Sie arbeitete bei einem Lokalradio, beim Schweizer Fernsehen und bei verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen; beim Nachrichtenmagazin 'Facts' leitete sie das Ressort Gesellschaft, sie war Chefredaktorin des Frauenmagazins 'Meyer's' und stellvertretende Chefredaktorin beim Boulevardblatt 'Blick', bevor sie zur 'SonntagsZeitung' wechselte, wo sie die deutschsprachige Ausgabe des Lifestyle-Magazins 'encore!' leitet. Silvia Aeschbach, die seit ihrer Teenagerzeit unter Panikattacken leidet, lebt mit ihrem Partner in Zürich.

Produktinformationen

    Größe: 1321kBytes
    Herausgeber: Wörterseh Verlag
    Untertitel: Panikattacken mit Happy End
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 208
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783037635544
    Erschienen: 01.07.2016
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Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld

Eiseskälte im Sommer

Das erste Mal starb ich mit siebzehn.

Ein heißer Spätnachmittag. Die Sonne brannte mit einer derartigen Intensität, dass sich alles, was Beine hatte, einen Schattenplatz suchte. Normalerweise herrschte im Nudistencamp La Chiappa an der Ostküste Korsikas um diese Zeit Hochbetrieb, doch jetzt war der felsige Badestrand genauso leer gefegt wie das Volleyballfeld, auf dem sich sonst die Feriengäste lautstarke Duelle lieferten. Und selbst Plastic Bertrand, dessen New-Wave-Hymne "Ça plane pour moi" stündlich aus den Radios schepperte, war verstummt. Alle hatten sich in ihre kleinen Steinbungalows zurückgezogen und hielten Siesta. Sogar Carlos, der Hund des Campbesitzers, hatte sich verzogen und kam nicht wie sonst wedelnd auf mich zu, als ich das Häuschen verließ, das ich mit meinen Gasteltern teilte, die ebenfalls ein Mittagsschläfchen hielten.

Ich war jetzt seit genau einer Woche auf Korsika. Barbara und Felix, Bekannte meiner Eltern, hatten mich eingeladen, um ihrer Teenagertochter Désirée, natürlich ein Einzelkind, Gesellschaft zu leisten. Dési und ich konnten uns auf den ersten Blick nicht ausstehen. Zwischen uns lagen zwar nur drei Jahre, aber diese drei Jahre waren eine halbe Ewigkeit. Für mich war sie eine verwöhnte Göre, die noch mit Barbies spielte, für sie war ich eine eingebildete Tussi.

Unsere einzige Gemeinsamkeit war die Liebe zu Nutella. Da wir beide Fisch hassten und es nicht viel anderes zu essen gab, war dies unser Hauptnahrungsmittel, und wir beäugten argwöhnisch, wie viel die andere jeweils verzehrte. Denn ein Nutella-Glas, das hatte Barbara so bestimmt, musste für drei Tage reichen. Verflixt wenig für zwei Teenager.

Das Wäldchen lag nur ein paar Schritte entfernt, aber schon diese kurze Strecke genügte, dass ich schweißnass wurde. Umso mehr genoss ich die Kühle, die mich augenblicklich umgab, als ich zwischen den schattenspendenden Bäumen mein Badetuch auf den Boden legte und es mir darauf bequem machte. Es herrschte eine solche Stille, dass ich für den Moment das Gefühl hatte, ich sei allein auf der Welt. Prompt blitzte ein unangenehmes Gefühl auf, das ich aber verscheuchte wie eine lästige Fliege.

War das Leben nicht wundervoll? Ich war in diesem Sommer das erste Mal ohne meine Eltern verreist. Diese Tatsache war für mich äußerst aufregend. Barbara und Felix hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um meine Eltern davon zu überzeugen, dass in einem Nudistencamp kein Sodom und Gomorra herrscht und Nudisten keine Perverslinge sind, sondern naturliebende Menschen, die sich ohne Kleider einfach wohler fühlen als mit.

Ich hatte mich allerdings noch nicht so ganz an die Textilfreiheit gewöhnt und schaute meist verschämt zur Seite, wenn sich Felix in ganzer Größe vor mir aufbaute. Ich trug auch Tag und Nacht einen kurzen, kirschroten Baumwollkimono, weil ich meine Blöße bedecken wollte. Bei den Volleyball-Matches war ich die Einzige auf dem Feld, die einen Faden auf dem Leib trug. Felix foppte mich deswegen gern. Als ich mich einmal beklagte, ich würde mich nur mit BH wohlfühlen, lachte er etwas anzüglich und meinte: "Als ob so ein super Busen Halt brauchen würde."

Nun ja, Nudisten waren für ihre naturnahe Art bekannt. Aber sie konnten auch feiern. Jeden Abend war Disco im Gemeinschaftsraum, da wurde zu den neuesten französischen Hits gesungen und getanzt. Am liebsten tanzte ich mit François, einem waschechten Pariser, der genau so aussah, wie ich mir einen Franzosen vorstellte. Er war sicher schon zwanzig Jahr

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